Hintergrundwissen: was ist eigentlich die ISBN

und wofür ist sie notwendig?

 

Wenn es um Bücher geht, fällt früher oder später auch das Kürzel ISBN und jeder, der schon einmal ein Buch in den Händen hatte, wird jene ISBN auf dem Buchrücken oder im Buchinneren sicherlich gesehen haben. 

Aber was ist eigentlich die ISBN und wofür ist sie notwendig? Hier dazu ein wenig Hintergrundwissen.

 

Was ist die ISBN?

Das Kürzel ISBN steht für International Standard Book Number oder Internationale Standardbuchnummer im Deutschen. Dahinter verbirgt sich eine Nummer, die es ermöglicht, Bücher und andere Veröffentlichungen mit redaktionellem Anteil eindeutig zu kennzeichnen. Jedes Buch, das über den Buchhandel lieferbar ist, hat seine eigene ISBN. Diese ist zum einen auf dem Buchrücken zu finden und steht zum anderen im Buchinneren, meist auf der zweiten Seite im Impressum.

Bereits Mitte der 1960er-Jahre gab es erste Überlegungen, wie Bücher auf internationaler Ebene eindeutig identifiziert werden könnten. 1966 entwickelte und führte Großbritanniens führendes Buchhandelshaus WHSmith daraufhin eine Standardbuchnummer, kurz SBN, ein.

Die Internationale Organisation für Normung übernahm diese Vorschläge und legte 1972 mit der DIN-Norm ISO 2108 den Grundstein für die ISBN. Seinerzeit wurde festgelegt, dass sich die ISBN aus zehn Stellen zusammensetzen sollte, weshalb auch von der ISBN-10 gesprochen wird. Seit dem 01. Januar 2007 ist die ISBN nun dreizehnstellig. Dabei gab es im Wesentlichen zwei Gründe, weshalb die sogenannte ISBN-13 erforderlich wurde.

Zum einen wurde es insbesondere im englischen Sprachraum und in Osteuropa zunehmend schwierig, Nummern für neue Verlage und Veröffentlichungen zu finden, die noch nicht vergeben waren. Durch die Erweiterung der ISBN um drei Stellen konnte die Anzahl der möglichen Kombinationen deutlich erhöht werden. Mit nun rund 1,9 Milliarden Kombinationsmöglichkeiten stehen fast doppelt so viele mögliche Kombinationen zur Verfügung wie zuvor. Zum anderen spielte die Kompatibilität zur internationalen EAN-Artikelnummer eine Rolle.

So wurde das Format der dreizehnstelligen ISBN so gewählt, dass die Zahlenfolge mit der dazugehörigen EAN übereinstimmt.  

 

Woraus setzt sich die ISBN zusammen?

Die ISBN besteht aus fünf Elementen, die bei einer beispielhaften

ISBN 978-3-0123-45678-9 für folgendes stehen:

  • 987; das erste Element ist das Präfix. Je nach Buch handelt es sich dabei um 978 oder 979.
  • 3; das zweite Element ist die Gruppennummer, die auch als Ländernummer bezeichnet wird. Sie wird von der internationalen ISBN-Agentur festgelegt und kennzeichnet eine nationale, geographische, sprachliche oder sonstige Gruppe. So steht die Zahl 3 beispielsweise für Bücher aus dem deutschen Sprachraum, während Bücher aus dem englischsprachigen Raum mit den Zahlen 0 und 1 gekennzeichnet sind.
  • 0123; das dritte Element ist die Verlagsnummer. Diese Kennzahl wird von der nationalen oder einer regionalen ISBN-Agentur vergeben, in Deutschland ist die ISBN-Agentur in Frankfurt am Main für die Vergabe zuständig. Die Verlagsnummer kann unterschiedlich viele Stellen haben, wobei grundsätzlich gilt, dass die Nummer umso kürzer ist, je größer der Verlag ist. 
  • 45678; das vierte Element ist die Titelnummer, die auch Bandnummer genannt wird. Die Titelnummer wird vom Verlag vergeben und gegengleich zur Verlagsnummer gilt hier, dass die Titelnummer umso länger ausfällt, je mehr Veröffentlichungen ein Verlag plant. Um eine dreizehnstellige ISBN sicherzustellen, werden bei Bedarf am Anfang Nullen als Platzhalter eingesetzt.
  • 9; das letzte Element der ISBN ist eine Prüfziffer. Sie dient dazu, mögliche Eingabe- oder Lesefehler zu erkennen.  

 

Wofür ist die ISBN notwendig?

Als die ISBN seinerzeit eingeführt wurde, hat sie den Buchhandel fast schon revolutioniert, denn durch sie war es nun viel einfacher geworden, Bücher zu erfassen, einen gewünschten Titel zu finden und diesen zu bestellen. Da die ISBN jeweils einem bestimmten Buchtitel aus dem jeweiligen Verlag zugeordnet ist, sind Verwechslungen mit anderen, möglicherweise ähnlichen Buchtiteln ausgeschlossen.

Bis heute ist die ISBN im Buchwesen unverzichtbar. So verwenden Verlage die ISBN, wenn es um Rechte und Lizenzen, Inventuren, Bestellungen, Abrechnungen und Verkaufsstatistiken geht. Der Buchhandel greift auf die ISBN zurück, wenn er Titel sucht, ein Buch bestellt, die Lagerbestände kontrolliert oder Abrechnungen erstellt.

Zudem benutzt der Buchhandel die ISBN, um Listen wie beispielsweise das sogenannte Verzeichnis lieferbarer Bücher, kurz VLB, zusammenzustellen oder zu aktualisieren. Bibliotheken bestellen Bücher, rufen Informationen zu Buchtiteln ab und erfassen ihre Buchbestände mithilfe der ISBN.   

 

Ist die ISBN ein Marketingmittel?

Üblicherweise bestellen Verlage mehrere ISB-Nummern gleichzeitig, so dass sie die Nummern nur noch intern zuteilen müssen, wenn ein Titel kurz vor der Veröffentlichung steht. Veröffentlicht ein Autor sein Buch selbst, kann er die ISBN bei der zuständigen ISBN-Vergabestelle anfordern. Für ein Buch ist die ISBN insofern wichtig, als dass der Titel durch die ISBN in das Verzeichnis der lieferbaren Bücher aufgenommen werden kann.

Bücher ohne ISBN können zwar neben dem verlagseigenen Buchshop ebenfalls im Buchhandel gekauft werden, ohne die einheitliche Standardnummer ist es jedoch verhältnismäßig schwierig, das Buch zu finden. Dennoch ist die ISBN kein Marketinginstrument.

Vor allem Druckkostenzuschussverlage stellen in ihren Angeboten die Vergabe einer ISBN und den Eintrag in das VBL gerne als besondere Marketingmaßnahme dar. Bloß weil ein Buch gelistet und im Fall einer Nachfrage schnell auffindbar ist, ist es aber noch lange nicht bekannt. Damit ein Buch erfolgreich verkauft wird, muss es aktiv beworben werden, sowohl durch den Verlag als auch durch den Autor. Zudem ist die Vergabe einer ISBN keine außergewöhnliche Serviceleistung, sondern ein letztlich völlig normaler Vorgang im Zuge einer Veröffentlichung, denn schließlich liegt es ja auch im Interesse des Verlags, dass ein Buch verkauft wird.

 

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