Roman schreiben

Roman schreiben

 

Der Roman gilt als Königsdisziplin der Belletristik und ist bei Lesern wie bei Verlagen gleichermaßen gerne gesehen. Romane verkaufen sich besser als andere literarische Gattungen, so dass ein Autor mit einem Roman recht gute Chancen auf die Veröffentlichung seines Werkes hat.

Merkmale

Nun stellt sich jedoch zunächst die Frage, was ein Roman überhaupt ist oder genauer gesagt, welche Merkmale einen Roman auszeichnen. Den Roman als literarische Gattung gibt es seit dem 17. Jahrhundert und das markanteste Merkmal eines Romans ist sein Umfang. Aus Sicht der Literaturwissenschaft stellt ein Roman die Langform der Erzählung dar.

Übertragen auf die Praxis für den Autor bedeutet das, dass ein Roman mindestens 150 Seiten umfasst, die meisten Romane bewegen sich zwischen 250 und 400 Seiten, wobei es nach oben keine Grenzen gibt. Der Umfang ist gleichzeitig auch der Grund dafür, weshalb Romane so beliebt sind, denn Romane bieten lang anhaltendes Lesevergnügen und ermöglichen den Lesern, regelrecht in die geschilderte Welt einzutauchen.

Gleichzeitig gehören Romane aber nicht umsonst zur Königsdisziplin. So wird kein Leser einen Roman lesen wollen, der schlichtweg langweilig und nichtssagend ist. Das bedeutet, der Autor muss das Roman schreiben ebenso lernen und üben, wie jedes andere Handwerk auch.

 

Anleitung zum Roman schreiben

 

Eine konkrete Anleitung für das Roman schreiben gliedert sich in drei wesentliche Phasen. Jeder Autor arbeitet zwar anders und jeder Roman ist einzigartig, die grundlegende Vorgehensweise beim Schreiben von Romanen ist jedoch immer gleich.

 

Die drei Phasen beim Schreiben bestehen aus der Planung, dem Schreiben und dem Überarbeiten des Romans: 

1.)

Der erste Schritt der Planung beginnt mit einer Idee, die zu dem Thema des Romans reift. Ein Thema für den Roman ist die Grundvoraussetzung für alle weiteren Arbeitsschritte. In der Phase der Planung macht sich der Autor Notizen, recherchiert, trägt Inhalte und Ideen zusammen, entwickelt Charaktere, erstellt die Biografien seiner Protagonisten und legt die Schauplätze fest.

Dabei muss der Roman nicht vollständig durchdacht sein. Während einige Autoren nur den Anfang ihres Romans kennen und die eigentliche Geschichte erst während des Schreibens entstehen lassen, kennen andere Autoren nur das Ende ihrer Geschichte oder sind sich lediglich darüber im Klaren, um welchen zentralen Aspekt es in ihrem Roman gehen soll.

Im Zuge der Planung geht es somit vor allem darum, das Grundgerüst für den Roman zu erarbeiten, also eine Art Bauplan anzufertigen.

2.)

In der zweiten Phase geht es dann mit dem eigentlichen Schreiben des Romans weiter. Grundsätzlich unterliegt der Roman als offenste literarische Form keinen formalen oder stilistischen Anforderungen. Das bedeutet, der Autor muss sich keineswegs auf Erzählungen beschränken, sondern kann genauso mit Briefen, Tagebuchaufzeichnungen oder Monologen und Dialogen arbeiten.

Für das Schreiben von Romanen gilt letztlich nur eine einzige Regel, nämlich dass der Roman gestaltet sein muss. Das bedeutet, der Roman muss eine Geschichte erzählen, die einen Anfang, einen Mittelteil und einen Schluss hat und dabei strukturiert und sinnvoll aufgebaut ist. Romane erzählen zwar vom Leben, allerdings ohne unwichtige Kleinigkeiten, sondern in gestalteter, bearbeiteter und aufbereiteter Form.

Welches Thema der Autor für seinen Roman wählt, bleibt ihm überlassen. Ein Roman kann sich auf einen bestimmten Moment beschränken, einen kurzen Lebensabschnitt wiedergeben, ein ganzes Leben erzählen oder sich über das Leben von mehreren Generationen erstrecken.

Genauso kann ein Roman unterschiedliche Schauplätze und mehrere Handlungsstränge haben und in mehreren Zeitebenen spielen. An diesem Punkt wird klar, weshalb die Phase der Planung so wichtig ist, denn ohne eine Idee und ein Grundgerüst dürfte es kaum möglich sein, den Spannungsbogen über viele Seiten aufrecht zu erhalten und die Handlungsstränge sowie die einzelnen Romanfiguren miteinander zu verknüpfen.

3.)

Die dritte Phase schließlich ist die Überarbeitungsphase. Diese sollte jedoch nicht unmittelbar beginnen, nachdem die intensive Phase des Schreibens beendet ist. Stattdessen sollte das Manuskript einige Zeit lang ruhen, damit der Autor den nötigen Abstand gewinnen kann.

Für das Überarbeiten gibt es zwei wesentliche Tipps:

Zum einen sollte der Autor möglichst kritisch sein und zum anderen sollte er versuchen, seinen Roman nicht als Autor, sondern als Leser zu lesen. Aus Sicht des Lesers wird viel deutlicher, an welchen Stellen die Spannung abfällt, welche Passagen den Lesefluss hindern oder wann sich die Romanfiguren unglaubwürdig und unpassend verhalten.

Als Grundregel gilt, dass alle die Passagen, die überflüssig sind und für die Handlung eher hinderlich sind, ersatzlos gestrichen werden. Sinnvoll ist zudem, andere Personen um ihre Meinung und ihre konstruktive Kritik zu bitten. Der Roman ist dann fertig und bereit für die Vorlage beim Verlag, wenn der Autor voller Überzeugung sagen kann, dass er als Leser diesen Roman gerne von der ersten bis zur letzten Seite lesen würde.

 

Weiterführende Anleitungen, Muster und Tipps zum Schreiben:

  • Testament schreiben
  • Beschwerde schreiben
  • Reklamation schreiben
  • Reisereklamation schreiben
  • Glückwünsche schreiben
  •  

    Thema: Roman schreiben

    6 Responses to “Roman schreiben”

    1. jp Says:

      hey ich hab diese tipps ma ausprobiert und es hat nichts gebracht:((

    2. BK Says:

      Hey jp

      Ich bin zwar nicht Verfasser dieses kurzen Textes aber folgende Punkte fallen mir auf wenn ich deinen Kommentar lese.
      -wenn du einen Kommentar schreibst der eine Zeile lang ist, ohne Satzzeichen oder Orthographie wäre es möglich das du dir beim schreiben nicht ausreichend Mühe gibst?
      -vielleicht kann dir hier in den Kommentaren nur schwer geholfen werden aber eventuell hilft es wenn du näheres schreibst weshalb genau dir das schreiben schwer fällt, oder wo dein Problem liegt.
      -Beachte doch einmal das Zitat im Text : “Gleichzeitig gehören Romane aber nicht umsonst zur Königsdisziplin. So wird kein Leser einen Roman lesen wollen, der schlichtweg langweilig und nichtssagend ist. Das bedeutet, der Autor muss das Roman schreiben ebenso lernen und üben, wie jedes andere Handwerk auch.” Zitat Ende. Üb einfach weiter dann klappt das schon. Mein erster “Roman” ist auch gefloppt weil mir die Idee nach 190 fertigen Seiten nicht mehr gefallen hat. Versuchs weiter. Wenn dir das schreiben Spaß macht und du merkst das du gut mit den Wörtern umgehen kannst wird sich das alles schon irgendwann einstellen.

      Viel Spaß beim schreiben.

      Benjamin

    3. GraceJackson Says:

      Hallo :)

      Ich muss ehrlich zugeben, die Tipps bzw. die “Anleitung” grob gesagt haben mir sehr geholfen. Es ist sehr detailliert erklärt und man kann, wenn man sich die Tipps zu Herzen nimmt, sehr viel daraus mitnehmen! Super!
      Bei mir hat es vor allem bei der Vorbereitung nicht wirklich geklappt, da ich immer so voller Enthusiasmus und Energie war, dass ich einen ganzen Roman in einem Tag fertig haben wollte. Nun, da ich diese Eigenschaft ein wenig in den Griff bekommen konnte, stellt sich mir ein erneutes Problem:
      Ich schreibe sehr oft dieselben Wörter, nicht im Sinne dass ich schreibe “und dann, und dann, und dann”. Es ist einfach nicht wirklich eine Spannung da.
      Es ist keineswegs so, dass ich einen zu kleinen Wortschatz besitze, jedoch fällt mir einfach immer wie mehr auf, dass ich dieselben langweiligen Sätze tippe. Obwohl ich ab und an mit Synonymen arbeite und so viel Gefühl wie möglich in meinen Roman hineinstecke, habe ich das Gefühl, dass meine Texte langweilig und öde sind, es passiert einfach nichts. Ich meine, ich schreibe sehr gerne die Gefühle und die momentane Stimmungslage der Charaktere. Aber wird das nicht einmal zu eintönig?
      Auch mir ist bewusst, wie bereits erwähnt wurde, dass man nicht beim ersten Mal alles perfekt hin bekommt, jedoch geben mir die zwei weiteren, angefangenen Romane in meinen Ordnern und auf meinem Laptop ein wenig zu denken, denn bei beiden trifft der oben genannte Fall ein. Es ist schlicht weg langweilig. Wie kann ich ein wenig Schwung in meine Geschichten bringen? :)
      Vielen Dank schon im Voraus für Tipps.

      Liebe Grüsse GraceJackson

    4. ReaderT2 Says:

      Hallo :-)

      es ist zwar schon ein Vierteljahr her, dass die Frage kam, aber ich fand die Seite zufällig gerade erst.

      Mir fällt es schwer dran zu bleiben, also über die ersten Seiten hinaus zu kommen, weil der Schreibelan nachlässt. Unter anderem auch weil mir manches zu langweilig vorkommt und die blühende Inspiration nicht lang genug anhält um sich in Worte fassen zu lassen.

      Da würde mir wohl dieses “langweilig” schreiben, mit vielen “und dann” ziemlich helfen um den Text nicht mittendrin aufzugeben, sondern fertig zu schreiben.

      Doch was nun mit 200 Seiten Langeweile pur?

      An der Stelle, von der ich noch träume, beginnt die Phase Drei, die Überarbeitung.
      Also nochmal den Plan hervorholen, schauen was geplant war und was nun dasteht.

      Er fuhr mit dem Fahrrad die Straße entlang. – Ganz nett, aber ziemlich nichtssagend.

      Wenn der Leser aber vorab erfährt, dass 50 Meter weiter jemand darauf lauert ein Fahrrad zu klauen, sieht die Sache schon ein wenig anders aus.
      Wenn wir unseren Radfahrer nun noch ganz verträumt durch die Gegend radeln lassen, weil er am Bahnhof darauf hofft, seine Freundin zu treffen, die für zwei Wochen verreisen will, was wir wissen, er aber noch nicht ahnt, sieht das Ganze schon ein Stück anders aus.

      Durch die Überarbeitung, die nicht nur Streichung bedeutet, kann sich noch eine Nebenhandlung ergeben, die im Original noch gar nicht drin war. Vielleicht kommen auch neue Zusammenhänge, die erst durch den komplett vorliegenden Text einen Sinn ergeben.

      Der Ursprungstext sollte die Rohfassung sein, aus der sich dann ein lesenswerter Roman ergibt.

      Viel Spaß beim schreiben und beim überarbeiten des Textes.

    5. Julius Says:

      Das ist mal eine gute Anleitung für Leute die eines Morgens aufstehen und beschließen ein Roman zu schreiben, ohne eine Ahnung davon zu habe was sie da eigentlich tun. Ist schön gegliedert und verschafft einen Überblick über die wichtigsten Punkte.
      Ein Buch zu schreiben ist wie Kuchen backen. Zuerst muss man wissen was man backen möchte. Dann besorgt man sich ein Rezept aus dem Regal der eigenen Phantasie, und trägt die Zutaten zusammen. Anschließend wird der Kuchen gebacken bis er fertig ist, um ihn dann abkühlen zu lassen. Wenn das erledigt ist, verziert man ihn nach Belieben, und erst wenn der Kuchen von den andren bis auf den letzten Krümmel vom Teller verputzt wurde, kann man ihn für gut befinden oder eben nicht. Das entscheiden die verschiedenen Geschmäcker derer, denen man den Kuchen vorsetzt. Aber in erster Linie sollte man für sich selbst backen weil es einem selber gefällt und gut schmeckt.

    6. Fevzi Says:

      Also ich schreibe schon seit dem 03.06.2003 (über 10 Jahre) und mir ist noch nicht langweilig geworden oder sowas. Erst habe ich mit dieser Idee angefangen als Tagebuch zusammenzufassen und dann habe ich mich dazu entschlossen es irgendwann zum Roman zu bearbeiten. Heute habe ich mehr als 1500-2000 Seiten.
      Ich habe auch im Randomhouseverlag angerufen und gefragt, was ich machen könnte…
      Die Sachbearbeiterin sagte doch: Schreiben sie alles was ihnen einfällt, es müssen nicht nur ihre Tageserlebnisse sein.

      Ein anderer spanischer Freund von mir meinte, schreib über alles: Religionen wie zb Islam, Titanic, Sehenswürdigkeiten, über die Türkei, (ich fügte noch bei) Ankara und Istanbul, Cheops Pyramide von Ägypten, Tutanchamun, Sphinxkatze, Chephren) uvm…

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