Basiswissen:

Konflikte in Geschichten

Egal ob es um eine Kurzgeschichte oder einen langen Roman geht, eine Geschichte erzählt immer einen Konflikt. Auf diesem Konflikt baut die Handlung auf, aus dem Konflikt ergibt sich der Spannungsbogen und der Konflikt prägt die Figuren und ihr Verhalten. Aber was bedeutet das?

Hier etwas Basiswissen zum Thema Konflikte in Geschichten:

Was ist überhaupt ein Konflikt?

Das Wort Konflikt leitet sich vom lateinischen confligere ab, was übersetzt zusammentreffen oder kämpfen bedeutet. In diesem Sinne beschreibt ein Konflikt eine Auseinadersetzung. Allerdings muss es sich bei dieser Auseinandersetzung nicht zwangsläufig um einen Kampf handeln, der körperlich ausgetragen wird. Stattdessen kann ein Konflikt auch die Auseinandersetzung mit Interessen, Vorstellungen, Werten oder Zielen beschreiben, die nicht miteinander vereinbar sind oder unvereinbar zu sein scheinen.

In einer Geschichte entsteht ein Konflikt dadurch, dass der Protagonist unbedingt ein bestimmtes Ziel erreichen möchte und eine andere Person, ein Umstand oder ein Ereignis diesem Ziel entgegensteht. Der Konfliktgegner wird als Antagonist bezeichnet. In vielen Geschichten ist der Antagonist daran zu erkennen, dass er das Gegenteil vom Protagonisten ist, also beispielsweise Held und Bösewicht, Polizist und Verbrecher oder gute Fee und Hexe.

In anderen Geschichten gestaltet sich der Konflikt subtiler, weil es den klassischen, auf den ersten Blick erkennbaren Bösewicht nicht gibt. Der Konflikt ergibt sich dann aus den Zielen oder Interessen des Protagonisten und des Antagonisten, die unvereinbar sind. So kann der beste Freund zum Konfliktgegner werden, wenn er sich in die gleiche Frau verliebt wie der Protagonist, oder die Mutter, die hinterrücks Intrigen gegen ihre künftige Schwiegertochter spinnt.

Aber auch eine scheinbar banale und alltägliche Frage kann sich zum Konflikt entwickeln, etwa wenn sie Theaterkarten besorgt hat, er hingegen lieber mit seinen Kumpels ein Bier trinken gehen möchte. Der Antagonist muss allerdings nicht immer eine andere menschliche Figur sein.

Genauso können ein Tier, ein Phantasiewesen oder auch ein Sturm, ein Gewitter oder ein See, den es zu überqueren gilt, die Rolle des Gegenspielers übernehmen. Zudem können der Protagonist und der Antagonist auch ein und dieselbe Person sein.

Worauf kommt es bei einem Konflikt an?

Der Konflikt ist letztlich das Element, das eine Geschichte zum Leben erweckt und sie am Leben hält. Damit ein Konflikt diese Funktion erfüllen kann, sind jedoch zwei Punkte entscheidend. Der erste Punkt ist, dass sich der Protagonist und der Antagonist mindestens auf Augenhöhe begegnen sollten.

Ist der Protagonist mächtiger, stärker, schlauer oder dem Antagonisten anderweitig deutlich überlegen, wird die Geschichte schnell langweilig. Der Leser weiß nämlich, dass es ohnehin nur eine Frage der Zeit ist, bis der Protagonist gewinnt. Wird ein solcher Konflikt dann auch noch unnötig in die Länge gezogen, fühlt sich der Leser fast schon ein wenig auf den Arm genommen. Andersherum gewinnt eine Geschichte umso mehr an Spannung, je übermächtiger der Antagonist erscheint. In diesem Fall hofft der Leser nämlich, dass es der Protagonist am Ende schaffen wird.

Der zweite Punkt ist, dass dem Leser klar sein muss, warum sich der Protagonist dem Konflikt überhaupt stellt. Natürlich dürfen sich sowohl der Leser als auch der Protagonist gelegentlich die Frage stellen, ob es nicht besser wäre, das Ziel aufzugeben und dem Konflikt aus dem Weg zu gehen. Unterm Strich sollte aber kein Zweifel daran bestehen, dass es sich auf jeden Fall lohnt, den Konflikt auszutragen.

Welche Konflikte in Geschichten gibt es?

In einer Geschichte können verschiedene Konflikte auftreten. So lassen sich zunächst einmal äußere und innere Konflikte voneinander unterscheiden. Ein äußerer Konflikt ist gegeben, wenn eine andere Person, ein Umstand, eine Situation oder ein anderer Sachverhalt zum Konfliktgegner wird. Sind es hingegen die Eigenschaften, die Interessen oder die Gefühle des Protagonisten, durch die er sich selbst im Wege steht und die er in einem inneren Kampf besiegen muss, um das Ziel zu erreichen, handelt es sich um einen inneren Konflikt.

In vielen Geschichten begleitet ein innerer Konflikt den äußeren Konflikt. Durch den inneren Konflikt wird der Protagonist lebendig und glaubhaft, außerdem ermöglicht er dem Protagonisten, Entscheidungen zu treffen und sich zu entwickeln.

Neben dem äußeren und dem inneren Konflikt werden der Hauptkonflikt und die Nebenkonflikte voneinander unterschieden. Der Hauptkonflikt wird auch als zentraler Konflikt bezeichnet und ist die Auseinandersetzung, die die Geschichte bestimmt. Da der Hauptkonflikt im Mittelpunkt steht und darüber entscheidet, wie die Geschichte beginnt, sich entwickelt und endet, ist er immer auch der Konflikt, dem sich der Protagonist stellt.

Dabei kann der Hauptkonflikt sowohl ein äußerer als auch ein innerer Konflikt sein. In den meisten Geschichten gibt es neben dem Hauptkonflikt aber noch einen oder mehrere Nebenkonflikte. Ein Nebenkonflikt kann ein Konflikt sein, der sich im Verlauf der Geschichte entwickelt, der eine Folge des Hauptkonflikts ist oder der in einem Nebenstrang der Handlung entsteht. In einigen Geschichten trägt der Protagonist sowohl den Hauptkonflikt als auch einen oder mehrere Nebenkonflikte als innere oder als äußere Konflikte aus.

Möglich ist aber auch, dass sich der Antagonist oder eine Nebenfigur mit einem Nebenkonflikt konfrontiert sehen. Oft laufen der Haupt- und die Nebenkonflikte dann irgendwann zusammen und enden mit einer gemeinsamen Lösung. Generell muss ein Nebenkonflikt nicht so detailliert beschrieben werden wie der Hauptkonflikt. Trotzdem sollte er wichtig und spannend genug sein, so dass sich der Leser auch für den Nebenschauplatz interessiert. Außerdem gilt grundsätzlich für alle Arten von Konflikten, dass sie am Ende aufgelöst sein sollten.

Mehr Anleitungen, Tipps und Vorlagen:

Thema: Basiswissen – Konflikte in Geschichten

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