10 wichtige Tipps für ein gutes Buch, 2. Teil 

Ein eigenes Buch und am liebsten ein Roman, der als dicker Wälzer mit tollem Einband in den Buchhandlungen steht – davon träumen viele Autoren. Doch eine unterhaltsame und fesselnde Geschichte zu schreiben, die über mehrere hundert Seiten nicht an Spannung verliert, ist gar nicht so einfach. Deshalb sollte der Autor ein paar Dinge beachten. In einem zweiteiligen Ratgeber haben wir zehn wichtige Tipps für ein gutes Buch zusammengetragen.

Hier ist der 2. Teil!

 

Tipp 6: Ein Motiv

Bücher mit einer interessanten und spannenden Geschichte, die die Leser vom Anfang bis zum Ende fesseln, haben oft ein Motiv. Dieses Motiv ist der zentrale Aspekt und alles in dem Buch dreht sich letztlich um dieses eine Thema. Bei dem Motiv kann es sich beispielsweise um die Liebe zu einer Person, Tod und Wut, die Angst vor etwas, die Enttäuschung über etwas, die Erfüllung eines bestimmten Traums oder die besondere Beziehung zweier Familienmitglieder handeln.

Für den Hauptkonflikt spielt das Motiv eine entscheidende Rolle. Aber auch im weiteren Handlungsverlauf und selbst in Details und kleinen Nebensächlichkeiten wird das Motiv immer wieder zum wesentlichen Aspekt. Das Motiv zieht sich also durch die ganze Geschichte in allen ihren Ebenen.

Auf diese Weise verdichtet sich die Geschichte und der Autor kann das Erzählte intensiver ausarbeiten. Dabei sollte das zentrale Motiv schon in der Zusammenfassung der Geschichte in einem Satz zum Ausdruck kommen. Taucht das Thema darin nicht auf, ist es wahrscheinlich nicht das Motiv, das die Grundlage der Geschichte bildet.

 

Tipp 7: Die Dialoge

Bei Dialogen ist das, was gesagt, wird, natürlich nicht ganz unwichtig. Wirklich lebendig und spannend werden Dialoge aber gerade durch das, was nicht ausgesprochen wird. Ein typischer Anfängerfehler besteht darin, dass der Autor seine Figuren zu oft und viel zu ausführlich reden lässt.

Dazu ein Beispiel:

In einer langatmigen Version mit ausführlichen Dialogen klingt eine Szene so:

Die junge Frau zitterte und der Mondschein ließ ihr Gesicht noch blasser aussehen. „Es ist so schrecklich kalt hier und ich bin müde. Warum müssen wir immer weiter und weiter gehen? Wir wissen doch sowieso nicht, wo wir sind“, sagte sie mit weinerlicher Stimme. Der Mann wischte sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Wir können nicht hier bleiben. Es gibt keinen Unterschlupf und ich kann Sie hier nicht beschützen. Wir müssen die Straße finden. Wir dürfen nicht noch mehr Zeit verlieren“, drängte er.

In der abgespeckten Variante liest sich die Szene wie folgt:

Die junge Frau zitterte und der Mondschein ließ ihr Gesicht noch blasser aussehen. „Mir ist so kalt und ich bin müde“, sagte sie mit weinerlicher Stimme. Der Mann wischte sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Wir dürfen nicht noch mehr Zeit verlieren. Wir müssen weiter“, drängte er.

Im Schreibprozess selbst sollte der Autor die Dialoge zunächst einmal so notieren, wie sie ihm gerade einfallen. Doch später sollte er die direkte Rede überarbeiten. Um mehr Spannung hereinzubringen und die Geschichte unterhaltsamer werden zu lassen, bietet es sich an, die Dialoge so weit wie möglich zu kürzen. Dem Leser genügen wenige Worte, um die Dialoge zu verstehen und der Geschichte folgen zu können. Alles, was darüber hinausgeht, lässt die Geschichte schwer und langatmig werden.

Es gibt zwar Bestseller, die gerade von ihren wortreichen Dialogen leben. Allerdings braucht der Autor viel Erfahrung und ein sehr gutes Gespür, damit ihm ausführliche Dialoge gelingen, die weder langweilen noch die Geschichte unübersichtlich werden lassen. Am Anfang ist der Autor deshalb besser beraten, wenn er es bei kurzen, knappen Dialogen belässt.

 

Tipp 8: Die Emotionen

Was für die Musik und die Malerei gilt, gilt auch für das Schreiben: Damit die Geschichte den Leser berührt und fesselt, muss sie echte Gefühle transportieren. Eine nüchterne, sachliche Abhandlung eignet sich für eine wissenschaftliche Arbeit oder ein Sachbuch, wird aber kaum in der Lage sein, den Leser in die Geschichte hineinzuziehen.

Wenn der Autor die Emotionen seiner Leser ansprechen und erreichen möchte, muss er also seine eigenen Gefühle in die Geschichte hineinlegen. Dazu sollte er in die Szene, die er beschreiben will, eintauchen und sich in seine Figuren hineinversetzen, bis er das empfindet, was auch seine Figuren gerade fühlen. Erst dann sollte er die Szene aufschreiben, und zwar aus seinen Gefühlen heraus. Der Leser hat ein feines Gespür dafür, ob der Autor seine Geschichte wirklich lebt oder ob er als Außenstehender berichtet und nur die Seiten füllen will. 

 

Tipp 9: Zeigen, nicht erzählen

Als eines der grundlegenden Prinzipien beim Schreiben von Geschichten und Büchern gilt derzeit die Formel “Show, don’t tell” (Zeige, erzähle nicht.) Bei diesem Prinzip werden zwei Erzählweisen voneinander unterschieden, nämlich zum einen das erzählende und zum anderen das szenische Erzählen. Bei der erzählenden (narrativen) Erzählweise beschreibt der Autor das Geschehen.

Bei der szenischen Erzählweise zeigt der Autor dem Leser durch Handlungen und Dialoge, was geschieht. Er zeichnet Bilder, durch die sich der Leser selbst eine bildhafte Vorstellung von den Ereignissen machen kann. Der Autor liefert also keine fertigen Beschreibungen, sondern lässt die Geschichte lebendig werden, indem er den Leser zum Mitmachen anregt. Damit das gelingt, sollte der Autor alle fünf Sinne einbeziehen.

Er sollte vermitteln, was seine Figuren sehen, schmecken, riechen, hören und fühlen. Dadurch zeigt er dem Leser das Geschehen und macht es für den Leser greifbar. Der Leser wiederum kann so tiefer in die Geschichte eintauchen, weil er daran beteiligt ist und nicht nur von außen zuschaut.

 

Tipp 10: Der Schreibstil

Natürlich kennzeichnet sich ein gelungenes Buch auch durch einen guten und angenehm lesbaren Schreibstil. Allerdings gibt es hier weder einen verbindlichen Standard noch ein Patentrezept. Vielmehr sollte der Autor im Laufe der Zeit seinen eigenen Stil entwickeln. Und wie gut dieser Stil ankommt, bleibt dem persönlichen Geschmack des Lesers vorbehalten. Dem Autor bleibt somit letztlich nichts anderes übrig, als viel zu schreiben, zu lesen und herumzuprobieren. Anfangs kann er sich an Schreibstilen orientieren, die er selbst gerne liest.

Eine sehr gute Übung ist zudem, einen eigenen, kurzen Text in verschiedenen Schreibstilen zu formulieren. So kann der Autor den Text mal wie eine Kurzgeschichte, mal als Bericht, mal mit vielen Dialogen, mal lustig und mal sehr nüchtern schreiben. Auf diese Weise lernt er, bewusst mit der Sprache umzugehen. Außerdem stellt er fest, mit welchem Stil er sich wohlfühlt.

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Leserliche Handschrift üben – 4 Tipps
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10 wichtige Tipps für ein gutes Buch, 1. Teil

Thema: 10 wichtige Tipps für ein gutes Buch, 2. Teil

 

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