7 Tipps fürs Korrekturlesen von Texten 

Das Verfassen eines Textes gliedert sich in mehrere Arbeitsschritte. So gilt es zunächst, eine Idee zu entwickeln und die benötigten Informationen zusammenzutragen. Dann folgt das eigentliche Schreiben. Der Autor verpackt seine Gedanken also in Worte, erarbeitet die Struktur seines Textes und feilt an den Formulierungen.

Zum Schluss muss der fertige Text korrigiert werden. Je länger der Autor an seinem Text gearbeitet hat und je tiefer er im Thema ist, desto schwieriger fällt es ihm aber oft, kleine Rechtschreib-, Tipp- und Grammatikfehler aufzuspüren. Gut ist es dann, wenn er auf ein paar Tricks zurückzugreifen kann.

 

Der folgende Beitrag verrät 7 Tipps für Korrekturlesen von Texten:

 

Tipp 1: den Text ausdrucken

Wenn der Text noch nicht ganz fertig ist, macht es Sinn, ihn per Computer zu bearbeiten. Mit einem Textverarbeitungsprogramm ist es problemlos möglich, die Abschnitte zu verschieben, Textteile hinzuzufügen und überflüssige Passagen zu löschen. Auch Korrekturen in Sachen Rechtschreibung, Grammatik und Formatierung können leicht vorgenommen werden.

Liegt der Text bereits in seiner endgültigen Fassung vor und geht es nur noch darum, ihn letztmalig auf Fehler zu überprüfen, ist es hingegen besser, ihn auszudrucken. Auf dem Papier zu lesen, ermüdet die Augen nämlich weit weniger als das Lesen am Bildschirm. Deshalb stehen bei einem ausgedruckten Text die Chancen, Rechtschreib- und Tippfehler aufzuspüren, besser.

 

Tipp 2: das Erscheinungsbild verändern

Wenn der Autor lange an seinem Text gearbeitet hat, fallen ihm Details oft nicht mehr auf. Seine Augen haben sich nämlich an das Erscheinungsbild gewöhnt. Hilfreich kann es deshalb sein, die Optik des Textes zu verändern. Dies kann beispielsweise erfolgen, indem eine andere Schriftart gewählt, eine andere Schriftgröße eingestellt oder die Anordnung der Abschnitte verändert wird.

Die Augen lassen sich auf diese Weise austricksen, weil sie nun einen scheinbar anderen Text vor sich haben. Mit den Farben sollte der Autor aber besser nicht herumexperimentieren. Für die Augen ist eine schwarze Schrift auf einem weißen Hintergrund am angenehmsten. Andere Farbkombinationen ermüden die Augen, so dass es dann noch schwieriger wird, Fehler aufzuspüren.

 

Tipp 3: den Text langsam und laut lesen

Liest der Autor einen Text, an dem er längere Zeit gearbeitet hat, Korrektur, ergeben sich zwei Schwierigkeiten. Die erste Problematik ist, dass beim Lesen nicht jeder einzelne Buchstabe betrachtet wird. Stattdessen werden ganze Wörter auf einmal erfasst. Dadurch werden aber Tippfehler wie beispielsweise verdrehte oder fehlende Buchstaben leicht übersehen. Die zweite Problematik ist, dass der Autor tief im Thema ist.

Deshalb wird er dazu neigen, das zu lesen, was er schreiben wollte. Es kann aber durchaus sein, dass er in Wahrheit etwas anderes geschrieben hat. Wichtig ist deshalb zunächst, dass der Autor seinen Text langsam und sehr genau liest. Er sollte ihn nicht so lesen, wie er normalerweise liest.

Stattdessen sollte sich der Autor jedes Wort gut anschauen. Bewährt hat es sich außerdem, den Text laut zu lesen. Dadurch kommt ein weiterer Sinn ins Spiel, denn der Autor sieht und liest den Text nicht nur, sondern hört ihn auch. Unstimmigkeiten oder Fehler, die er mit seinen Augen nicht wahrnimmt, wird er oft über sein Gehör registrieren.  

 

Tipp 4: die Reihenfolge beim Lesen ändern

Eine sehr effektive Methode beim Korrekturlesen besteht darin, die Reihenfolge beim Lesen zu verändern. Eine bewährte Möglichkeit in diesem Zusammenhang ist, den Text rückwärts zu lesen. Auf diese Weise wird der Autor nicht nur den Inhalt ablenkt, sondern konzentriert sich auf die einzelnen Wörter.

Rechtschreib- und Tippfehler fallen so eher auf. Ist die Rechtschreibprüfung abgeschlossen, ist es ratsam, im Text hin- und herzuspringen und jeweils einen Abschnitt zu lesen. Da die Passagen so aus dem Zusammenhang gerissen sind, kann sich der Autor besser auf das konzentrieren, was dort tatsächlich steht.

 

Tipp 5: regelmäßig Pausen machen

Selbst ein erfahrener Korrektor kann nicht mehrere Stunden am Stück Korrektur lesen. Irgendwann lässt die Konzentration einfach nach und die Augen werden müde. Wichtig ist deshalb, regelmäßig Pausen einzulegen. Als grobe Faustregel in diesem Zusammenhang gilt, dass der Autor etwa eine halbe Stunde lang korrigieren und dann ungefähr fünf Minuten lang pausieren sollte.

 

Tipp 6: genug Zeit fürs Korrigieren einplanen

Der Autor sollte das Korrekturlesen seiner Texte in sein Arbeitspensum einplanen und dabei genug Zeit dafür vorsehen. Einen mehrseitigen Text nur aufmerksam zu lesen, kann schon mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Wenn dann noch Änderungen vorgenommen und Rechtschreib- oder Grammatikregeln nachgeschlagen werden müssen, verlängert sich die Dauer entsprechend.

Hinzu kommt, dass es mit einem einmaligen Korrekturlesen oft nicht getan ist. Möchte der Autor sichergehen, dass er wirklich alle Fehler und Unstimmigkeiten beseitigt hat, wird er seinen Text zwei- oder sogar dreimal durcharbeiten müssen. Ist das Zeitfenster, das für die Korrektur zur Verfügung steht, zu klein, wird der Autor Fehler übersehen.

Im Idealfall kann der Autor seine Korrekturen außerdem so planen, dass er sie mit etwas Abstand zum Schreiben des Textes durchführt. Sind seit der Fertigstellung ein, zwei Tage vergangen, hat der Autor genug Abstand zum Text gewonnen, um das zu lesen, was er tatsächlich geschrieben hat. Korrigiert der Autor den Text sofort nach der Fertigstellung, ist die Gefahr groß, dass er das liest, was er glaubt, geschrieben zu haben. 

 

Tipp 7: Hilfsmittel verwenden

Neben dem Schreiben ist auch das Lesen anderer Texte und Lektüren ein sehr effektives Mittel, um den Umgang mit der geschriebenen Sprache zu trainieren. Je mehr der Autor liest, desto eher werden ihm Rechtschreibfehler, Grammatikfehler und holprige Formulierungen ins Auge springen.

Beim Korrigieren der eigenen Texte bietet es sich natürlich an, die Rechtschreib- und Grammatikprüfung des Textverarbeitungsprogramms zu verwenden. Allein darauf sollte sich der Autor aber nicht verlassen, denn die Software wird längst nicht alle Fehler ausfindig machen. Ist sich der Autor unsicher, sollte er deshalb auf Hilfsmittel zurückgreifen. Sehr gut fährt der Autor dabei mit ganz klassischen Instrumenten wie einem Wörterbuch oder einem Lexikon.

Auch Online-Bibliotheken und Foren können weiterhelfen. Nicht zuletzt kann der Autor das amtliche Regelwerk zu Rate ziehen. Es steht als PDF-Datei auf der Internetseite des Rats für deutsche Rechtschreibung zur Verfügung.

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