Kinderbücher und Jugendbücher schreiben

- gute Tipps für gelungene Bücher

 

Es gibt viele Hobby-Schriftsteller, die zwar gerne ein eigenes Buch schreiben möchten, sich einen großen Roman, einen Gedichtband oder ein Fachbuch aber nicht so ganz zutrauen.

Also denken einige darüber nach, ob ein Buch für Kinder und Jugendliche nicht vielleicht die bessere Wahl für das Erstlingswerk wäre. Genauso gibt es aber auch Autoren, die bereits Bücher veröffentlicht haben und sich nun dem Kinder- und Jugendbuch widmen möchten.

 

Generell wird das Genre Kinder- und Jugendbuch häufig unterschätzt und wirklich gute Kinder- und Jugendbücher zu schreiben, ist bei Weitem nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick vielleicht erscheint. So gilt es bei Büchern für Kinder und Jugendliche einige Punkte zu beachten, wenn die Bücher ihre Zielgruppe auch tatsächlich erreichen sollen.

Für diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, Kinder- und Jugendbücher zu schreiben, hier ein paar gute Tipps für gelungene Bücher: 

 

Kinder- und Jugendbücher schreiben -

die Zielgruppe definieren

 

Der erste Schritt auf dem Weg zum gelungenen Kinder- oder Jugendbuch besteht darin, die Zielgruppe konkret zu definieren. Es reicht nicht aus, einfach nur für Kinder oder Jugendliche schreiben zu wollen, denn ein Buch für ein 2-jähriges Kind muss anders aufgebaut sein als ein Buch für ein 12-jähriges Kind und ein 8-jähriges Kind hat andere Interessen als ein 16-jähriger Jugendlicher.

Der Autor muss sich also zunächst einmal Gedanken darüber machen, welche Altersgruppe er mit seinem Buch überhaupt ansprechen möchte.

 

Dabei lassen sich Kinder- und Jugendliche prinzipiell in folgende Gruppe einteilen:

  • Bei Büchern für die Kleinsten handelt es sich meist um reine Bilderbücher. Diese Bücher erzählen nicht unbedingt eine Geschichte, sondern im Vordergrund steht eher, die bis zu etwa 2 Jahre alten Leser beim Spracherwerb zu unterstützen.

 

  • Bücher für 3 bis 5 Jahre alte Kinder sind üblicherweise als Bilderbücher mit wenig Text aufgebaut. Kinder in dieser Altersstufe besuchen den Kindergarten und lernen, sich in eine Gruppe einzufügen, sich durchzusetzen, die Meinungen anderer zu akzeptieren und Kompromisse zu schließen. Zudem rückt die Schulzeit immer näher, was das Interesse an Buchstaben und Zahlen weckt. Bücher für diese Altersgruppe beschäftigen sich thematisch hauptsächlich mit Geschichten rund um das alltägliche Leben. 

 

  • Die nächste Alterstufe bilden die 6- bis 9-Jährigen, die sogenannten Erstleser. Bei Büchern für diese Altersgruppe halten sich Bilder und Texte in etwa die Waage. In den Geschichten geht es um das alltägliche Leben und den Schulalltag, aber auch Tier-, Gespenster- und Abenteuergeschichten stoßen auf Interesse.

 

  • Kinderbücher für 10- bis 12-Jährige enthalten nur noch wenige oder keine Bilder mehr. Ab dieser Altersgruppe kommt allerdings zunehmend das Geschlecht zum Tragen. So sind es deutlich häufiger Mädchen, die zum Buch greifen, während Jungen zunehmend seltener Bücher lesen. Aus diesem Grund werden Bücher für diese Altersklasse von den typischen Mädchenthemen dominiert, daneben finden sich aber auch altersgerechte Kriminalgeschichten in den Regalen.

 

  • Jugendbücher richten sich an Leser ab 12 Jahren, wobei auch hier Mädchen den größeren Teil der Zielgruppe ausmachen. Die Bücher erzählen Abenteuer- und Kriminalgeschichten, daneben sind aber auch das alltägliche Leben, die Familie und die erste große Liebe typische Themen für Jugendbücher. 

 

Kinder- und Jugendbücher schreiben – die Botschaft

Kinder- und Jugendbücher sollten zum einen natürlich einem pädagogischen und moralischen Anspruch gerecht werden. Der sprichwörtliche erhobene Zeigefinger ist dabei allerdings fehl am Platze, sondern es geht vielmehr darum, sich einem Thema auf unterhaltsame und spielerische Weise zu nähern. Zum anderen ist ein entscheidendes Kriterium, dass das Buch Spaß machen muss.

Ein gelungenes Kinder- und Jugendbuch zeichnet sich dadurch aus, dass die jungen Leser gerne zu dem Buch greifen, weil sie die Geschichte mögen und sich gut unterhalten fühlen, während sich der Lerneffekt mehr oder weniger nebenbei ergibt.

Vor allem wenn es um Fragestellungen geht, mit denen sich Kinder und Jugendliche immer wieder konfrontiert sehen, beispielsweise Alkohol und Drogen, fremde Kulturen, Gewalt, Sexualität oder das Leben in einer Patchwork-Familie, sollte der Autor nicht versuchen, die Rolle einer Instanz einzunehmen, die erklärt, was richtig und was falsch ist. Das Buch sollte seine Leser vielmehr darin unterstützen, die Problematiken zu verstehen, sich eine eigene Meinung zu bilden und eine selbstbewusste, offene und tolerante Haltung zu entwickeln.

Unabhängig vom Thema gilt für Kinder- und Jugendbücher, dass die Handlung nicht zu kompliziert sein darf. Zudem gilt es, die richtige Sprache zu finden, die weder zu einfach noch zu komplex und unverständlich sein sollte. Damit die jungen Leser das Interesse nicht verlieren, sollte die Geschichte außerdem mit einem Ereignis beginnen und eine Identifikationsfigur gleich am Anfang vorstellen.

Eine lange Vorgeschichte, die erst allmählich in die Handlung einführt und deren Sinn sich erst am Ende des Buches erschließt, ist für junge Leser eher ungeeignet. Wenn die ersten Seiten nämlich aus Sicht der Kinder und Jugendlichen langweilig sind, hat das Buch kaum eine Chance, überhaupt weiter gelesen zu werden.

 

Kinder- und Jugendbücher schreiben – die Perspektive

Um die Geschichte in seinem Kinder- oder Jugendbuch zu erzählen, kann der Autor aus mehreren Perspektiven wählen:

  • Der auktoriale Erzähler ist gewissermaßen allwissend. Er kennt alle Figuren, weiß über deren Vergangenheit und Zukunft Bescheid und kann jederzeit den Ort des Geschehens wechseln. Er tritt eher distanziert auf, weiß aber dennoch, wie die Figuren denken, fühlen und handeln. Die auktoriale Erzählperspektive macht vor allem dann Sinn, wenn weniger die Figuren, sondern in erster Linie die Handlung der Geschichte im Vordergrund steht oder wenn eine Geschichte erzählt wird, die sich über einen recht langen Zeitraum erstreckt und in der viele Figuren auftauchen.

 

  • Der personale Erzähler erzählt die Geschichte aus der Sichtweise einer Figur. Diese Figur wird zum sogenannten Perspektivträger, der Erzähler versetzt sich in die Rolle der Figur und gibt wieder, was sie erlebt, was sie weiß, wie sie handelt, was sie denkt und was sie fühlt. Allen anderen Figuren begegnet der Erzähler, ohne in sie hineinschauen zu können. Da die Leser und der Perspektivträger über die gleichen Informationen verfügen und die gleichen Erfahrungen machen, entwickelt sich eine Nähe, durch die sich die Leser in die Figur hineinversetzen können. Die personale Erzählperspektive eignet sich in erster Linie für Geschichten mit einer tragenden Hauptfigur und mit einem klaren Ablauf ohne großartige Nebenhandlungen.

 

  • Der Ich-Erzähler ist direkt in die Geschichte integriert und erzählt sie entweder rückblickend oder so, wie sie aktuell passiert. Er kann die Hauptfigur oder eine Nebenfigur sein, darf kommentieren und interpretieren, erzählen, verschweigen und lügen, kann aber immer nur über das berichten, was er selbst erlebt, sieht, denkt und fühlt. Die Geschichte in Ich-Form zu erzählen, bietet sich vor allem dann an, wenn es darum geht, die inneren Konflikte zu schildern, die eine Person in einer bestimmten Situation erlebt.

 

  • Der objektive Erzähler gibt die Geschichte nüchtern, sachlich und distanziert wieder. Er kommentiert nicht und zeigt keine Gefühle, sondern beschränkt sich ähnlich wie ein Nachrichtensprecher darauf, die Ereignisse zu schildern. Die objektive Erzählperspektive kann ein Mittel sein, um Sensationelles, Spannendes, Aufwühlendes oder Schreckliches durch die absolut sachliche und neutrale Wiedergabe besonders wirkungsvoll darzustellen.

 

  • Wird die Geschichte aus der Multiperspektive erzählt, wechseln sich mehrere personale und Ich-Erzähler ab. Die Erzähler müssen sich dabei aber klar voneinander unterscheiden lassen und insgesamt sollte es auch nicht zu viele Erzähler geben, denn sonst wird die Geschichte schnell unübersichtlich. Insgesamt ist die Multiperspektive in Romanen für Erwachsene besser untergebracht, für Kinder- und Jugendbücher ist sie eher nicht geeignet.

 

Wenn Kinder und Jugendliche ein Buch lesen, ist für sie wichtig, dass sie sich mit der Hauptfigur identifizieren, sich in sie hineinversetzen und mit ihr mitfühlen können. Diese Entscheidung fällt üblicherweise direkt zu Beginn und wird maßgeblich von der Erzählperspektive bestimmt. Insofern sollte sich der Autor für eine Erzählperspektive entscheiden und diese durch das ganze Buch hindurch beibehalten.

 

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Thema: Kinderbücher und Jugendbücher schreiben – gute Tipps

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