7 Tipps zum Schreiben von Anleitungen 

Ob Bastelanleitung, Kochrezept, Bauplan, Schreibratgeber oder technischer Leitfaden: Anleitungen gibt es in allen möglichen Bereichen. Und wenn jemand etwas basteln, häkeln, kochen oder selbst anfertigen möchte, sucht er sich oft eine geeignete Anleitung dazu heraus.

Dabei kann die Anleitung tatsächlich als Anleitung im eigentlichen Sinne dienen und Schritt für Schritt nachgearbeitet werden. Genauso kann die Anleitung aber auch nur eine Orientierungshilfe sein, die die passende Idee oder die richtige Anregung liefert. Doch damit eine Anleitung das gewünschte Ziel erreicht, muss sie gut geschrieben sein.

Der Leser muss sie verstehen, nachvollziehen und ohne große Schwierigkeiten nacharbeiten können. Aber wie gelingt es, eine solche Anleitung zu schreiben? Worauf gilt es zu achten?

 

Der folgende Ratgeber verrät die sieben wichtigsten Tipps zum Schreiben von Anleitungen!:

 

Tipp 1: Ein geeignetes Thema auswählen.

Grundsätzlich sollte der Verfasser einen Themenbereich für seine Anleitungen auswählen, mit dem er vertraut ist. Hatte der Verfasser beispielsweise selbst noch nie eine Häkelnadel und Wolle in der Hand, dürfte es schwierig bis unmöglich werden, eine gelungene Häkelanleitung zu schreiben. Anders als bei einem normalen Artikel reicht es für eine Anleitung meist nicht aus, sich nur in das Thema einzulesen. Denn wenn der Verfasser die Vorgehensweise und die Arbeitsschritte nicht kennt, kann er sie dem Leser auch nicht vermitteln.

Vor allem bei den ersten Anleitungen ist es außerdem ratsam, die jeweilige Anleitung vor oder beim Schreiben nachzuarbeiten. Zum einen wird es dem Verfasser dadurch leichter fallen, die Handgriffe zu beschreiben. Zum anderen kann sich der Verfasser so sicher sein, dass seine Anleitung auch tatsächlich funktioniert.

Schließlich ist es für den Leser sehr ärgerlich, wenn er sich die Materialien besorgt und dann feststellen muss, dass seine ganze Arbeit wegen eines Fehlers in der Anleitung umsonst war. Und nebenbei hat der Verfasser gleich ein paar Bilder für seine Anleitung, wenn er die Arbeitsschritte beim Nacharbeiten fotografiert.

 

Tipp 2: Einen aussagekräftigen Titel formulieren.

Wenn ein Leser nach einer Anleitung, Idee oder Anregung sucht, dann möchte er sich nicht erst durch den ganzen Text durcharbeiten. Stattdessen will er von Anfang an wissen, worum es in der Anleitung geht. Danach entscheidet er, ob die Anleitung ihm weiterhelfen oder die beschriebene Arbeit seinen Geschmack treffen könnte. Wichtig ist deshalb, den Titel einfach, klar und aussagekräftig zu formulieren.

Im Idealfall fasst der Titel dabei den Inhalt der Anleitung in einem Satz zusammen. Handelt es sich beispielsweise um eine Anleitung zum Binden von Krawatten, könnte ein griffiger Titel „Eine Krawatte binden – so geht’s!“ lauten. So hat der Leser direkt eine Vorstellung davon, was ihn erwartet.

Würde der Titel hingegen „Stilvolle Krawatte zum Business-Outfit“ lauten, weiß der Leser nicht, ob es sich um einen Artikel über Krawatten, einen Text über Business-Outfits oder um eine Anleitung handelt. Ein Titel wie „Wie Sie seidene Krawatten stilvoll mit dem Windsor-Knoten binden“ wiederum klingt viel zu kompliziert und umständlich.

 

Tipp 3: Die Anleitung logisch und übersichtlich gliedern.

Eine Anleitung sollte kein Fließtext sein. Stattdessen sollte der Verfasser seine Anleitung in sinnvolle Abschnitte aufteilen. Dadurch wird die Anleitung übersichtlich und der Leser findet sich mühelos zurecht.

Bewährt hat sich dabei folgender Aufbau:

Einleitung: Den Anfang macht eine kurze Einleitung. In dieser Einleitung kann der Verfasser die folgende Anleitung in wenigen Worten zusammenfassen, ein paar Hintergrundinfos vermitteln oder den Leser auf das Thema einstimmen. Daneben kann der Verfasser berichten, wie er auf die Idee gekommen ist oder was dafür spricht, den jeweiligen Gegenstand selbst anzufertigen. Insgesamt sollte die Einleitung aber eher kurz gehalten sein. Außerdem darf der Verfasser nicht aus den Augen verlieren, dass er eine Anleitung schreibt. Sein Ziel ist also, dem Leser die notwendigen Arbeitsschritte für die Umsetzung des jeweiligen Projekts zu vermitteln. Deshalb sollte die Einleitung den Leser zum eigentlichen Inhalt des Textes führen und nicht davon ablenken oder unnötig lange aufhalten. 

Materialliste: Werden bestimmte Materialien benötigt, um die Anleitung nacharbeiten zu können, sollte der Verfasser diese in einer Liste aufführen. Damit die Liste nicht zu lang und damit abschreckend wirkt, kann er dabei in der Materialliste nur die speziellen Utensilien für das Projekt benennen. Werkzeuge, Geräte und Hilfsmittel, die zwar ebenfalls notwendig, aber ohnehin in jedem Haushalt vorhanden sind, kann er in einer Aufzählung oder einem Satz unter der Liste zusammenfassen.

Arbeitsabläufe Schritt für Schritt: Damit der Leser die Anleitung nachvollziehen kann, sollte der Verfasser die einzelnen Arbeitsschritte aufteilen und jeweils separat beschreiben. Eine Nummerierung der einzelnen Schritte hilft dem Leser dabei, nachzuvollziehen, wann was in welcher Reihenfolge gemacht wird. Pro Abschnitt sollte der Verfasser immer nur einen Arbeitsschritt beschreiben. Andernfalls besteht die Gefahr, dass der Leser einen Arbeitsgang überliest. Ob der Verfasser seinen Abschnitten kurze, zusammenfassende Zwischenüberschriften gibt oder ob er es bei der reinen Gliederung belässt, bleibt seinem Geschmack überlassen.

 

Tipp 4: Bilder einfügen.

Natürlich muss nicht jede Anleitung bebildert sein. Einfache Anleitungen kommen oft komplett ohne Bilder aus, bei anderen Anleitungen genügt es völlig, wenn ein, zwei grundlegende Schritte bildlich dargestellt sind. Aber es gibt eben auch Arbeitsschritte und Handgriffe, die sich mit Text nur schwer beschreiben lassen.

Dadurch kann eine Anleitung in der Theorie furchtbar kompliziert klingen, obwohl die Arbeitsabläufe in der Praxis eigentlich ganz einfach sind. Auch Maße und Positionen können verwirrend sein, wenn sie nur in Textform beschrieben sind. In solchen Fällen ist es für den Leser deshalb sehr hilfreich, wenn er Bilder sieht.

Denn durch Bilder wird der Text anschaulicher. Dabei kann der Verfasser Fotos einfügen oder mit Zeichnungen und Grafiken arbeiten. Viele Leser wissen es außerdem zu schätzen, wenn gleich zu Beginn der Anleitung abgebildet ist, wie das fertige Objekt aussehen wird.

 

Tipp 5: Zusätzliche Infos und Tipps vermitteln.

Ist die eigentliche Anleitung abgeschlossen, kann der Verfasser darunter ein paar Zusatzhinweise geben oder Extra-Tipps verraten. Dabei kann es sich um Fragen oder Schwierigkeiten handeln, die häufiger auftreten und für die der Verfasser Lösungen anbietet. Oder der Verfasser kann auf mögliche Abwandlungen und Variationen hinweisen.

Vielleicht hat der Verfasser auch den einen oder anderen Tipp parat, wo der Leser die benötigten Materialien bekommen kann. Solche hilfreichen Zusatzinfos sind in einem eigenen Abschnitt gut aufgehoben. Fügt der Verfasser sie in die eigentliche Anleitung ein, könnten sie Verwirrung stiften.

 

Tipp 6: In einem eher einfachen Stil schreiben.

Bei einer Anleitung sollte der Verfasser einen eher einfachen und klar verständlichen Schreibstil wählen. Kurze Sätze und gängige Formulierungen sind viel leichter nachzuvollziehen als lange Schachtelsätze und komplexe Konstruktionen. Kein Leser wird Lust haben, eine Anleitung nachzuarbeiten, die er erst fünfmal lesen muss, um überhaupt etwas davon zu verstehen. Vorsicht ist auch bei Abkürzungen geboten.

Gibt es in dem jeweiligen Bereich gebräuchliche Abkürzungen, die jedem ein Begriff sind, kann der Verfasser sie natürlich verwenden. Sicherheitshalber sollte er dann aber in einer kurzen Legende unter der Anleitung noch einmal auflisten, wofür die Abkürzungen stehen. Besteht die Anleitung aber nur aus Abkürzungen, wird sie vor allem für einen Anfänger kaum zu verstehen sein.

 

Tipp 7: Unnötige Informationen weglassen.

Grundsätzlich gilt, dass sich eine Anleitung auf das Wesentliche beschränken sollte. Der Verfasser sollte also alle Informationen vermitteln, die notwendig sind, um die Arbeitsschritte durchzuführen. Unnötige Infos kann er hingegen ruhigen Gewissens weglassen. Allerdings sollte der Verfasser nicht von sich ausgehen, wenn er entscheidet, was notwendig und was unnötig ist. Hat er ähnliche Projekte schon mehrfach durchgeführt, sind ihm viele Handgriffe nämlich vermutlich klar und für ihn auch ganz selbstverständlich.

Ein Leser, der sich zum ersten Mal mit einem solchen Projekt beschäftigt oder wenig Erfahrung hat, wird aber vielleicht nicht alles wissen. Der Verfasser sollte sich deshalb immer in seine Leser hineinversetzen. Hierzu gehört übrigens auch, zu überlegen, an wen sich die Anleitung eigentlich richtet.

Eine Anleitung für Kinder etwa muss anders geschrieben werden als für Erwachsene. Ideal ist, wenn der Verfasser jemanden bitten kann, die Anleitung durchzulesen. Ist die Anleitung für diesen Leser leicht verständlich und enthält sie aus seiner Sicht alle notwendigen Informationen, ist sie gelungen.

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