Hausaufgaben in der Grundschule – Infos & Tipps, Teil 1

Hausaufgaben in der Grundschule – Infos & Tipps, Teil 1

Für Eltern ist es nicht immer ganz einfach, das richtige Maß zu finden, um ihren Kindern weder zu wenig noch zu viel bei den Hausaufgaben zu helfen. Bereits in der Grundschule bringen die Kleinen  unzählige Aufgaben und Arbeitsblätter mit, die daheim gelöst werden sollen. Die Eltern wiederum bemühen sich, Rechtschreib-, Grammatik- und Rechenregeln aus den Untiefen ihres Gedächtnisses hervorzukramen.

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Hausaufgaben in der Grundschule - Infos & Tipps, Teil 1

Erschwerend kommt oft hinzu, dass die Eltern seinerzeit andere Regeln gelernt haben oder beim Lösen von Aufgaben ganz anders vorgehen als ein Grundschüler.

Doch etliche Studien haben gezeigt, dass die Bildung eines Kindes stark davon beeinflusst wird, ob und in welchem Umfang es von den Eltern unterstützt wird. Zeigen die Eltern Interesse am Schulalltag, dem Lernstoff und den Hausaufgaben, sind Kinder in der Schule erfolgreicher.

Für die Eltern ergibt sich daraus aber mitunter eine schwierige Situation. Denn zum einen möchten sie ihre Kinder nicht ständig bevormunden und kontrollieren. Zum anderen sollen die Kinder lernen, selbstständig und eigenverantwortlich zu arbeiten. Und manchmal können Eltern ihren Kindern schlichtweg nicht so helfen, wie sie gerne würden.

Tatsächlich lässt sich aber viel Druck aus der ganzen Situation nehmen. In einem zweiteiligen Beitrag geben wir Infos und Tipps rund um die Hausaufgaben in der Grundschule:

Grundsätzliches zu Hausaufgaben in der Grundschule

In der Pädagogik-Welt wird schon seit längerem diskutiert, ob Grundschüler überhaupt schon Hausaufgaben aufbekommen sollten oder ob nicht. Die Ansichten von Lehrern, Wissenschaftlern und Eltern gehen in dieser Frage teils sehr weit auseinander.

Befürworter argumentieren, dass die Kinder den Lernstoff durch Hausaufgaben wiederholen und dadurch festigen. Außerdem gehört es nun einmal dazu, sich auch nach Unterrichtsschluss mit den Inhalten auseinanderzusetzen.

Grundschüler gewöhnen sich so gleich an das, was sie durch ihre ganze Schulzeit und später auch durchs Studium oder die Berufsausbildung begleiten wird.

Kritiker halten dagegen, dass Grundschüler noch ganz am Anfang stehen. Der Wechsel vom Kindergartenkind zum Schüler ist schon einschneidend genug. Daher sollten sich Grundschüler langsam umgewöhnen können.

Wenn sich alles nur noch um die Schule dreht und für Spiel und Freizeit kaum Raum bleibt, können Kinder überfordert sein und die Motivation verlieren.

Die Debatte wird sicher nicht so schnell beendet werden. Das mag ein Grund dafür sein, warum die Grundschulen das Thema Hausaufgaben unterschiedlich handhaben. Vor allem in Schulen ohne Ganztagsbetreuung sind Hausaufgaben zwar prinzipiell Pflicht.

Allerdings bieten einige Grundschullehrer Hausaufgaben auf freiwilliger Basis an. Sie stellen es den Schülern ausdrücklich frei, ob diese Zuhause Aufgaben bearbeiten möchten oder nicht.

Die meisten Grundschulen empfehlen und fördern Hausaufgaben. Die Richtlinien zu Hausaufgaben variieren aber. Verbindliche Regeln dazu, wie lange Grundschüler mit Hausaufgaben beschäftigt sein sollten, gibt es nicht.

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Haben Eltern den Eindruck, dass ihr Kind zu viele oder andersherum zu wenig Hausaufgaben bekommt, sollten sie sich an die Schule wenden. Oft sind auf der Webseite der Schule die geltenden Richtlinien zu den Hausaufgaben hinterlegt. Ansonsten kann auch ein klärendes Gespräch mit dem Grundschullehrer hilfreiche Erkenntnisse liefern.

Die Hilfe der Eltern bei den Hausaufgaben

Viele Eltern würden das Thema Hausaufgaben gerne aus dem Familienalltag streichen. Mit ihrem eigenen Beruf, dem Haushalt und den sonstigen Verpflichtungen haben sie schon genug um die Ohren.

Außerdem leidet oft die Stimmung, wenn die Eltern ständig ermahnend an die Hausaufgaben erinnern oder generell dauernd auf die Schule zu sprechen kommen.

Doch wenn das Kind nun einmal Hausaufgaben machen muss, sollten ihm die Eltern helfend zur Seite stehen. Untersuchungen belegen, dass die Mitwirkung der Eltern die leistungsbezogenen Eigenschaften des Kindes positiv beeinflusst.

Zu diesen Eigenschaften gehören zum Beispiel die Wahrnehmung des eigenen Könnens, die Lernbereitschaft, die Eigeninitiative, aber auch die Haltung zur Schule und zu den Hausaufgaben selbst.

Natürlich heißt das nicht, dass die Eltern dem Kind die Hausaufgaben abnehmen sollten. Und sie müssen auch nicht jedes Mal daneben stehen. Aber das Kind sollte wissen, dass es auf die Hilfe der Eltern zählen kann.

Feste Strukturen und Routinen schaffen

Mit dem Heimweg von der Schule und der Aussicht auf die Freizeit kann ein Grundschüler durchaus vergessen, dass da ja noch die Hausaufgaben sind. Die Eltern können an diesem Punkt gegensteuern, indem sie dafür sorgen, dass die Schularbeiten erst gar nicht in den Hintergrund rücken. Das gelingt mit strukturierten Abläufen, die zur Routine werden.

Es wird zwar immer mal wieder Tage geben, an denen das Kind müde ist oder überhaupt keine Lust aufs Lernen hat. Das ist völlig normal. Doch wenn es für den Schulalltag klare Regeln und einen festen Plan gibt, lassen sich viele Diskussionen vermeiden.

Im Grundschulalter können sich Kinder noch nicht allzu lange auf eine Sache konzentrieren. Deshalb macht es wenig Sinn, eine lange Einheit für die Hausaufgaben vorzusehen. Besser ist, die Schularbeiten auf zwei oder drei Etappen aufzuteilen, jeweils mit 15 Minuten Pause dazwischen.

Die Pausen helfen dem Kind dabei, kurz abzuschalten, um sich dann wieder zu konzentrieren. Unterm Strich fallen die Hausaufgaben so leichter und sind schneller erledigt.

Die Praxis zeigt, dass eine Art Stundenplan ein sehr nützliches Hilfsmittel ist. Denn so ein Plan visualisiert die Vereinbarungen. Das Kind weiß und sieht, dass nach der Schule und dem Mittagessen Hausaufgaben auf dem Programm stehen. Erst wenn sie erledigt sind, sind die Freizeitbeschäftigungen angesagt.

Im Laufe der Zeit wird der Plan zur Gewohnheit. Dadurch wiederum ergibt sich eine Routine, die sich zur selbstverständlichen Normalität entwickelt.

Feste, verbindliche Strukturen sind ein erster Schritt, wie Eltern ihre Kinder bei den Hausaufgaben unterstützen können. Wichtig ist aber, dass sich die Eltern selbst ebenso an die Regeln halten. Wenn die Hausaufgaben erledigt sind und der Plan Freizeit vorsieht, muss sich der Grundschüler also darauf verlassen können, dass die Schule für diesen Tag auch wirklich abgehakt ist.

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Gerd Traube, studierter Germanist und Buchautor, geboren 1966, Michaela Lange, geboren 1978, Deutschlehrerin und Privatautorin, Canel Gülcan -Studentin Lehramt Deutsch/Germanistik, sowie Ferya Gülcan Redakteurin und Betreiberin dieser Seite, schreiben hier für Sie/euch alles Wissenswerte zum Thema Schreiben. Ob für Schule, Beruf, angehende Schriftsteller oder Redakteure, wir hoffen, dass unsere Übungen und Anleitungen Ihnen weiterhelfen.

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