5 Regeln fürs richtige Zitieren bei wissenschaftlichen Arbeiten 

Wer eine wissenschaftliche Arbeit erstellt, kann das Rad natürlich nicht neu erfinden. Es wird vermutlich kein Thema geben, zu dem sich bisher noch niemand schriftlich geäußert hat. Zudem kennzeichnet sich eine wissenschaftliche Arbeit gerade dadurch, dass sie bisherige Erkenntnisse, aufgestellte Thesen und verfügbare Quellen auswertet, prüft und im wissenschaftlichen Sinne weiterentwickelt.

Allein schon deshalb führt bei wissenschaftlichen Arbeiten letztlich kein Weg an Zitaten vorbei. Doch damit die Arbeit eine wissenschaftliche Arbeit bleibt und nicht zu einem Plagiat wird, muss richtig zitiert werden. Aber wie wird eigentlich richtig zitiert? Grundsätzlich sind die Vorgaben der jeweiligen Bildungseinrichtung verbindlich. Jede Uni oder Hochschule hat bestimmte Leitlinien und Regeln, die eingehalten werden müssen.

Und mitunter kann es hier kleinere Abweichungen geben. Andererseits gibt es ein paar grundlegende Zitierregeln. Sie gelten nicht nur für wissenschaftliche Arbeiten, sondern generell immer dann, wenn Aussagen oder Gedankengänge Dritter im eigenen Text verwendet werden. Hält sich der Verfasser an diese Grundregeln, kann eigentlich nichts schiefgehen.

 

Hier also fünf Regeln fürs richtige Zitieren bei wissenschaftlichen Arbeiten!:

 

Zitierregel Nr. 1: die Kennzeichnung

Jedes Zitat muss als Zitat erkennbar sein. Dazu wird ein wörtliches Zitat in aller Regel in Anführungsstriche gesetzt. Möglich ist aber auch, das Zitat durch eine andere Schriftart zu kennzeichnen.

Wird eine Aussage nicht wörtlich, sondern nur indirekt zitiert, muss dies ebenfalls kenntlich gemacht werden.

 

Zitierregel Nr. 2: die Originalität

Zitate müssen im Original übernommen, dürfen also nicht einfach verändert werden. Selbst wenn das Original einen Rechtschreib- oder Grammatikfehler enthält, muss dieser beibehalten werden.

Kürzungen und Auslassungen werden durch Klammern und Punkte markiert. Gleiches gilt für Ergänzungen, Anmerkungen und grammatikalische Änderungen bei indirekten Zitaten. Um eine bessere Übersichtlichkeit zu erreichen, werden bei Kürzungen oft runde Klammern und bei Ergänzungen eckige Klammern verwendet.

 

Beispiel: Der Sportler war überglücklich, „(…) den Titel geholt [zu] haben.“

 

Wichtig ist aber, dass sich die Kernaussage des Zitats nicht verändern darf. Es ist also nicht zulässig, eine Aussage so zu kürzen oder zu ergänzen, dass sich ein anderer Sinn ergibt.

 

Zitierregel Nr. 3: die Quellenangabe

Die Quellenangabe informiert darüber, woher das Zitat stammt. Da bei wissenschaftlichen Arbeiten exakte Quellenangaben verlangt werden, der Lesefluss aber gleichzeitig nicht gestört werden soll, wird meist mit Fußnoten gearbeitet. Dabei wird das Zitat mit einer kleinen Ziffer gekennzeichnet. In der Fußzeile der Seite findet sich dann der ausführliche Quellennachweis. Dabei beinhaltet dieser Quellennachweis den Namen des Autors, den Titel der Quelle, den Ort, den Verlag und das Erscheinungsjahr der Quelle sowie die Seite, auf der das Zitat steht. 

 

Beispiel: „Zitierte Passage aus der Quelle“ 1

1 Nachname, Vorname: Titel der Quelle. Ort: Verlag, Jahr, S. 123.

 

Eine andere Möglichkeit ist die Quellenangabe in der amerikanischen Zitierweise. Hier wird die Quellenangabe direkt hinter dem Zitat positioniert. Dies erfolgt in einer Kurzform, die lediglich den Autor, das Erscheinungsjahr der Quelle und die Seitenzahl, auf der das Zitat steht, umfasst. Die ausführliche Quellenangabe wird im Literaturverzeichnis positioniert.

 

Beispiel: „Zitierte Passage“ (Autor Jahr: 123)

 

Der Verfasser der wissenschaftlichen Arbeit kann Fußnoten verwenden, auf die amerikanische Zitierweise zurückgreifen oder auch beides miteinander kombinieren. Wichtig ist aber, dass ein Hinweis auf die Quelle bereits im Text, direkt beim Zitat vorhanden sein muss. Es genügt nicht, die Quellen nur im Literaturverzeichnis aufzuführen.

 

Zitierregel Nr. 4: Zitate aus dem Internet

Zitate aus dem Internet haben eine Sonderstellung. Ein Grund hierfür ist, dass sich die Inhalte von Internetseiten recht schnell verändern können. Deshalb reicht es nicht, nur den Namen der Internetseite als Quelle anzugeben. Stattdessen muss der Quellennachweis die komplette URL und das Datum, an dem die Seite aufgerufen wurde, benennen.

 

Beispiel: Autor (Erscheinungsjahr): Titel der Arbeit. URL: www.namederwebseite.de/titel/html [Stand: Abrufdatum]

 

Generell sollte im Vorfeld aber abgeklärt werden, wie die Haltung zu Internetquellen ist. Einige Dozenten haben nichts dagegen, andere Dozenten stehen dem Internet als Informationsquelle skeptisch gegenüber und bevorzugen Zitate aus den Originalwerken.

 

Zitierregel Nr. 5: das Literaturverzeichnis

Das Literaturverzeichnis führt alle Quellen, die im Rahmen der wissenschaftlichen Arbeit verwendet wurden, noch einmal auf. Die Vorgaben für vollständige Quellenangaben im Literaturverzeichnis sind durch die DIN-Norm 1505 geregelt. Demnach muss die Quellenangabe folgende Bestandteile enthalten:

  • ·         den Namen des Urhebers,
  • ·         den Titel der Quelle; ein Untertitel oder Zusatz zum Haupttitel kann hinzugefügt werden; bei einer Quelle aus mehreren Bänden kann außerdem die Nummer oder der Titel des Bandes ergänzt werden,
  • ·         die Auflage, wenn es sich nicht um die Erstauflage handelt,
  • ·         den Ort, den Verlag und das Jahr, in dem die Quelle erschienen ist; die ISBN kann hinzugefügt werden.

 

Aufgeführt werden die Angaben in der Reihenfolge:

Name, Vorname: Titel. Auflage. Ort: Verlag, Jahr.

 

Auf Basis der Norm haben viele Unis und Hochschulen aber eigene Richtlinien erarbeitet. Vor allem im Hinblick auf die Zeichensetzung innerhalb der Quellenangabe kann es Unterschiede geben. Um unnötige Fehler zu vermeiden, sollte sich der Verfasser der Arbeit deshalb im Vorfeld informieren, wie er seine Quellen angeben muss.

Mehr Tipps, Ratgeber, Anleitungen und Vorlagen:

Thema: 5 Regeln fürs richtige Zitieren bei wissenschaftlichen Arbeiten

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