Als Autor Lesungen organisieren und so das Buch vermarkten

 

Nach der Veröffentlichung eines Buches steht die Vermarktung auf dem Programm. Schließlich soll das Buch nicht nur irgendwo zwischen all den anderen Büchern in den Regalen der Buchhandlungen landen, sondern möglichst viele Leser finden.

Mit ein wenig Glück stehen dem Autor ein Verlag oder eine Literaturagentur zur Seite, die sich um das Marketing kümmern und alles Wichtige organisieren. Andernfalls muss der Autor selbst aktiv werden und die Werbetrommel für sich und sein Werk rühren.  

Ein wichtiger Baustein bei der Vermarktung des eigenen Buches sind Rezensionen in Tageszeitungen und Wochenblättern. Ein Autor, der sich noch keinen Namen gemacht hat und nicht über sehr gute Medienkontakte verfügt, wird es eher schwer haben, die Kulturredaktionen der großen, überregionalen Zeitungen davon zu überzeugen, eine Buchrezension oder ein Autorenportrait zu veröffentlichen.

Sinnvoller ist deshalb, wenn sich der Autor zunächst an die regionalen Tages- und Wochenzeitungen in seinem Umfeld wendet. Sie sind meist gerne bereit, über Autoren aus der Region und deren Werke zu schreiben. Um seine Chancen zu erhöhen, sollte der Autor aber Vorarbeit leisten.

Die wenigsten Redakteure haben nämlich die Zeit, sich intensiv mit einem Buch auseinanderzusetzen und umfangreiche Recherchen über den Autor anzustellen. Deshalb ist es ratsam, einen pressetauglichen Text über das Buch zu verfassen. Der Text sollte das Buch präzise vorstellen und das Interesse daran wecken, sich gleichzeitig aber auf das Wesentliche beschränken. Länger als 2.500 Zeichen sollte der Text nicht sein. Zusammen mit der Buchvorstellung sollte der Autor außerdem eine Kurzbiographie einreichen.

 

Als Autor Lesungen organisieren und so das Buch vermarkten

Ein anderer wichtiger und effektiver Baustein sind Lesungen. Lesungen sind eine hervorragende Möglichkeit, um dem Buch ein Gesicht zu geben und sich potentiellen Lesern vorzustellen. Wenn die Leser nicht nur ein Buch in den Regalen sehen, sondern wissen, wer sich hinter dem Buch verbirgt, steigt ihre Bereitschaft, das Buch zu kaufen und zu lesen. Außerdem können bei Lesungen verschiedene Kontakte geknüpft werden.

Als Veranstaltungsort für Lesungen bieten sich natürlich in erster Linie Buchhandlungen, Bibliotheken und Literaturcafés an. Je nach Buch kommen aber auch andere Orte für eine Lesung in Frage, beispielsweise Schulen, Hotels, Ausflugsschiffe, das örtliche Tierheim, Museen und Galerien oder verschiedenste Geschäfte von der Modeboutique bis zum Lebensmittelladen.

Ähnlich wie beim Schreiben des Buches ist also auch bei der Auswahl der Veranstaltungsorte für Lesungen ein wenig Kreativität gefragt. Zudem braucht der Autor Durchhaltevermögen, denn nicht jeder, der wegen einer Lesung in seinen Räumen angesprochen wird, wird gleich begeistert zustimmen.

 

Sind Orte und Termine für Lesungen gefunden, sollte der Autor ein paar Tipps beherzigen,
damit die Lesungen auch tatsächlich ein Erfolg werden:

 

·         Bevor die erste eigene Lesung stattfindet, sollte der Autor möglichst viele Lesungen anderer Autoren besuchen. Dadurch kann er sich Ideen holen und ein paar Kniffe abschauen. Gleichzeitig entdeckt er möglicherweise Fehler, die er selbst dann vermeiden kann. 

·         Nicht jede Passage eines Buches eignet sich, um vorgelesen zu werden. Wichtig ist daher, prägnante Stellen auszuwählen, die einen Einblick in das Buch verschaffen und die Zuhörer gleichzeitig dazu animieren, das Buch selbst weiter zu lesen.

·         Eine Lesung sollte nicht zu lang und vor allem nicht langweilig sein. Es bringt nicht viel, wenn der Autor zwei Stunden lang einfach nur aus seinem Buch vorliest. Lesen können die Zuhörer selbst. Interessanter wird es, wenn der Autor jeweils nur kurze Ausschnitte vorliest und dazwischen frei über die Handlung erzählt. Die Lesung sollte dann im Idealfall mit einer spannenden Schlüsselstelle enden. Dass der Autor nicht verraten sollte, wie sein Werk endet, versteht sich von selbst.

·         Eine Lesung dient immer auch dazu, sich vorzustellen und Kontakte zu knüpfen. Der Autor sollte sich deshalb nicht nur auf das Vorlesen konzentrieren. Stattdessen sollte er seinem Publikum auch etwas von sich erzählen, Fragen beantworten und auf Signierungswünsche eingehen.

·         Auch wenn der Autor im Vorfeld Werbung für seine Lesung gemacht hat, indem er beispielsweise Plakate aufgehängt, Flyer ausgelegt oder in Internetforen über das anstehende Event berichtet hat, kann es passieren, dass nur ein paar Besucher erscheinen. Davon sollte sich der Autor nicht entmutigen lassen, denn schließlich haben die meisten klein angefangen. Noch wichtiger ist aber, den Besuchern die Enttäuschung nicht zu zeigen. Der Autor sollte bei seinen Lesungen also immer 100 Prozent geben, egal ob zwei, zwanzig oder zweihundert Zuhörer vor ihm sitzen.   

 

Ein Wort zum Honorar für Lesungen

Autorenverbände nennen etwa 300 Euro plus Spesen als angemessenes Honorar für einen Autor, der eine Einzellesung veranstaltet. Ob ein unbekannter Autor, der sein Erstlingswerk präsentieren möchte, gleich in dieser Größenordnung einsteigen sollte, ist jedoch fraglich.

Buchhandlungen, Bibliotheken, kleine Literaturcafés, Hotels und andere Geschäfte bieten zwar gerne Lesungen als besondere Schmankerl für ihre Kunden an, größere Autorenhonorare sind im Budget aber oft einfach nicht drin. Wenn selbst wenn sie die finanziellen Mittel haben, entscheiden sie sich doch eher für einen bekannten Autor, dessen Name mit großer Wahrscheinlichkeit tatsächlich auch Besucher anlockt.

Ein unbekannter Neuling sollte deshalb nicht zu hoch pokern. Natürlich soll und darf sich der Autor nicht unter Wert verkaufen oder für die Möglichkeit, eine Lesung zu halten, gar noch Geld drauflegen. Schließlich profitiert auch der Veranstalter von einem solchen Event. Statt zu riskieren, eine Absage zu erhalten, sollte der Autor seine Rechnung jedoch nicht zu hoch ansetzen.

In der Praxis hat sich zusätzlich zu den Reisekosten eine Größenordnung zwischen 50 und 100 Euro bewährt. Durch einen solchen Betrag gehen ernsthaft interessierte Veranstalter kein großes finanzielles Risiko ein, die Kosten sind schnell wieder eingeholt und der Autor hat das gute Gefühl, nicht umsonst gearbeitet zu haben.

 

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