Was ist ein Manuskript? 

Wenn der Autor möchte, dass sein Buch veröffentlicht wird, muss er sein Manuskript beim Verlag einreichen. Dabei sollte das Manuskript den Normen entsprechen.

 

Das Wichtigste auf einen Blick:

·         Ein Manuskript ist eigentlich ein handgeschriebenes Werk.

·         Unter einem Manuskript wird im allgemeinen Sprachgebrauch eine maschinenschriftliche Druckvorlage verstanden.

·         Der Autor sollte zuerst eine Leseprobe beim Verlag einreichen. Das Manuskript kann er nachreichen, wenn ihn der Verlag dazu auffordert.

·         Das Manuskript sollte den vorgegebenen Richtlinien entsprechen.

 

Was ist ein Manuskript?

Der Begriff Manuskript leitet sich vom lateinischen manu scriptum ab, was übersetzt von Hand geschriebenes bedeutet. Ein Manuskript ist somit eigentlich eine handgeschriebene Publikation, also beispielsweise ein handschriftlicher Brief oder ein von Hand geschriebenes Buch.

Im engeren Sinne werden als Handschriften nur solche Werke verstanden, die mit Tinte oder einer vergleichbaren Farbe auf Papier, Pergament oder Papyrus geschrieben sind. Im Unterschied dazu sind beispielsweise Inschriften keine Handschriften, denn sie sind nicht von Hand geschrieben, sondern in Stein gemeißelt. Lange Zeit waren solche Handschriften die einzige Form von schriftlichen Werken. Erst mit der Erfindung des Buchdrucks wurden die Manuskripte allmählich abgelöst.

Heute ist meist eine maschinenschriftliche Druckvorlage gemeint, wenn von einem Manuskript die Rede ist. Das gilt vor allem im Zusammenhang mit einem Werk, das der Autor einem Verlag vorstellen möchte. Der Autor schreibt also sein Buch und reicht es dann als Manuskript beim Verlag ein.

 

Erst die Leseprobe, dann das Manuskript!

Grundsätzlich ist es keine gute Idee, ein Manuskript einfach so an einen Verlag zu schicken. Denn die Chancen, dass der Lektor das Manuskript liest und das Buch daraufhin veröffentlicht wird, stehen eher schlecht. Das hat aber nichts damit zu tun, wie gut oder gelungen das Buch ist. Der Grund ist vielmehr, dass bei den Verlagen täglich zahlreiche Manuskripte eingehen. Sie alle zu lesen und zu bewerten ist praktisch unmöglich.

Sinnvoller ist deshalb, wenn der Autor zunächst einmal herausfindet, wer der zuständige Ansprechpartner im Verlag ist. Meist wird das ein Lektor sein. An diesen Ansprechpartner sollte sich der Autor wenden und ihm seine Buchidee vorstellen. Hat der Lektor Interesse und könnte das Buch zum Verlagsprogramm passen, wird der Lektor den Autor um ein Exposé und eine Leseprobe bitten.

·         Das Exposé ist eine Übersicht, die das Buch in Kurzform zusammenfasst. Dabei hat das Exposé die Aufgabe, alle Informationen bereitzustellen, die für eine Beurteilung des Buches notwendig sind. Dazu schildert das Exposé auf höchstens zwei Seiten, wovon das Buch handelt, in welches Genre es gehört und wer die Zielgruppe ist. Außerdem sollte das Exposé verdeutlichen, was das Besondere an dem Buch ist und wodurch es sich von anderen Büchern aus diesem Themengebiet unterscheidet.

·         Die Leseprobe ist ein Ausschnitt aus dem Manuskript. Sie umfasst zwischen zehn und 30 Seiten. Meist werden als Leseprobe zwei Kapitel oder zwei Passagen aus dem Buch ausgewählt. Ratsam dabei ist, zum einen das erste Kapitel des Buches auszusuchen. Denn das erste Kapitel stellt das Thema vor und führt den Leser in das Buch ein. Außerdem deuten sich im ersten Kapitel die Grundstimmung des Buches und der Schreibstil an. Zum anderen kann er Autor ein Kapitel oder eine Passage aus der zweiten Hälfte des Buches auswählen. So hat der Lektor einen guten Querschnitt vor sich und kann abschätzen, wie sich das Thema entwickelt.

Haben das Exposé und die Leseprobe den Lektor überzeugt, wird er den Autor bitten, das Manuskript einzureichen. Und erst jetzt sollte der Autor sein Manuskript auch wirklich an den Verlag schicken. Denn der Lektor erwartet das Manuskript und wird sich folglich damit beschäftigen. Damit ist zwar noch nicht gesagt, dass das Buch veröffentlicht wird. Aber das Manuskript wird wenigstens nicht ungelesen wieder zurückgeschickt.

 

Welche Vorgaben gelten für ein Manuskript?

Anders als bei seinem Buch kann sich der Autor bei seinem Manuskript nicht kreativ austoben. Denn die meisten Verlage verlangen, dass ein eingereichtes Manuskript bestimmte formale Richtlinien erfüllt. Der Grund hierfür ist, dass Standard- oder Normseiten die Arbeit des Lektors vereinfachen. So kann er mit einem Blick den Umfang des Manuskripts einschätzen. Außerdem bietet ihm eine Normseite genug Platz für Anmerkungen und Korrekturen. Doch wie sieht so eine Standardseite aus?

Die Normseite stammt aus dem Zeitalter der Schreibmaschine. Heute ist es dank Computer problemlos möglich, einen Text zu formatieren. Deshalb sind die Anforderungen nicht mehr ganz so streng. Hinzu kommt, dass Verlage teils eigene Richtlinien vorgeben. Der Autor sollte sich deshalb erkundigen, was sein Verlag gerne möchte. Grundsätzlich gelten aber folgende Vorgaben:

 

FormatDIN A4
Beschriftungeinseitig
Umfang30 Zeilen mit je 60 Anschlägen
Zeilenabstand1,5-fach oder doppelt
Schriftgröße12 Punkt
SchriftartCourier New oder Arial
SatzFlattersatz, linksbündig
zusätzliche AngabenSeitenzahl, Titel und Name des Autors

 

Im Internet findet der Autor Vorlagen für Normseiten. Richtet er seine Standardseite selbst ein, sollte er die Seitenränder so einstellen, dass auf seiner Seite 30 Zeilen Platz haben und in jede dieser Zeilen 60 Zeichen passen. Dabei sind mit Zeichen wirklich alle Zeichen gemeint, also nicht nur Buchstaben und Ziffern, sondern auch Satzzeichen und Leerzeichen.

Und: Generell ist der Autor gut beraten, wenn er sein Buch von Anfang an auf Normseiten schreibt. So spart er nämlich jede Menge Zeit, wenn er sein Manuskript für die Abgabe beim Verlag bearbeitet. Schließlich muss er sich dann nur noch um die Inhalte und die Rechtschreibung kümmern. Die Formatierung ist bereits erledigt.

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