Tagebucheintrag schreiben 

Im Tagebuch werden Erlebnisse und Erinnerungen, Gefühle und Gedanken festgehalten. Und weil es sich um sehr persönliche Aufzeichnungen handelt, gibt es keine strengen Regeln oder verbindlichen Vorgaben. Stattdessen kann jeder die Form für sein Tagebuch wählen, die ihm am besten gefällt.

 

Tagebuch schreiben – von Hand oder mit der Tastatur?

Ein Tagebucheintrag hält fest, was an einem Tag passiert ist, was nicht in Vergessenheit geraten soll oder was aus anderen Gründen wert ist, festgehalten zu werden. Dabei handelt es sich beim Tagebuch in der klassischen Form tatsächlich um ein Buch und die Einträge werden von Hand vorgenommen.

Das Buch wiederum kann ein einfaches Notizbuch, ein Heft oder ein schön gebundenes Buch, vielleicht sogar mit einem kleinen Schloss sein. Der Vorteil von einem Tagebuch in der klassischen Form ist, dass es überall mit hingenommen und leicht vor neugierigen Blicken geschützt werden kann. Zudem ist es einfach schön, das Tagebuch aus früheren Zeiten hervorzukramen und nachzuvollziehen, was einen damals beschäftigte.

Heute wird aber kaum noch von Hand geschrieben. Die meisten fertigen ihre Schriftstücke am Computer. Insofern spricht natürlich nichts dagegen, auch das Tagebuch per PC zu führen. Dazu muss einfach nur eine entsprechende Datei angelegt werden, die regelmäßig um neue Einträge erweitert wird.

Ob es die klassische Form oder die moderne Variante wird, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen. Ratsam ist lediglich, sich für eine Form zu entscheiden und dann auch, zumindest eine gewisse Zeit lang, dabei zu bleiben. Übrigens gibt es eine Kompromisslösung: So können die Tagebucheinträge am Computer geschrieben, später ausgedruckt und zu einem Buch gebunden werden.

 

Tagebuch schreiben – die Inhalte

Das Tagebuch hält Erlebnisse, Gedanken und Gefühle fest. Die Einträge werden chronologisch vorgenommen. Damit ist das Tagebuch eine Autobiographie mit sehr persönlicher Note. Typischerweise beschäftigt sich ein Tagebucheintrag dabei mit Fragen wie:

·         Was ist passiert? Welche Ereignisse gab es? Was habe ich erlebt?

·         Was geht mir durch den Kopf, was beschäftigt mich?

·         Was hat mich gefreut? Was macht mich glücklich?

·         Was hat mich geärgert? Worüber mache ich mir Sorgen? Wer oder was hat mich enttäuscht?

·         Welche Träume, Wünsche und Ziele habe ich?

·         Was möchte ich ändern, was muss anders werden?

·         Was habe ich aus einem Erlebnis gelernt? Welche Konsequenzen werde ich aus einer gemachten Erfahrung ziehen?

Aber natürlich sind das nur Anhaltspunkte. Denn der Autor schreibt das Tagebuch für sich selbst und kann deshalb auch für sich selbst entscheiden, was er aufschreiben möchte und was nicht. 

 

Tagebuch schreiben – der Schreibstil

Beim Tagebuch gibt es keine formalen Vorgaben. Der Autor muss nicht einmal darauf achten, ob die Rechtschreibung und die Grammatik in seinen Einträgen immer korrekt sind. Es geht vielmehr darum, dass der Autor seinen Gedanken und Gefühlen freien Lauf lässt und diese so notiert, wie sie ihm gerade in den Sinn kommen. Konzentriert er sich zu sehr auf das Schreiben als solches, bremst er sich in seinem Fluss nur unnötig aus. Dennoch gibt es ein paar Elemente, die beim Tagebuchschreiben ganz typisch sind und dem Tagebuch eine gewisse Struktur verleihen:

·         Meistens wird ein Tagebuch in der Ich-Form oder zumindest aus der Ich-Perspektive geschrieben.

·         Die Tagebucheinträge werden häufig mit dem jeweiligen Datum versehen. Dadurch wird es im Rückblick einfacher, die beschriebenen Geschehnisse und die notierten Gedanken zeitlich einzuordnen und nachzuvollziehen.

·         Etwas für und an sich selbst zu schreiben, ist nicht immer ganz einfach. Viele gestalten ihre Einträge deshalb in einer Art Briefform, die sich an das Tagebuch als Ansprechpartner richtet. In diesem Fall beginnen die Tagebucheinträge meist mit der Anrede „Liebes Tagebuch, …“. 

 

Tagebuch schreiben – auf die Kontinuität kommt es an!

Das Wichtigste und zugleich Schwierigste beim Tagebuchschreiben ist, es regelmäßig zu tun. Es passiert sehr oft, dass anfangs sehr regelmäßig geschrieben wird, das Tagebuch dann aber mit der Zeit immer mehr und mehr verwaist. Gut ist deshalb, wenn es sich der Autor zur Gewohnheit macht, täglich einen Eintrag zu verfassen.

Dabei muss ein Eintrag nicht sehr lang sein. Zwei, drei Sätze oder sogar nur Stichworte können völlig ausreichen, um alles Wichtige zu notieren. Auch ein Foto, eine Eintrittskarte oder eine getrocknete Blume mit einem kurzen Satz dazu können einen Tagebucheintrag bilden. Mit der Zeit wird das Tagebuchschreiben so zur Routine. Und es bereitet ein großes Lesevergnügen, nach ein paar Jahren nachzuvollziehen, was einen seinerzeit warum und wie bewegte.

 

Ein Tagebucheintrag als Aufsatz in der Schule 

Manchmal steht in der Schule ein Tagebucheintrag als Kurzaufsatz auf dem Programm. Ein solcher Aufsatz wird etwas anders geschrieben als ein klassischer Aufsatz. So gibt es keine festgelegte Form und auch keine Gliederung im Sinne einer Einleitung, eines Hauptteils und eines Schlussteils. Stattdessen kommt es auf folgende Punkte an:

·         Der Schüler beschreibt ein oder mehrere Erlebnisse und ergänzt sie um seine Gedanken dazu. Was hat ihm gefallen? Was fand er blöd? Was hat ihn gefreut? Worüber hat er sich geärgert? Was hat er gedacht und gefühlt?

·         Der Tagebucheintrag ähnelt einem inneren Monolog, ist also eine Art Selbstgespräch. Deshalb muss der Schüler seine Gedanken nicht in eine sinnvolle, chronologische Reihenfolge bringen. Stattdessen kann er sie so aufschreiben, wie sie ihm in den Sinn kommen.

Der Schreibstil ist locker, natürlich und gefühlsbetont. Ein Tagebucheintrag ist kein trockener und distanzierter Bericht!

Mehr Anleitungen, Tipps, Vorlagen und Ratgeber:

Thema: Tagebucheintrag schreiben

Kommentar schreiben

Diese Webseite benutzt Cookies. Einwilligen ? Mehr Infos | Akzeptieren