Wie findet der Autor Ideen für Texte?

 

Wer einen Text schreiben möchte, braucht eine Idee. Schließlich kann kein Autor einen Text verfassen, wenn er nicht weiß, worüber er überhaupt schreiben will. Nun geben sich viele aber nicht mit irgendeiner Idee zufrieden. Stattdessen möchten viele Autoren möglichst eine eigene, neue, einzigartige, so noch nie dagewesene Idee finden.

Sie möchten einen Text oder gleich einen ganzen Roman schaffen, der außergewöhnlich und einmalig ist. Diese Suche nach der perfekten Idee ist jedoch letztlich der falsche Weg. Natürlich ist die Idee die Grundlage für einen Text und insofern wichtig und unverzichtbar. Aber die Idee ist eben nur die Grundlage, der Ausgangspunkt, eine Art Rohstoff – und entscheidend ist, was der Autor aus der Idee macht.

 

Wie findet der Autor Ideen für Texte?

Manchmal scheint es wie verhext: Es gibt Tage, an denen die Ideen nur so sprudeln. An anderen Tagen will dem Autor irgendwie so gar nichts einfallen. Meist ist das wiederum gerade dann der Fall, wenn sich der Autor bewusst vorgenommen hat, einen Text zu verfassen.

Nun ist es aber keineswegs so, dass die Ideen irgendwo verschwunden sind. Stattdessen ist der Autor oft so auf die Suche nach einer großartigen, perfekten Idee konzentriert, dass er mögliche Themen für seinen Text schlichtweg übersieht. Der Autor muss also lernen, seine Sinne zu schärfen, seine Augen offen zu halten und sein Umfeld bewusst wahrzunehmen. So können ein Geräusch, ein Geruch, ein Gespräch, eine Schlagzeile in der Zeitung, eine zufällig beobachtete Szene oder ein kurzer Ausschnitt aus einem Film eine Idee liefern.

Eine Idee kann entstehen, wenn der Autor seinen Blick über den Schreibtisch schweifen lässt und an irgendeinem Gegenstand hängen bleibt, oder wenn er darüber nachdenkt, was er noch erledigen muss, was er einkaufen möchte oder wen er anrufen wollte. Eine Idee kann sich entwickeln, wenn der Autor irgendeinen Text liest und an einer bestimmten Stelle einen ganz anderen Verlauf erwartet hätte.

Ideen müssen außerdem nicht immer nur auf kreativen Einfällen beruhen. Stattdessen lassen sich Ideen auch erarbeiten. Hierzu muss sich der Autor vor Augen führen, dass nahezu alle Geschichten von ähnlichen Grundideen ausgehen. So geht es um die Liebe, um Krieg und Frieden, um die Suche nach dem Glück, um den Kampf zwischen Gut und Böse, um Schicksalsschläge oder um Katastrophen.

An diesen grundlegenden Motiven kann sich der Autor bedienen und seine eigene Idee entwickeln, indem er das Grundschema abwandelt, ergänzt, seine eigene Wendung kreiert oder sich interessante Figuren ausdenkt. Dadurch wiederum verarbeitet er den Rohstoff in seiner ihm eigenen Art und Weise, er macht also etwas aus der Idee. Damit erklärt sich dann übrigens auch, weshalb völlig unterschiedliche Texte entstehen, wenn und obwohl mehrere Autoren über dasselbe Thema schreiben.

Übrigens ist es keineswegs langweilig, wenn der Autor einfach aus seinem Leben erzählt oder Ereignisse schildert, die jemand aus seinem Umfeld erlebt hat. Durch diese Geschichten beschreibt er nämlich nie die Realität, sondern lediglich ein Abbild davon. Dies lässt sich am Beispiel eins Malers verdeutlichen: Ein Maler findet sein Bild auch nicht, indem er eine Person, einen Gegenstand oder eine Landschaft sieht.

Was er sieht, ist lediglich das Motiv für sein Bild. Dieses Motiv verarbeitet er, indem er ein Gemälde schafft und dabei bewusst eine Perspektive und einen Abstand auswählt, Kleinigkeiten verändert, Makel kaschiert und Vorzüge betont. Zudem malt er sein Motiv so, wie er es sieht oder sehen möchte. Das fertige Bild ist somit ein mehr oder weniger realistisches Abbild, aber eben nicht die tatsächliche Realität. Bei einem Autor ist das ähnlich. Selbst wenn der Autor eine Biographie schreibt, erzählt er nicht das Leben der Person, sondern er erzählt über deren Leben. 

 

Woran erkennt der Autor eine gute Idee?

Viele Autoren nehmen das Interesse der potenziellen Leser als Maßstab für die Bewertung einer Idee. Befürchtet ein Autor, dass sein Text ein Thema behandelt, das kaum jemanden ansprechen wird, wird er die Idee oft verwerfen. Natürlich schreibt ein Autor für Leser und möchte folglich, dass seine Arbeit von möglichst vielen gelesen und positiv beurteilt wird.

Aber im Hinblick auf die Idee ist zunächst nicht entscheidend, welche Bedeutung sie für die Leser hat. Entscheidend ist vielmehr, dass der Autor einen Einfall hat, der ihm Spaß macht und seine Phantasie anregt. Er muss ein Thema finden, das ihn begeistert, ihn inspiriert und mit dem er sich gerne beschäftigt.

Hat der Autor eine Idee gefunden, die es ihm ermöglicht, daraus einen guten, unterhaltsamen oder besonderen Text zu formen, hat er eine gute Idee gefunden.

 

Wie geht es weiter, wenn der Autor eine Idee gefunden hat?

Wie es weitergeht, wenn der Autor weiß, worüber er schreiben möchte, hängt in erster Linie vom Autor selbst ab. Es gibt Autoren, die einfach aus dem Bauch heraus schreiben. Andere Autoren planen ihre Schreibarbeit sorgfältig, erstellen eine Gliederung, erarbeiten ein Konzept und beginnen erst dann, ihre Idee nach und nach in einem Text umzusetzen.

Hier muss der Autor also für sich den Weg finden, der ihm persönlich liegt. Eine Rolle spielt aber natürlich auch, welche Art von Text es werden soll. Ein Bericht, eine Kurzgeschichte oder ein Gedicht können durchaus ohne größere Vorbereitungen verfasst werden. Soll es hingegen ein langer Roman werden, wird es kaum ohne Konzept gehen. Die Gefahr, dass sich der Autor irgendwo in seiner Geschichte verzettelt und den Hauptkonflikt aus den Augen verliert, ist ohne Konzept nämlich recht groß.

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