Erzählung Aufbau

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Erzählung Aufbau 

Die Erzählung als Textgattung baut sich aus einer Einleitung, einem Hauptteil mit Spannungsbogen und einem Schlussteil auf. Dabei hat jeder dieser drei Teile seine Aufgabe.

 

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • ·         Eine Erzählung ist ein Text, in dem ein Erzähler eine Geschichte oder einen Sachverhalt schildert.
  • ·         Eine Erzählung ist meist chronologisch aufgebaut.
  • ·         Bei der Erzählung sind verschiedene Erzählperspektiven möglich. Es bleibt aber bei einer Erzählform.
  • ·         Der Aufbau der Erzählung erfolgt nach dem Schema Einleitung – Hauptteil – Schlussteil
  • ·         Die Erzählung wird meist im Präteritum (Vergangenheit) geschrieben.

 

Was ist eine Erzählung?

Die Erzählung ist das Nomen vom Verb erzählen. Das Verb erzählen wiederum hat seine Wurzeln im mittelhochdeutschen Wort erzeln oder auch erzellen, was ursprünglich berichten oder aufzählen bedeutete. Eine Erzählung berichtet somit dem Wortsinn nach über ein Geschehen. Wenn jemand ein Ereignis schildert, so erzählt er eine Geschichte und liefert damit eine Erzählung ab.

In der Literatur handelt es sich prinzipiell bei allen epischen Texten, die einen Erzähler haben, um Erzählungen. In diesem Sinne ist die Erzählung ein Oberbegriff für verschiedenste Texte wie Kurzgeschichten, Novellen, Märchen oder Romane. Gleichzeitig grenzen sich die Erzählungen als Werke der Epik dadurch vom Drama und von der Lyrik ab. Im engeren Sinne bezeichnet die Erzählung aber eine bestimmte Textgattung. Allerdings ist die Erzählung als Textgattung nicht exakt definiert. Es gibt lediglich ein paar Merkmale, die für eine Erzählung typisch sind. Dazu gehört, dass eine Erzählung

·         ein kürzerer bis mittellanger Text ist,

·         eher einfach gehalten ist und nur einen Erzählstrang hat, also nicht so verschachtelt ist wie beispielsweise ein Roman,

·         aus einer Erzählperspektive erzählt wird, wobei es sich bei dem Erzähler um einen allwissenden Erzähler, einen beobachteten Erzähler, einen unbeteiligten Erzähler oder einen Ich-Erzähler handeln kann,

·         die Handlung chronologisch wiedergibt und ohne zeitliche Rückblenden auskommt (Rückblenden werden, wenn überhaupt, als Briefe, Träume oder Erinnerungen eingebaut),

·         in eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schlussteil gegliedert ist.

Dabei kann eine Erzählung eine frei erfundene Geschichte schildern oder ein reales Ereignis nacherzählen.

 

Wie ist eine Erzählung aufgebaut?

In der Schule wird die Aufsatzform oft als Erlebniserzählung bezeichnet. Und dabei gliedert sich die Erzählung in drei Teile, nämlich in die Einleitung, in den Hauptteil und in den Schluss. Um den Aufbau zu verdeutlichen, kommt oft die sogenannte Erzähltreppe zum Einsatz. Ein anderes Bild ist die Erzählmaus. Noch einfacher lässt sich der Aufbau einer Erzählung aber so darstellen:

[Erzählung]

Erzählung

 

1. Die Einleitung

Die Einleitung eröffnet die Erzählung und führt zur Geschichte hin. Dabei besteht die Hauptaufgabe der Einleitung darin, den Leser mit den wichtigsten Informationen zu versorgen, die er für das Verständnis der Erzählung braucht. Aus diesem Grund sollte die Einleitung folgende Fragen beantworten:

·         Wer war an dem Geschehen beteiligt? (Hier reicht es aber aus, wenn der Autor nur die Hauptfigur seiner Geschichte erwähnt. Später, im weiteren Verlauf der Geschichte, können dann noch weitere Figuren dazukommen.)

·         Wann fand das Ereignis statt?

·         Wo spielte sich die Handlung ab?

Gleichzeitig werden in der Einleitung die Erzählperspektive und die Zeitform festgelegt. Der Autor kann seine Erzählung in der Ich-Form oder aus der Sicht eines Erzählers, der beobachtet und berichtet, schreiben. Als Zeitform wird meist das Präteritum (Vergangenheit) gewählt, aber auch das Präsens (Gegenwart) ist möglich. Sowohl die Erzählperspektive als auch die Zeitform behält der Autor dann aber bis zum Ende der Erzählung bei. 

 

2. Der Hauptteil

Der Hauptteil der Erzählung hat zwei Aufgaben. So erzählt er zum einen die eigentliche Geschichte. Dafür beantwortet der Hauptteil folgende Fragen:

  • ·         Wie lief das Geschehen ab? Welche Handlungsschritte folgten aufeinander?
  • ·         Welche Situation entstand und wie entwickelte sie sich?
  • ·         Was haben die Figuren getan? Wie haben sie sich verhalten, was haben sie gedacht, was haben sie gesagt?
  • ·         Welche Folgen hatte das Verhalten der Figuren? Wie ging es dadurch weiter?

Zum anderen hat der Hauptteil die Aufgabe, einen Spannungsbogen aufzubauen. Dazu greift der Autor die Angaben aus der Einleitung auf und führt sie weiter. Er entwickelt die Geschichte, liefert immer mehr Informationen und verdichtet sie zunehmend. Dabei können weitere Figuren ins Spiel kommen und auch der Ort der Handlung kann wechseln. Die Geschehnisse sollen in ihrem Verlauf kontinuierlich auf einen Höhepunkt zusteuern. Dieser Höhepunkt wird am Ende des Hauptteils erreicht. 

 

3. Der Schlussteil

Der Schluss bringt die Geschichte zu Ende. Die zuvor aufgebaute Spannung wird aufgelöst. Dabei hat der Autor zwei Möglichkeiten, wie er seine Erzählung beenden kann. Die erste Möglichkeit ist ein geschlossenes Ende. In diesem Fall schildert der Schluss,

  • ·         was die Figuren anschließend taten und
  • ·         welche Folgen das Ereignis für sie hatte.

Dabei kann die Erzählung so enden, wie es der Leser erwartet. Genauso gut kann der Autor aber auch mit einem unerwarteten Ende abschließen.

Die zweite Möglichkeit ist ein offenes Ende. Hierbei lässt der Autor seine Erzählung mehr oder weniger abrupt enden. Der Leser kann und muss sich dann selbst überlegen, wie die Geschichte wohl ausgeht. 

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