Eine Verabschiedungsrede für den Kollegen halten – die wichtigsten Infos und Tipps dazu

 

Wenn ein Mitarbeiter aus dem Unternehmen ausscheidet, ist es üblich, dass bei seinem Ausstand eine kurze Verabschiedungsrede gehalten wird. Dies gilt vor allem dann, wenn der Mitarbeiter längere Zeit in dem Unternehmen tätig war oder eine höhere Position bekleidet hat.

In einer Verabschiedungsrede werden drei wesentliche Aussagen zum Ausdruck gebracht. Zum einen sind dies der Dank für die erbrachten Leistungen und die Zusammenarbeit, zum anderen das Bedauern über den Weggang. Der dritte Aspekt sind die guten Wünsche für die weitere Zukunft des Mitarbeiters.

Aber wer hält die Verabschiedungsrede für den Kollegen überhaupt? Wie können die Abschiedsworte formuliert werden und worauf gilt es bei einer Verabschiedungsrede sonst noch zu achten?:

 

Eine Verabschiedungsrede für den Kollegen halten – die wichtigsten Infos und Tipps dazu

Die Rede bei einer Verabschiedungsfeier erfordert durchaus ein wenig Fingerspitzengefühl. Einerseits braucht sie nämlich eine gute Portion an persönlicher Note. Andererseits soll die Rede ehrlich wirken und weder zu rührselig werden noch zu sehr nach Standardtext klingen.

Hinzu kommt, dass eine Verabschiedungsrede nicht nur dazu dient, den Mitarbeiter zu verabschieden. Stattdessen ist eine Verabschiedungsrede eine Mischung aus dem Rückblick auf die vergangenen Jahre, der Vorschau auf die Zukunft, Dank und guten Wünschen.

Damit die Verabschiedungsrede gelingt, dem scheidenden Kollegen in positiver Erinnerung bleibt und seinen Ausstand angemessen begleitet, sollten deshalb folgende Regeln und Tipps eingehalten werden:

 

1. Den richtigen Redner auswählen.

Eine gelungene Verabschiedungsrede kennzeichnet sich durch eine persönliche und individuelle Note und zugleich durch eine positive Grundhaltung. Deshalb sollte die Rede immer von jemandem gehalten werden, der den scheidenden Mitarbeiter kennt und ein gutes Verhältnis zu ihm hatte.

Es macht wenig Sinn, wenn der Redner ein Vorgesetzter ist, der mit dem Mitarbeiter kaum etwas zu tun hatte und umgekehrt, oder ein Kollege, mit dem es regelmäßig Spannungen gab. Die Rede könnte dann nämlich entweder unterkühlt oder scheinheilig wirken. Besser ist deshalb, wenn die Verabschiedungsrede von einem Kollegen gehalten wird, der lange und vor allem gerne mit dem scheidenden Mitarbeiter zusammengearbeitet hat.

Die Hierarchie spielt bei einer Verabschiedungsrede letztlich keine Rolle.

 

2. Vier Fragen beantworten.

Die Verabschiedungsrede sollte Antworten auf vier Fragen geben, nämlich

1.       Welche besonderen Leistungen hat der Kollege erbracht?

2.       Was machte seinen Arbeitsstil und ihn als Kollegen aus?

3.       Welche Charakterzüge und Eigenschaften kennzeichnen ihn als Person?

4.       Was wird fehlen, wenn er nicht mehr da ist? Warum ist es schade, dass er geht?

Um die Leistungen des Kollegen zu würdigen und ihm als Mensch Dank und Annerkennung auszusprechen, ist es aber nicht notwendig, jedes noch so kleine Detail zu erwähnen. Es reicht völlig aus, sich auf zwei, drei wichtige Punkte zu beschränken.

 

3. Die Rede humorvoll gestalten.

In der Verabschiedungsrede geht es zwar darum, dem Kollegen zu danken und seine Leistungen zu würdigen. Aber eine Verabschiedungsrede ist weder ein Nachruf noch eine Grabrede! Damit die Rede nicht zu rührselig wird, sollte sie deshalb immer auch heitere und humorvolle Züge haben.

Dies kann beispielsweise erreicht werden, indem eine lustige Anekdote erzählt, mit einem Augenzwinkern auf die Schwächen des Kollegen angespielt oder auch ein witziges Zitat eingebaut wird. Natürlich soll die Abschiedsrede weder eine Abrechnung sein noch den Kollegen bloßstellen. Ein wenig Humor lockert die Stimmung jedoch auf. Zudem wird so verhindert, dass die Rede wie ein aufgesetzter und scheinheiliger Lobgesang wirkt.

 

4. Gute Wünsche für die Zukunft aussprechen.

Es kann sein, dass die Belegschaft tatsächlich traurig darüber ist, dass der Kollege künftig nicht mehr da sein wird. Vielleicht sind die Kollegen auch ein klein wenig neidisch, weil der scheidende Mitarbeiter seinen wohlverdienten Ruhestand antreten kann, während sie selbst noch einige Arbeitsjahre vor sich haben.

Möglicherweise sind die Kollegen auch etwas enttäuscht, weil der Mitarbeiter zur Konkurrenz wechselt. Vielleicht ist der eine oder andere aber insgeheim auch ganz froh, dass der Kollege geht. Doch egal wie die Gefühlslage aussieht, gilt, dass die Verabschiedungsrede immer positiv auf die Zukunft blicken und dem Kollegen gute Wünsche für seinen weiteren Weg mitgeben sollte. 

 

5. Auf einen logischen Aufbau und einen eher einfachen Stil achten.

Wie praktisch jede Rede sollte sich auch eine Verabschiedungsrede in eine Einleitung, einen Mittelteil und einen Schlussteil gliedern. Wichtig ist zudem, auf einen eher einfachen Stil mit kurzen und verständlichen Sätzen zu achten. Hochtrabende Formulierungen in endlos langen Sätzen führen dazu, dass die Rede schnell so hochgestochen wirkt, dass kaum einer wirklich zuhören möchte.

Oder aber die Rede wird so kompliziert, dass die Anwesenden ihr kaum folgen können. Was die Länge angeht, gilt als grobe Faustregel, dass in fünf bis allerhöchstens zehn Minuten alles gesagt sein sollte.

 

Eine Verabschiedungsrede für den Kollegen halten – ein Musterbeispiel

 

Liebe/r Frau/Herr ______________, werte Kolleginnen und Kollegen!

 

Ein Unternehmen kann immer nur so gut und erfolgreich sein, wie das Team, das dahintersteht. Wenn dann eines der Teammitglieder geht, fällt der Abschied natürlich schwer. Denn ähnlich wie bei einem Puzzle fehlt ein Teilchen. Dieses Puzzlestück mag für sich alleine gesehen vielleicht nur ein recht kleines Teilchen sein.

Trotzdem ist dieses Puzzlestück sehr wichtig, denn ohne es ist das Bild nicht komplett. Na ja, und ganz uneigennützig ist das Bedauern auch nicht. Schließlich lässt wohl kein Chef eine/n gute/n Mitarbeiter/in gerne gehen.

 

Frau/Herr ___________ ist vor ______ Jahren Teil unseres Teams geworden. Wir alle haben sie/ihn als zuverlässige/n und fleißige/n, als faire/n und hilfsbereite/n Kollegin/Kollegen kennengelernt. Sie/Er hatte meistens noch eine Lösung parat, wenn uns allen schon die Ideen ausgegangen waren, und hatte ein besonderes Geschick dafür, uns mit guten Argumenten zu überzeugen.

Frau/Herr _______ war aber auch genauso bereit, sich überzeugen zu lassen, wenn jemand noch bessere Argumente hatte. Nicht zuletzt ist Frau/Herr ein offener, fröhlicher Mensch, meistens gut gelaunt und immer für einen kleinen Plausch zu haben. Liebe/r Frau/Herr _________ ich möchte mich im Namen des gesamten Teams für Ihre Arbeit, Ihr Engagement und die freundschaftliche Zusammenarbeit bedanken.  

Wenn wir Sie, liebe/r Frau/Herr ____________, verabschieden, so geschieht das mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Mit einem weinenden Auge, weil Sie uns als Mitarbeiter/in, als Kollegin/e und als Mensch fehlen werden. Mit einem lachenden Auge, weil wir uns für Sie freuen und es Ihnen von Herzen gönnen, dass Sie nun Ihren Ruhestand genießen/neue berufliche Ziele anpacken/ihre persönlichen Lebensziele in Angriff nehmen können.

Natürlich wünschen wir Ihnen für Ihren weiteren Weg alles Gute, beste Gesundheit und immer das bisschen Glück, das es braucht. Abschließen möchte ich mit Ernst von Feuchtersleben, der da sagte: „Wenn Menschen auseinandergehen, so sagen sie auf Wiedersehen!“

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