Geschichten schreiben

Geschichten schreiben 

Eigentlich ist es gar nicht so schwer, Geschichten zu schreiben. Und weil der Autor seine eigene Geschichte erzählt, kann er auch selbst entscheiden, was er wie erzählen will. Ein paar grundlegende Dinge sollte er aber dennoch beachten.

 

Der Aufbau einer Geschichte

Eine Geschichte braucht einen klaren Aufbau. Andernfalls besteht die Gefahr, dass der Leser irgendwann nicht mehr mitkommt. Dabei gliedert sich eine Geschichte grundsätzlich in drei Teile, nämlich

Roman;“>1.       einen Anfang,

2.       einen Mittelteil und

3.       einen Schluss.

Auf die einzelnen Teile gehen wir gleich noch näher ein. Dass es einen Grundaufbau gibt, heißt aber nicht, dass alle Geschichten genau gleich aufgebaut sind. So kann der Anfang beispielsweise sehr, sehr kurz sein und auch der Schlussteil kann aus gerade einmal einem Satz bestehen. Dafür kann der Mittelteil in mehrere Abschnitte aufgeteilt sein. Genauso ist aber möglich, dass alle drei Teile der Geschichte fast gleichlang sind. Der Grundaufbau ist also in erster Linie ein Gerüst, das dem Autor dabei hilft, seine Geschichte zu planen und zu schreiben.

 

1. Der Anfang

Der Anfang lotst den Leser in die Geschichte. Wichtig ist deshalb, dass der Anfang interessant ist und der Leser Lust bekommt, die ganze Geschichte zu lesen.

Den Anfang sollte der Autor nutzen, um dem Leser die Hauptfiguren der Geschichte vorzustellen. Dabei kann der Autor die Figuren beschreiben und erzählen, wo sie sind und was sie gerade machen. Eine andere Möglichkeit ist, dass die Figuren etwas tun. Auch so lernt der Leser die Figuren kennen. Gleichzeitig spart sich der Autor eine langatmige Vorrede und steigt direkt an einem spannenden Punkt in die Geschichte ein.

 

2. Der Mittelteil

Der Mittelteil erzählt die eigentliche Geschichte. Dabei beginnt die Geschichte oft recht harmlos, entwickelt sich zunehmend weiter und wird immer spannender, bis sie schließlich ihren Höhepunkt erreicht. Diese allmähliche Entwicklung bis zum Höhepunkt wird als Spannungsbogen bezeichnet.

Allerdings muss es der Autor nicht bei einem Spannungsbogen belassen. Stattdessen kann er mehrere Spannungsbögen aufbauen, die jeweils kleinere Handlungen erzählen. In vielen Geschichten gibt es sogar beides: Es gibt eine Hauptgeschichte, die immer spannender wird, und mehrere Nebengeschichten, die sich ebenfalls steigern. Zwischendurch oder am Ende treffen die Erzählstränge dann zusammen, verbinden sich und enden im Höhepunkt.

 

3. Der Schluss

Der Schlussteil beendet die Geschichte. Dabei kann die Geschichte ein überraschendes Ende nehmen, mit einem Happyend enden, dramatisch zu Ende gehen oder traurig ausklingen. Auch ein offenes Ende, bei dem sich der Leser selbst überlegen kann oder muss, wie die Geschichte aufhört, ist möglich. Wichtig ist nur, dass der Autor die Geschehnisse aus dem Mittelteil seiner Geschichte auflöst.

 

Der rote Faden

Jede Geschichte braucht einen roten Faden, der sich durch die ganze Geschichte zieht. Dieser rote Faden lenkt den Leser durch die Geschichte. Der Leser muss also nur dem roten Faden folgen, damit er die Handlung nachvollziehen und die Geschichte verstehen kann. Für den Autor heißt das, dass das, was er erzählt, logisch aufeinander aufbauen muss. Wenn er wichtige Dinge einfach weglässt oder in seinen Erzählsträngen wild hin und her springt, findet der Leser keinen roten Faden, dem er folgen kann.

 

Die Erzählperspektive

Der Autor hat zwei Perspektiven zur Auswahl, um seine Geschichte zu erzählen:

1.       Ich-Perspektive: In diesem Fall schreibt der Autor seine Geschichte in der Ich-Form. Dabei kann er von sich selbst erzählen oder in eine Figur seiner Geschichte schlüpfen. Durch die Ich-Perspektive sieht der Leser die Welt mit den Augen der Figur, die die Geschichte erzählt. So weiß er, was die Figur denkt und fühlt und kann mit ihr mitfiebern.

2.       In der dritten Person: In dieser Perspektive wird der Autor zum Erzähler. Dabei kann er die Rolle eines Beobachters einnehmen und dem Leser berichten, was passiert. Als Beobachter erzählt er aber nur das, was die Figuren in seiner Geschichte erleben, sagen und wissen. Eine andere Möglichkeit ist, dass der Autor die Rolle des allwissenden Erzählers übernimmt. Dann weiß er mehr als seine Figuren. Dadurch kann er dem Leser auch Dinge erzählen, die seine Figuren nicht wissen. Außerdem kann er die Ereignisse kommentieren.

Für welche Perspektive sich der Autor entscheidet, bleibt ihm überlassen. Wichtig ist nur, dass er nicht ständig die Perspektive wechselt, sondern bei einer Perspektive bleibt. Andernfalls ist der Leser verwirrt und der rote Faden geht verloren.

 

Die Zeitform

Eine Geschichte kann entweder im Hier und Jetzt oder in der Vergangenheit spielen. Spielt die Geschichte in der Gegenwart, schreibt der Autor im Präsens (Gegenwartsform). Natürlich kann der Autor dabei auch in die Zukunft blicken oder in die Vergangenheit schauen. Wichtig ist nur, dass der Autor als Blickwinkel die Gegenwart beibehält. Spielt die Geschichte in der Vergangenheit, verwendet der Autor die verschiedenen Vergangenheitsformen.

Generell ist wichtig, dass der Autor die verschiedenen Zeitformen nicht wild durcheinanderwirbelt. Er sollte die Zeitperspektive, für die er sich einmal entschieden hat, beibehalten. Wenn er verschiedene Zeitebenen miteinander verbindet, muss der Leser die Abläufe nachvollziehen und richtig einordnen können. Sonst kommt der Leser durcheinander und kann der Geschichte nicht mehr richtig folgen.  

 

Das Schreiben der Geschichte

Bevor der Autor mit seiner Geschichte loslegt, sollte er eine wichtige Frage klären: Was ist der Kern der Geschichte? Dabei ist mit dem Kern nicht der Inhalt gemeint, den die Geschichte erzählt. Der Kern ist vielmehr das, was die Geschichte besonders und einzigartig macht. Dazu ein Beispiel: Angenommen, der Autor erzählt eine Geschichte über einen Jungen, der mit seinen Eltern eine Urlaubsreise unternimmt und dabei ein besonderes Abenteuer erlebt. Dann ist die Geschichte inhaltlich eine Urlaubsgeschichte. Das Besondere an der Geschichte und damit der Kern, der die Geschichte von all den anderen Urlaubsgeschichten unterscheidet, ist das Abenteuer, das der Junge erlebt.

Ist sich der Autor über den Kern im Klaren, kann er sich Stichworte dazu notieren, was am Anfang passieren, was sich im Mittelteil ereignen und wie die Geschichte enden soll. Anschließend muss er noch die Erzählperspektive und die Zeitform festlegen. Und dann muss er seine Stichworte nur noch ausformulieren.

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