Lohnt sich der Besuch

einer Buchmesse?

Wie sich bereits aus dem Namen ergibt, dreht sich auf einer Buchmesse alles um Bücher und das, was mit Büchern zusammenhängt, also unter anderem das Schreiben als solches, Autoren und Verlage. Damit scheint klar, dass sich der Besuch einer Buchmesse auf jeden Fall für diejenigen lohnt, die sich über Bücher informieren, Autoren und Verlage kennenlernen oder Werbung für ihr bereits erschienenes Buch machen möchten.

Aber lohnt sich der Besuch einer Buchmesse auch für solche Autoren,
die ihr Buch noch gar nicht fertig gestellt haben oder gerade auf der Suche nach einem Verlag sind?

Als was wird die Buchmesse besucht?

Buchmessen werden von zwei Gruppen besucht. Die erste und meist deutlich größere Gruppe bilden die ganzen normalen Besucher. Hierzu gehören Buchinteressierte und Leser, also diejenigen, für die Bücher geschrieben werden und die die Bücher auch kaufen sollen. Für sie werden unzählige Bücher zu einer Buchmesse gebracht und möglichst ansprechend an den Ständen präsentiert, Lesungen veranstaltet und Treffen mit Autoren organisiert.

Bei großen Buchmessen finden die sogenannten Besuchertage jedoch nur an wenigen Tagen, meist am Wochenende statt. Die übrige Zeit ist für die zweite Gruppe reserviert. Diese Gruppe besteht aus den Fachbesuchern, bei denen es sich unter anderem um Verlagsmitarbeiter, Literaturagenten, Übersetzer, Grafiker, Buchhändler und Bibliothekare, Lehrer, Studenten und natürlich auch Autoren handelt.

Autoren, die eine Buchmesse als Fachbesucher besuchen möchten, müssen aber in aller Regel erst einmal nachweisen, dass sie wirklich Autoren sind. Um den Fachbesucherstatus zu erhalten, reicht es nämlich nicht aus, wenn ein Hobby-Schreiber erzählt, er würde hin und wieder Texte verfassen.

Eine Buchmesse als Fachbesucher zu besuchen, bringt in erster Linie den Vorteil mit sich, dass es an den Fachbesuchertagen deutlich ruhiger ist als an den Besuchertagen. Zudem sind die Eintrittspreise geringer und es finden Veranstaltungen wie Vorträge, Seminare und Workshops statt. Allerdings heißt ein Besuch als Fachbesucher nicht automatisch, dass es auch leichter wird, Kontakte zu knüpfen.

Lohnt sich der Besuch einer Buchmesse,

wenn ein Autor einen Verlag sucht?

Bei den meisten Autoren, die ihr Werk veröffentlichen möchten, steht beim Besuch einer Buchmesse sicherlich nicht das Interesse an den Neuerscheinungen anderer Autoren im Vordergrund. Vielmehr erhoffen sie sich, selbst einen Verlag zu finden, der ihre Arbeit veröffentlicht.

Grundsätzlich ist dies natürlich nicht ausgeschlossen, aber die feste Überzeugung, auf der Heimfahrt einen Vertrag in den Händen zu halten, zeugt nicht nur von einer großen Portion naivem Optimismus, sondern wird meist in einer Enttäuschung enden.

Autoren sollten deshalb folgendes im Hinterkopf behalten:

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Eine Buchmesse ist eine ideale Möglichkeit, um sich einen Überblick über die Branche zu verschaffen. Voraussetzung dafür ist aber, dass der Autor bei all den vielen Ständen auf dem teils riesigen Gelände die Übersicht behält. Deshalb ist zum einen sinnvoll, ausreichend Zeit einzuplanen, ein ganzer Tag sollte schon das Minimum sein.

Zum anderen ist es ratsam, den Besuch im Vorfeld vorzubereiten. Dazu kann sich der Autor vorab informieren, welche Verlage für sein Werk überhaupt in Frage kommen und wo sich deren Stände befinden. Trotzdem sollte der Autor aber natürlich die Augen offenhalten, denn vielleicht entdeckt er ja durch Zufall einen Verlag, der der ideale Partner für sein Manuskript wäre.

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Der Autor ist gut beraten, wenn er seinen Messebuch in erster Linie als Vorbereitung auf die spätere Bewerbung bei einem Verlag oder einer Agentur versteht. Selbst wenn sich der Autor nämlich gut vorbereitet hat und gezielt potenziell passende Verlage ansteuert, bedeutet das nicht automatisch, dass er am jeweiligen Stand viel erreichen wird.

Schließlich sind Verlage, Agenturen und andere Aussteller in erster Linie auf der Buchmesse, um dem Publikum ihre bereits veröffentlichten Bücher vorzustellen und sie zu bewerben. Es ist also fraglich, ob ein relevanter Ansprechpartner Zeit haben wird, um sich intensiver mit einem Autor auf Verlagssuche zu beschäftigen.

Trotzdem kann sich der Besuch lohnen, denn möglicherweise kann der Autor herausfinden, an wen er sich überhaupt wenden muss, wie er diese Person am besten erreicht oder in welcher Form ein Manuskript bei dem jeweiligen Verlag eingereicht werden muss. Zudem besteht natürlich immer die Chance, Kontakte zu knüpfen, die später vielleicht weiterhelfen können.

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Weiß der Autor bereits, wer sein Ansprechpartner ist, kann er versuchen, rechtzeitig im Vorfeld einen Termin für die Messe zu vereinbaren. Natürlich darf der Autor dann nicht erwarten, dass sich sein Gesprächspartner stundenlang Zeit für ihn nimmt, ein erstes persönliches Kennenlernen kann aber schon ein großer Schritt in die richtige Richtung sein.

Übrigens spricht nichts dagegen, wenn der Autor sein Manuskript auf die Buchmesse mitbringt. Allerdings sollte er es erst dann aus der Tasche holen, wenn jemand gezielt und ernsthaft interessiert danach fragt. Bietet der Autor sein Manuskript jedem ungefragt an, riskiert er eine direkte Absage oder eine Annahme aus reiner Höflichkeit, die aber oft im Sand verlaufen wird.

Was ist mit Verlagen, die Autoren suchen?

Bei seinem Gang über die Buchmesse wird der Autor sicherlich auch Stände sehen, auf denen in großen Buchstaben darauf hingewiesen wird, dass der Verlag Autoren sucht oder dass neue Autoren sehr willkommen sind. Solche Verlage sind recht leicht auch im Internet zu finden oder werben in diversen Zeitschriften. Besucht der Autor einen solchen Stand, wird er vermutlich tatsächlich einen Vertrag abschließen können, meist aber einen hohen Preis dafür bezahlen.

Viele dieser Verlage stellen nämlich satte Zuschüsse, Gebühren für angebliche Lektorate oder Gelder für Werbemaßnahmen in Rechnung, ohne dass die Bücher jemals in den Regalen von Buchhandlungen landen.

Um nicht auf zweifelhafte Angebote hereinzufallen, sollte der Autor deshalb eine einfache Regel im Hinterkopf haben: Je einfacher es ist, mit dem Verlag über eine Veröffentlichung zu sprechen und je besser die Versprechen des zuständigen Verlagsmitarbeiters klingen, desto mehr Vorsicht ist angebracht.

Welche Buchmesse

sollte der Autor besuchen?

In Deutschland finden zwei große internationale Buchmessen statt, und zwar zum einen im Frühjahr in Leipzig und zum anderen im Spätjahr in Frankfurt. Auf den ersten Blick sind sich beide Buchmessen recht ähnlich, denn die Aussteller sind weitestgehend identisch und bei beiden Messen gibt es sowohl Besucher- als auch Fachbesuchertage.

Trotzdem haben beide Messen ihren eigenen Charakter. So ist die Frankfurter Buchmesse eher eine Fachmesse, auf der sich die Branche trifft und wo Kooperation vereinbart und Verträge geschlossen werden. Im Unterschied dazu ist die Leipziger Buchmesse eher eine Besuchermesse, die Verlage, Autoren und Leser zusammenbringt.

Für Autoren sind letztlich beide Termine Pflicht, auch wenn viele Leipzig als angenehmer empfinden.

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