Hilfsmittel für Autoren: das Ideenheft 

Wenn sich jemand intensiv mit dem Schreiben beschäftigen, regelmäßig Texte oder ganze Bücher verfassen oder das Schreiben zu seinem Beruf machen möchte, sollte er sich ein Ideenheft zulegen. Das Ideenheft stellt nämlich sicher, dass sich der Autor zu einem späteren Zeitpunkt an gute Ideen und nützliche Einfälle erinnert, die er dann verwerten kann.

Gleichzeitig kann das Ideenheft ein sehr wertvolles Hilfsmittel sein, das die Kreativität fördert und die schriftstellerische Disziplin trainiert.

 

Ideen sind die Basis für das Schreiben.

Vermutlich hat jeder die Situation schon einmal erlebt: Eine richtig gute Idee schießt einem durch den Kopf oder einem fällt etwas ein, das unbedingt erledigt werden müsste. Doch dann klingelt das Telefon, das Nudelwasser kocht über oder im Radio erklingt das Lieblingslied und verleitet zum Mitsingen. Jedenfalls gerät der Einfall im Trubel des Alltags irgendwie in Vergessenheit. Später fällt einem möglicherweise wieder ein, dass da eine Idee war.

Da war doch ein Geistesblitz, ein tolles Thema für den nächsten Text oder eine Aufgabe, die zu erledigen wäre. Doch was war das noch? Alles Nachdenken bringt nichts, der Einfall scheint verloren. Es kann gut sein, dass die Idee irgendwann wieder auftaucht, wenn der Autor in einer ähnlichen Situation steckt, etwas sieht oder etwas hört.

Vor allem bei weniger originellen und außergewöhnlichen Geistesblitzen ist die Wahrscheinlichkeit aber eher gering. Dabei sind es gerade diese kleinen, unscheinbaren Ideen, die den Stoff für Texte, Gedichte und Bücher liefern. Sie sind die Basis, die Fundgrube und die Arbeitsmittel des Autors.

 

Das Ideenheft hält Einfälle fest.

Damit Spontaneinfälle, Gedanken und flüchtige Ideen nicht verloren gehen, bietet es sich an, ein Ideenheft anzulegen. In dieses Ideenheft trägt der Autor alle Geistesblitze ein, die er für spätere Arbeiten möglicherweise verwerten kann. Dabei könnte der Autor seine Ideen grundsätzlich auf losen Notizzetteln festhalten. Ein Textdokument auf dem Computer kommt ebenfalls in Frage. Mag es der Autor edler, kann er sich auch ein besonders schönes Notizbuch zulegen.

Alle drei Varianten haben aber ihre Nachteile. So kann eine Sammlung aus losen Zetteln schnell unübersichtlich werden. Außerdem kann es passieren, dass ein kleines Zettelchen in irgendeiner Tasche, Schublade oder Ecke auf Nimmerwiedersehen verschwindet. Um eine Idee in eine Datei einzutragen, muss der Computer griffbereit und angeschaltet sein, was nicht immer der Fall ist. Ein elegantes Notizbuch könnte den Autor dazu verleiten, im Vorfeld zu selektieren. Schließlich wird er das schöne Buch nicht mit irgendwelchem Gekritzel vollschmieren wollen.

Außerdem könnte das chice Schreibbuch zu schade sein, um ständig mit sich herumgeschleppt zu werden. Als ideal hat sich deshalb ein ganz normales, einfaches Schulheft herausgestellt. So ein Schulheft bietet genug Platz für viele gute Ideen, kostet nicht viel und stört weder auf dem Schreibtisch noch unterwegs in der Tasche. Zusammen mit einem Stift ist der Autor dann bestens gewappnet, um seine spontanen Ideen und flüchtigen Gedanken immer und überall festzuhalten.

 

Das Ideenheft wird zum Potpourri der kreativen Einfälle.

In sein Ideenheft sollte der Autor alles eintragen, was in irgendeiner Form mit seiner Arbeit zu tun hat. Dies fängt bei spontanen Gedanken, Kurzbeschreibungen von Figuren künftiger Geschichten, Stichwörtern und Überschriften für Texte und Artikel oder originellen Reimen an und hört bei konkreten Vorgehensweisen, Handlungen oder Aufgaben für eine Schreibarbeit auf. Die Einträge müssen weder besonders originell noch klar ausformuliert sein.

Auch völlig banale, alltägliche Gedanken, abstrakte Formulierungen und Kurznotizen sollten in das Ideenheft wandern. Generell sollte der Autor nicht den Fehler machen, im Vorfeld auszuwählen, was er in seinem Ideenheft festhält und was nicht. Zunächst einmal geht es nämlich darum, eine Sammlung anzulegen, aus der sich der Autor später, ähnlich wie aus einer Vorratskammer, bedienen kann.

Je mehr Einträge das Ideenheft enthält, desto größer ist die Auswahl und desto vielfältiger ist die Ideenfundgrube, aus der der Autor schöpfen kann. Deshalb sollte der Autor grundsätzlich alle Ideen notieren, auch wenn sie ihm gar nicht so interessant erscheinen und auch wenn er noch gar nicht weiß, ob und wie er sie jemals verwenden wird.

 

Das Ideenheft trainiert die Kreativität.

Natürlich sollte der Autor sein Ideenheft nicht nur füllen, sondern auch damit arbeiten. Am besten blättert er sein Ideenheft immer mal wieder durch. So entdeckt er vielleicht interessante Einfälle, die er jetzt verarbeiten kann. Außerdem erinnert er sich daran, was er noch erledigen wollte.

Nicht selten wird er beim Anblick der alten Ideen auch neue Einfälle haben, die er gleich notieren kann. Durchstreichen sollte er in seinem Ideenheft aber nichts. Selbst wenn ihm eine Idee uninteressant oder ein Eintrag überflüssig erscheint, kann dies bei einem späteren Durchblättern und in einem anderen Zusammenhang schon wieder ganz anders sein.

Dass sich das Ideenheft allmählich füllt, sollte der Autor aber nicht als selbstverständlich nehmen oder dem Zufall überlassen. Stattdessen sollte er sich angewöhnen, regelmäßig Eintragungen zu machen. So kann er sich beispielsweise vornehmen, jeden Tag mindestens eine Idee aufzuschreiben.

Dadurch wiederum trainiert der Autor nicht nur die schriftstellerische Disziplin, sondern auch seine Kreativität. Im Laufe der Zeit entwickelt sich nämlich die Fähigkeit, auf Knopfdruck kreative Einfälle zu erarbeiten. Das Ideenheft kann so zu einem Instrument werden, das für den Autor Werkzeug, Hilfsmittel und Trainingsgerät in einem ist.

Mehr Tipps, Vorlagen, Anleitungen und Ratgeber:

Thema: Hilfsmittel für Autoren: das Ideenheft

Kommentar schreiben

Diese Webseite benutzt Cookies. Einwilligen ? Mehr Infos | Akzeptieren