7 Tipps für Nachwuchsautoren 

Die meisten Autoren, die viel Zeit und Arbeit in ihren Roman, ihre Kurzgeschichtensammlung, ihren Gedichtband oder ihr Sachbuch investiert haben, möchten verständlicherweise, dass ihr Werk irgendwann einmal auch in den Regalen von Buchhandlungen und Bibliotheken steht.

Allerdings ist es gerade für Nachwuchsautoren alles andere als leicht, einen Verlag zu finden. Ein Patentrezept, um als Schriftsteller erfolgreich zu sein, gibt es nicht.

 

Wichtig und hilfreich kann es aber sein, die folgenden 7 Tipps
für Nachwuchsautoren zu beherzigen:

 

Tipp 1: Üben, üben, üben!

Das Schreiben erfordert zwar Kreativität und ein gutes Gespür für Sprache. Zudem sollte der Autor keine anderen Schriftsteller kopieren, sondern im Laufe der Zeit seinen eigenen, unverkennbaren Stil entwickeln. Letztlich ist das Schreiben aber weniger eine Kunstform, sondern in erster Linie ein Handwerk.

Wie jede andere Fähigkeit muss deshalb auch das Schreiben gelernt und konstant geübt werden. Autoren, die aus dem Nichts heraus einen Bestseller landen und am laufenden Band Verkaufshits produzieren, sind die absolute Ausnahme. Möchte der Nachwuchsautor langfristig erfolgreich sein, muss er also sein Handwerk beherrschen und diszipliniert arbeiten.

 

Tipp 2: Kritik annehmen.

Natürlich ist der Autor stolz auf sein Werk und davon überzeugt, dass es gut und gelungen ist. Wie gut das Werk aber wirklich ist, entscheiden die Leser. Wichtig ist deshalb, dass der Autor offen für konstruktive Kritik ist. Statt eingeschnappt zu sein, sollte er Verbesserungsvorschläge und kritische Anmerkungen als Chance verstehen, aus Fehlern zu lernen und noch besser zu werden. Zudem muss der Autor ohnehin einen Weg finden, mit Kritik umzugehen.

Spätestens wenn er sein Manuskript vorlegt oder sein Buch erscheint, werden sich gestandene Profis seine Arbeit vornehmen. Und sie werden ihre Kritik sicher nicht so rücksichtsvoll formulieren wie wohl gesonnene Leser. Je früher der Nachwuchsautor also lernt, Kritik einzustecken, desto besser.

 

Tipp 3: Neutrale Testleser suchen.

Bevor sich der Nachwuchsautor an Verlange wendet, sollte er sein Werk von mindestens einem, besser noch mehreren Testlesern durchlesen lassen. Der Autor ist nämlich meist viel zu tief im Stoff drin und viel zu stark mit seinem Werk verbunden, als dass er es objektiv beurteilen und mögliche Schwachstellen ausmachen könnte. Familienmitglieder und Freunde sind als Testleser aber oft nur bedingt geeignet.

Sie sind nämlich häufig befangen und würden sich selbst dann eher lobend äußern, wenn sie das Werk eigentlich nicht überzeugt hat. Andererseits werden sie den Nachwuchsautor aber auch nicht verletzen und seine Hoffnungen zerstören wollen. Eine ehrliche Einschätzung wird er von ihnen daher oft nicht bekommen. Deshalb sollte der Nachwuchsautor versuchen, möglichst neutrale Testleser zu finden, die das Werk wirklich vorurteilsfrei lesen und objektiv bewerten. 

 

Tipp 4: Erst erkundigen, dann das Manuskript einreichen.

Einer der häufigsten und größten Anfängerfehler besteht darin, dass sich Nachwuchsautoren einfach irgendeinen großen, bekannten Verlag aussuchen und dort ihr Manuskript einreichen. Ob das Werk ins Programm passt und ob Manuskripte überhaupt erwünscht sind, erfragen sie vorher jedoch nicht.

Bei einer solchen Vorgehensweise sind Absagen aber letztlich vorprogrammiert. Wichtig ist, dass sich der Nachwuchsautor zuerst erkundigt, ob sein Werk zum Programm des Wunschverlags passt. Ist das der Fall, sollte er sich informieren, wer für sein Genre zuständig ist. Diesen Ansprechpartner sollte der Autor als nächstes kontaktieren, um dann das weitere Vorgehen zu besprechen. Reicht der Autor nach diesem Telefonat sein Manuskript ein, kann er sich auf das Gespräch beziehen und schon verliert seine Arbeit den Status einer sogenannten „unverlangten Einsendung“.

Damit ist die Annahme durch den Verlag natürlich noch längst nicht garantiert. Die Chancen, dass sich ein Lektor zumindest etwas Zeit nimmt, stehen aber deutlich besser.

 

Tipp 5: Formalitäten beachten.

Für das, was der Nachwuchsautor dem Verlag vorlegt, gibt es klare Regeln. So schickt der Autor dem Verlag zunächst nur ein Anschreiben, ein Exposé und eine Textprobe, die höchstens 30 Seiten umfasst. Das gesamte Manuskript wird nur dann eingereicht, wenn der Verlag dies ausdrücklich so verlangt hat.

Allerdings ist das die absolute Ausnahme. Sein Anschreiben sollte der Autor an den Ansprechpartner adressieren, mit dem er zuvor gesprochen hatte. Dabei kann er ruhig auf das Telefonat verweisen. Durch das Telefonat weiß der Autor übrigens auch, ob er seine Arbeit auf dem Postweg oder per E-Mail einreichen soll. Diesen Wunsch des Verlags sollte der Nachwuchsautor unbedingt respektieren. Gleiches gilt für die Formvorgaben, die der Verlag nennt.

Im Verlag wird erst das Anschreiben kurz überflogen und anschließend das Exposé gelesen. Wenn das Exposé den Lektor nicht anspricht und sein Interesse nicht weckt, wird er sich den Auszug aus dem Manuskript gar nicht mehr vornehmen. Wichtig ist also, dass das Exposé interessant, sinnvoll aufgebaut und in sich stimmig ist. Bei der Textprobe entscheiden die ersten vier, fünf Seiten darüber, ob der Lektor weiter liest oder an dieser Stelle abbricht. Einem Profi reichen diese paar Seiten nämlich aus, um sich einen Eindruck zu verschaffen und Schwächen auszumachen.

 

Tipp 6: Geduldig sein.

Bei einem Verlag gehen jeden Monat durchschnittlich 200 Manuskripte ein, bei großen Verlagen sind es sogar noch deutlich mehr. Die Lektoren sind nicht nur dafür zuständig, die eingeschickten Manuskripte zu sichten, sondern sie haben auch noch andere Aufgaben. Bis das eigene Manuskript an der Reihe ist, dauert es deshalb mindestens drei Monate, oft sogar noch viel länger.

Irgendwann erhält der Nachwuchsautor dann eine Antwort, die eine Zusage sein kann, in sehr vielen Fällen aber eine Absage sein wird. Teilweise wird der Nachwuchsautor auch nie mehr wieder etwas von dem Verlag hören, wenn kein Interesse an seinem Werk besteht. Der Nachwuchsautor ist deshalb gut beraten, sich in Geduld zu üben. Zudem sollte er sein Manuskript immer bei mehreren Verlagen vorlegen.

 

Tipp 7: Nicht aufgeben!

Verlage sind Wirtschaftsunternehmen, die Geld verdienen wollen und müssen. Kommt ein Verlag zu dem Ergebnis, dass sich ein Buch zum ausgewählten Thema (derzeit) kaum verkaufen lässt, wird er das Manuskript ablehnen, selbst wenn das Manuskript eigentlich sehr gut geschrieben, ansprechend und interessant ist. Der Nachwuchsautor sollte sich deshalb auf keinen Fall entmutigen lassen oder seine Schreiberei aufgeben. Irgendwann wird er mit seinen Werken den Zeitgeist treffen und den richtigen Verlag finden!

Keine gute Idee ist es, sich an einen Druckkostenzuschussverlag zu wenden. Solche Verlage sind flexibler bei der Auswahl, weil der Autor einen großen Teil der Kosten selbst übernimmt. Allerdings hat die Zusammenarbeit mit einem Druckkostenzuschussverlag zwei Nachteile. Zum einen möchte der Autor mit seiner Schreibarbeit ja Geld verdienen und nicht dafür bezahlen, dass jemand seine Arbeit druckt. Zum anderen wird der Autor so kaum noch eine Chance haben, später bei einem Publikumsverlag unterzukommen.

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