Portrait über sich selbst schreiben 

In einem Selbstportrait stellt sich der Autor vor. Er erzählt über sich als Person, sein Leben und sein Wirken. Im Unterschied zu einer Biographie steht beim Selbstportrait aber ein bestimmter Aspekt im Mittelpunkt.

Ein Portrait rückt eine Person in den Vordergrund. Dabei ist das Portrait eigentlich im Journalismus zu Hause. Als journalistische Darstellungsform wird das Portrait beispielsweise verwendet, um Personen, Unternehmen oder Organisationen vorzustellen, Jubilare zu ehren oder besondere Leistungen zu würdigen. Auch ein Nachruf kann als Portrait geschrieben sein. Aber selbstverständlich kann ein Portrait über eine Person an vielen verschiedenen Stellen stehen. Und selbst in der Schule werden mitunter Portraits als Aufsätze geschrieben.

 

Was ist ein Selbstportrait?

Vom Grundgedanken her ist das geschriebene Portrait durchaus mit einem gemalten Portrait vergleichbar. Das Portrait soll nämlich ein Bild zeichnen, durch das der Leser etwas über die portraitierte Person erfährt und sich eine Vorstellung über seinen Charakter, seine Eigenheiten und sein Handeln machen kann. Das Portrait erzählt aus dem Leben und vermittelt, wie die portraitierte Person zu dem geworden ist, was sie ist. Andererseits bleibt ein Portrait immer ein Stück weit eine Momentaufnahme und stellt die portraitierte Person so dar, wie sie der Autor gerade sieht.

Bei einem Selbstportrait ist das nicht anders. Nur schreibt hier der Autor nicht über eine andere Person, sondern über sich selbst. Dabei ist ein Selbstportrait aber nicht gleichbedeutend mit einer Biographie, einem Lebenslauf oder einer einfachen Personenbeschreibung.

Die Biographie erzählt die ganze Lebensgeschichte oder zumindest weite Teile davon. Ähnlich ist es mit dem Lebenslauf, wobei hier der Werdegang im Vordergrund steht. Eine Personenbeschreibung wiederum beschränkt sich auf die wichtigsten Eckdaten. Ein Selbstportrait verfolgt eine andere Absicht. Durch das Selbstportrait stellt sich der Autor dem Leser vor, lenkt die Aufmerksamkeit dabei aber auf einen bestimmten Aspekt oder ein besonderes Ereignis.

 

Ein Portrait über sich selbst schreiben – 5 Tipps

Die genaue Vorgehensweise beim Schreiben eines Selbstportraits hängt ein bisschen davon ab, wofür das Portrait gedacht ist. Ein Selbstportrait in einer Zeitung, in einer Mitarbeiterzeitschrift oder als Schulaufsatz wird etwas anders aussehen als ein Selbstportrait, das als Klappentext in einem Buch stehen soll. Insgesamt ist ein Portrait über sich selbst aber eine recht persönliche Angelegenheit. Deshalb muss der Autor keine strengen Regeln oder verbindlichen Vorgaben einhalten. Aber es gibt ein paar Tipps, die er beherzigen sollte.

 

Tipp 1: Ein Thema auswählen.

Zuallererst sollte der Autor einen Aspekt auswählen, der das Hauptthema seines Selbstportraits wird und sich als roter Faden durch den ganzen Text zieht. Anders als eine Biographie, die meist die ganze Lebensgeschichte in mehr oder weniger chronologischer Reihenfolge erzählt, steht bei einem Selbstportrait nämlich in aller Regel ein bestimmtes Thema im Vordergrund.

Dieser zentrale Aspekt kann beispielsweise der Beruf, ein besonderes Ereignis, ein großer Erfolg, ein wichtiges Ziel, ein Hobby, eine Charaktereigenschaft, ein entscheidender Wendepunkt im Leben, ein Schicksalsschlag oder auch eine Metapher sein. Das zentrale Thema bildet das Grundgerüst für das Selbstportrait und alle anderen Lebensstationen können in dieses Grundgerüst eingebaut werden.

 

Tipp 2: Abwechslungsreich gliedern.

Ein Selbstportrait, das mit der Geburt beginnt und dann chronologisch dem weiteren Lebenslauf folgt, ist zwar einfacher zu schreiben. Allerdings kann ein solches Selbstportrait auch ziemlich langweilig sein. Besser ist deshalb, wenn der Autor sein Eigenportrait abwechslungsreicher gliedert. So kann er in einem Abschnitt beispielsweise eher biographische Daten in den Vordergrund stellen, in einem anderen Abschnitt auf seine Persönlichkeit eingehen und in einem weiteren Abschnitt eine kurze Anekdote erzählen.

Eine andere Möglichkeit ist, dass sich der Autor in seinem Selbstportrait vorstellt und seine Lebensgeschichte erzählt, indem er verschiedene Situationen heraussucht, die zu seinem zentralen Thema passen. Folgt der Autor dabei der Zeitachse, baut aber zwischendurch immer mal wieder Rückblicke ein, wirkt der Text lebendiger. Die wichtigsten biographischen Daten kann er in einer Infobox aufführen. Durch eine abwechslungsreiche Gliederung wirkt das Selbstportrait wie eine interessante, anschauliche Geschichte und weniger wie ein einfach nur nacherzählter Lebenslauf. 

 

Tipp 3: Interessanten Einstieg wählen.

Das Selbstportrait soll den Leser möglichst von Anfang an in den Text hineinziehen. Damit das gelingt, kann der Autor mit einer Szene aus seinem Leben beginnen, die für ihn besonders wichtig oder für ihn ganz typisch ist.

Dabei sollte der Autor diese Szene möglichst ausführlich und realitätsnah beschreiben, so dass der Leser den Eindruck hat, er wäre selbst dabei gewesen. Dadurch schafft der Autor eine gewisse Nähe und der Leser hat das Gefühl, er würde den Autor kennen. Am Ende des Selbstportraits kann der Autor diese Szene noch einmal aufgreifen. So schließt sich der Kreis und das Selbstportrait ist in sich abgerundet.

 

Tipp 4: Im Präsens schreiben.

Ein Selbstportrait wird meist im Präsens (Gegenwart) geschrieben. Dadurch vermittelt das Selbstportrait Aktualität. Außerdem hat der Leser das Gefühl, näher am Geschehen zu sein. Steht das Selbstportrait in der Vergangenheit, wirkt es schnell wie eine Geschichte, die bereits abgeschlossen ist.

 

Tipp 5: Nicht zu persönlich werden.

Ein Portrait über sich selbst soll weder eine Lobeshymne noch eine kritische Auseinandersetzung mit sich selbst werden. Das Ziel ist vielmehr, dass sich der Autor dem Leser vorstellt. Und der Leser soll sich selbst sein eigenes Bild vom Autor machen können. Deshalb sollte der Autor versuchen, ein gesundes Gleichgewicht zwischen Nähe und Distanz zu finden. Sehr persönliche und private Dinge sollte er besser außen vor lassen.

Hilfreich ist, wenn sich der Autor fragt: Was würde ich über eine Person lesen wollen und was nicht? Wie viel Persönliches kann und will ich einem Fremden über mich preisgeben? Kann ich dem Leser bedenkenlos und ohne komisches Gefühl gegenübertreten, nachdem er mein Eigenportrait gelesen hat?

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