Grundwissen Rechtschreibung: Auslassungspunkte

 

Die deutsche Sprache kennt verschiedene Satzzeichen. Punkt, Komma, Ausrufezeichen, Doppelpunkt oder Fragezeichen sind ein paar Beispiele. Ein weiteres Satzzeichen sind die sogenannten Auslassungspunkte. Die Auslassungspunkte bestehen aus drei Punkten, die direkt aufeinander folgen.

Der Name des Satzzeichens erklärt sich damit, dass Auslassungspunkte üblicherweise dann zum Einsatz kommen, wenn ein Wortteil, ein ganzes Wort, eine Wortgruppe oder eine Textpassage ausgelassen wurde. Allerdings zeigen Auslassungspunkte nicht nur an, dass der Autor auf etwas verzichtet hat. Genauso können die Auslassungspunkte nämlich auch gezielt als Stilmittel eingesetzt werden.

Doch welche Funktionen können Auslassungspunkte konkret haben?
Und worauf gilt es in Sachen Rechtschreibung zu achten?

 

Im Sinne von Grundwissen zu Grammatik und Rechtschreibung hier alles
Wichtige rund um Auslassungspunkte in der Übersicht:

 

Die Verwendung von Auslassungspunkten

Der Autor kann Auslassungspunkte in fünf verschiedenen Funktionen verwenden:

 

1. Anzeige von ausgelassenen Wort- oder Textteilen

Durch Auslassungspunkte kann der Autor verdeutlichen, dass er Teile eines Wortes, eines Satzes oder eines Textes ausgelassen hat. Ein typisches Beispiel für diese Verwendung ist die Wiedergabe von direkter Rede mit vulgären Ausdrücken, die der Autor zwar nutzen, aber nicht ausschreiben will.

 

Beispiele:

“So ein blöder I…!”, ärgerte sich die Mitarbeiterin über ihren Chef.
Kopfschüttelnd stellte er fest: “Manchmal könnte ich sie erwürgen. So eine falsche … !”

 

 

2. Anzeige von unvollständigen Zitaten

Zitate müssen nicht vollständig wiedergegeben werden. Bleibt der ursprüngliche Sinn erhalten und wird die Aussage auch anderweitig nicht verfälscht, ist es zulässig, Teile des Zitats auszulassen. Die Auslassungen werden dann durch Auslassungspunkte angezeigt, wobei die Auslassungspunkte meist in eckige oder in runde Klammern gesetzt werden.

 

Beispiele:

“Die Firma feiert in Kürze in 25-jähriges Bestehen. […]”
“(…) Anlässlich des Jubiläums traf eine illustre Gästeschar ein.”

 

 

3. Anzeige von unvollständigen Aufzählungen

Eine Aufzählung muss nicht unbedingt vollständig sein. Es ist auch nicht notwendig, dass zwischen dem vorletzten und dem letzten Glied ein und steht und die Aufzählung mit einem Punkt endet. Stattdessen kann der Autor seine Aufzählung auch mit Auslassungspunkten enden lassen. In diesem Fall erfüllen die Auslassungspunkte die gleiche Funktion wie ein usw. oder ein etc. Auf ein Komma vor den Auslassungspunkten wird verzichtet.

 

Beispiel:

Im Hofladen werden verschiedene Früchte aus heimischem Anbau angeboten: Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen, Himbeeren …

 

Genaugenommen weisen die Auslassungspunkte am Ende einer Aufzählung nicht darauf hin, dass der Autor Glieder aus- oder weggelassen hat. Stattdessen bringen die Auslassungspunkte zum Ausdruck, dass der Autor von vorneherein keine vollständige Aufzählung geplant hatte, sondern lediglich Bespiele nennen wollte.

 

4. Ausdruck von Pausen oder Unterbrechungen

Der Autor kann Auslassungspunkte nutzen, um zu verdeutlichen, dass der Redefluss unterbrochen wurde. Dabei kann es sich bei dieser Unterbrechung um eine Pause handeln, die der Sprechende ganz bewusst macht, oder um eine erzwungene Pause, nachdem der Sprechende von jemandem oder etwas unterbrochen wurde. Die Auslassungspunkte erfüllen in dieser Verwendung dieselbe Funktion wie ein Gedankenstrich.

 

Beispiel:

Der Mann kam ins Grübeln: „Ich weiß nicht … ob das der richtige Weg war … die richtige Entscheidung … vielleicht wäre es besser gewesen …“

 

In dieser Funktion stehen die Auslassungspunkte nicht für einen Text, der weggelassen wurde und bei einer vollständigen Wiedergabe genannt werden könnte. Stattdessen stellen die Auslassungspunkte die Pausen und Unterbrechungen so dar, wie sie der Sprechende im Original tatsächlich gemacht hat. Anstelle von Pausen können in der gleichen Form auch Wörter oder Satzteile dargestellt werden, die der Sprechende unverständlich vor sich hingemurmelt hat.

 

5. Einsatz als Stilmittel

Eingesetzt als Stilmittel, kann der Autor mithilfe von Auslassungspunkten einen Gedanken offen lassen, um den Leser dadurch anzuregen, nachzudenken oder sich die Antwort selbst zu geben. Außerdem kann der Autor einen Satz mit Auslassungspunkten beenden, wenn er ausdrücken will, dass er mit seiner nächsten Aussage zögert.

 

Beispiele:

Wenn du nicht bald damit aufhörst, dann …
Wie schön muss sie einmal gewesen sein …
Ob er sich wohl durchsetzen wird …? Ich würde es ihm wünschen.

 

 

Die Rechtschreibung bei Auslassungspunkten

Was die Rechtschreibung im Zusammenhang mit Auslassungspunkten angeht, so gelten folgende Regeln:

·         Stehen die Auslassungspunkte am Ende eines Satzes, fällt der Schlusspunkt weg. In diesem Fall werden die Auslassungspunkte wie ein normaler Punkt behandelt. Deshalb ist ein zusätzlicher Schlusspunkt überflüssig.

·         Da die Auslassungspunkte am Satzende wie ein normaler Punkt behandelt werden, wird das erste Wort des nächsten Satzes grundsätzlich großgeschrieben. Die Kleinschreibung ist dann möglich, wenn die Auslassungspunkte eine Pause oder ein Zögern innerhalb einer Aussage verdeutlichen sollen.

·         Beenden die Auslassungspunkte eine Aufzählung, fällt das Komma zwischen dem letzten genannten Glied und den Auslassungspunkten weg. Dies liegt zum einen daran, dass die Auslassungspunkte zwar für einen ausgelassenen Text stehen können, aber selbst kein Text, sondern Satzzeichen sind. Kommas gliedern einen Satz oder einen Text. Satzzeichen werden allerdings nicht verwendet, um damit andere Satzzeichen zu gliedern. Der andere Grund ist, dass die Aufzählung durch die Auslassungspunkte abgebrochen wird. Würde die Aufzählung fortgesetzt und ausformuliert, würde anstelle der Auslassungspunkte ein und stehen. Vor einem und wird in er Aufzählung aber kein Komma gesetzt. 

Ersetzen die Auslassungspunkte einen oder mehrere Buchstaben eines Wortes, werden sie direkt, also ohne Leerzeichen dazwischen, an den letzten ausgeschriebenen Buchstaben des Wortes angefügt. Ersetzen die Auslassungspunkte hingegen einen ganzes Wort, einen Satzteil oder eine Textpassage, werden sie durch Leerzeichen von den beiden Nachbarwörtern davor und dahinter abgetrennt.

Folgt auf die Auslassungspunkte ein weiteres Satzzeichen, beispielsweise ein Ausrufezeichen, ein Fragezeichen oder Klammern, schließt sich dieses Satzzeichen unmittelbar an die Auslassungspunkte an.

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