Einige typische Merkmale von unseriösen

Verlagen und Literaturagenturen

 

Sehr viele träumen von ihrem eigenen Buch und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass Jahr für Jahr zehntausende Manuskripte bei den großen und bekannten Verlagen eingereicht werden. Nur die wenigsten der unaufgefordert eingeschickten Manuskripte werden jedoch auch tatsächlich gedruckt. In den allermeisten Fällen ist es vielmehr so, dass der Autor ein unpersönliches Standardschreiben erhält, in dem ihm die Absage mitgeteilt wird.

An diesem Punkt schlägt die große Stunde von unseriösen Verlagen und dubiosen Literaturagenturen, die die Enttäuschung der Autoren geschickt zu nutzen wissen und mit ihrem Lob nicht nur das Selbstbewusststein wieder aufbauen, sondern mit ihren wohlklingenden Versprechungen vor allem auch neue Hoffnungen wecken. Oft stellt sich jedoch heraus, dass der Autor letztlich nur teures Lehrgeld bezahlt hat. Um sich zumindest diese Enttäuschung zu ersparen, sollten insbesondere Neuautoren wissen, mit welchen Tricks fragwürdige Anbieter arbeiten.

 

Hier daher einige typische Merkmale und Vorgehensweisen von unseriösen Verlagen und Literaturagenturen in der Übersicht:

 

Typische Merkmale von unseriösen Verlagen und Literaturagenturen

Es gibt einige Merkmale, bei denen ein Autor misstrauisch werden sollte, denn meist zeugen sie davon, dass sich es um einen unseriösen Verlag oder eine fragwürdige Literaturagentur handelt.

Zu diesen Merkmalen gehören insbesondere folgende:

 

  • Der Verlag oder die Literaturagentur hat Anzeigen geschaltet, in denen ausdrücklich nach neuen Autoren gesucht wird. Daneben wird meist auch auf der Homepage immer wieder darauf hingewiesen, dass der Verlag oder die Agentur insbesondere unbekannten Autoren eine Chance geben möchte und ständig auf der Suche nach neuen Talenten ist. Hier sollte der Autor deshalb sehr skeptisch werden, weil kein renommierter Verlag nach Autoren suchen muss. Ganz im Gegenteil stehen den großen Verlagen üblicherweise weitaus mehr Manuskripte zur Auswahl, als diese jemals drucken können.

 

  • Der Verlag oder die Literaturagentur fordert Autoren auf ihrer Homepage dazu auf, die Manuskripte einzureichen. Meist wird dabei das gesamte Manuskript per E-Mail erbeten. Hier sollte der Autor deshalb stutzig werden, weil eine solche Vorgehensweise nicht üblich ist. Renommierte Verlage fordern zunächst lediglich ein Exposé und eine Textprobe an, wobei sie diese in aller Regel als Papierausdrucke erwarten. Erst nach deren Überprüfung wird, sofern überhaupt, um das Manuskript gebeten. 

 

  • Die Homepage des Verlages oder der Literaturagentur sieht zwar ansprechend aus und beinhaltet viele wohlklingende Versprechen, aber keine konkreten Informationen. So sind häufig weder ein Ansprechpartner mit Kontaktdaten noch ein aussagekräftiges Impressum vorhanden. Sofern es Referenzen gibt, sind diese vielfach veraltet und die Bücher im Handel nicht mehr erhältlich, oder es werden Autoren und Bücher genannt, die völlig unbekannt sind. 

 

  • Häufig wählen unseriöse Verlage Namen, die sehr ansprechend klingen. Typisch ist beispielsweise, dass der Name einen Adelstitel oder den Namen eines berühmten Schriftstellers oder einer bekannten Persönlichkeit enthält. Einige Verlage wählen auch Namen, die ähnlich klingen wie die der bekannten Verlage. Sucht der Autor jedoch eine Buchhandlung auf, ist der Verlag üblicherweise weder in den Regalen vertreten noch können dort erschienene Bücher bestellt werden.

 

Typische Vorgehensweisen von unseriösen Verlagen und Literaturagenturen  

Seriöse Literaturagenturen arbeiten immer auf Provisionsbasis und dabei zunächst auf eigenes Risiko. Erst und auch nur dann, wenn das Manuskript erfolgreich vermittelt wurde und ein Autorenvertrag zustande gekommen ist, erhalten sie ihre Provision. Diese bewegt sich zwischen 15 und 30 Prozent aller Einnahmen. Unseriöse Agenturen hingegen stellen bereits im Vorfeld diverse Gebühren in Rechnung.

Typische Rechnungsposten dabei sind Pauschalgebühren für die Manuskriptprüfung und das Lektorat, Abschlussgebühren für den Vertretungsvertrag oder auch Pauschalbeiträge für die anfallenden Auslagen für Porto- und Telefonkosten. Meist sind die einzelnen Rechnungsposten dabei verhältnismäßig gering, in der Summe können aber ordentliche Beträge zusammenkommen. Soll der Autor Geld bezahlen, obwohl er noch gar nicht weiß, ob sein Buch überhaupt jemals veröffentlicht werden wird, sollte er das Angebot also auf jeden Fall ablehnen.

Die Vorgehensweise, mit der unseriöse Verlage und Literaturagenturen Autoren ködern, gestaltet sich eigentlich immer recht ähnlich. So erhält der Autor häufig schon wenige Tage, nachdem er sein Manuskript eingereicht hat, eine Antwort. In diesem Schreiben wird sein Buch als interessantes, qualitativ hochwertiges und überaus vielversprechendes Werk gelobt. Gleichzeitig wird aber auch die schwierige Situation im Verlagswesen erläutert, die es dem Verlag allein schon wegen des hohen Risikos bedauerlicherweise unmöglich macht, jedes vielversprechende Buch zu drucken.

Da der Verlag jedoch von der Qualität und den Erfolgschancen des Buches überzeugt ist, wird dem Autor eine Art Partnermodell angeboten. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass sich der Autor mit einem bestimmten Betrag an den Kosten beteiligt. Meist handelt es sich dabei um einen Betrag, der zwar verglichen mit den Kosten für ein Buch recht gering ist, sich aber dennoch im vier- oder sogar fünfstelligen Bereich bewegen kann. Üblicherweise liegt dem Schreiben ein entsprechender Vertragsentwurf direkt bei und der Autor wird darauf hingewiesen, dass er sich schnell entscheiden müsse, weil es nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen im Verlagsprogramm gäbe. Ebenfalls häufig beigelegt ist außerdem eine Übersicht, die die vielfältigen Leistungen des Verlages auflistet. Viele dieser Leistungen, beispielsweise der Eintrag in das Verzeichnis der lieferbaren Bücher oder die Exemplare an die Nationalbibliothek, sind jedoch selbstverständliche Standardleistungen von seriösen Verlagen.

Komplettiert wird die Rückantwort in aller Regel durch bunte, eindrucksvolle Prospekte oder Informationsblätter. Diese zeigen zum einen das Verlagsgebäude, den Verleger und die Mitarbeiter, die sich um die Autoren kümmern. Zum anderen werden Autoren vorgestellt, die über ihre überaus zufriedenstellende und erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Verlag berichten, wobei vermutlich niemand diese Autoren oder deren Bücher kennt.

Natürlich ist es verständlich, wenn sich ein Autor von den zweifelsohne überzeugend klingenden Argumenten blenden lässt und sich außerdem durch das vermeintliche Lob geschmeichelt fühlt. Allerdings sollte er seine Gutgläubigkeit beiseite legen und aus zwei Gründen von einer Zusammenarbeit absehen. Zum einen wird er unnötigerweise viel Geld investieren. Zum anderen macht er sich den Weg, ein erfolgreicher Autor zu werden, selbst schwer.

Bücher, die in den sogenannten Zuschussverlagen erscheinen, werden so gut wie nie in Zeitschriften und Zeitungen vorgestellt, sind nur in Ausnahmefällen in Buchhandlungen erhältlich und die Autoren, und das ist das Entscheidende, werden von der Öffentlichkeit in aller Regel weder wahr- noch ernst genommen. Wer trotz gutem Buch und richtiger Suche keinen seriösen Verlag oder Literaturagenten findet und sich vorstellen kann, Geld in die Veröffentlichung seines Werkes zu investieren, ist besser beraten, wenn er sich an einen Print-On-Demand-Anbieter wendet oder sowohl den Druck als auch die Vermarktung in Eigenregie übernimmt.

 

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