In 9 Schritten zum fertigen Text

In 9 Schritten zum fertigen Text 

Jeder Autor hat seine eigene Arbeitsweise und entwickelt im Laufe der Zeit seine Methoden und Abläufe. Das eigentliche Schreiben wird zur Routine, während sich der Autor viel mehr auf die Recherche konzentrieren und sich dem Feinschliff widmen kann. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg. Gerade Jungautoren und Schreibanfänger haben oft viele gute Ideen.

Aber sie wissen nicht so recht, wie sie anfangen und wie sie ihre Einfälle in einen ansprechenden, interessanten Text verpacken sollen.

Ein bewährtes und hilfreiches Schema kann dann ein Vorgehen in neun Schritten sein. Auf den ersten Blick mag diese Methode etwas umständlich erscheinen. Tatsächlich macht sie das Schreiben aber sehr viel einfacher.

Direkt mit dem Schreiben zu beginnen und eine Idee oder einen Inhalt aus dem Stehgreif in einem ausformulierten Text auszudrücken, erfordert sehr viel Erfahrung. Und selbst professionelle und versierte Autoren arbeiten nur selten so. Doch wie kann der Autor denn nun vorgehen?

Hier ist eine Methode, die in neun Schritten zum fertigen Text führt:

 

Schritt 1: das Thema festlegen

Zunächst einmal sollte der Autor für sich festlegen, was er überhaupt schreiben möchte. Jedes Thema kann aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Deshalb können Texte völlig unterschiedliche Inhalte haben, obwohl sie sich mit dem gleichen Thema beschäftigen. Bevor sich der Autor an die Arbeit macht, sollte er also definieren, worum es in seinem Text gehen und was die Kernaussage seines Textes sein soll.

Um zwischendurch das eigentliche Thema nicht aus den Augen zu verlieren und in einen anderen Themenbereich abzudriften, kann der Autor seine Hauptaussage als Überschrift formulieren und diese Überschrift als Arbeitstitel nutzen.

 

Schritt 2: eine Liste mit Stichworten anlegen

Steht das Thema fest, sollte sich der Autor eine Liste mit Stichworten anlegen. Dabei sollte er alle Stichworte notieren, die ihm zu seinem Thema einfallen. Die Reihenfolge spielt zunächst noch keine Rolle. Und es macht auch nichts, wenn sich einige Stichworte wiederholen. Sortiert wird die Liste erst später. Jetzt geht es erst einmal nur darum, Ideen für die Inhalte zusammenzutragen. Neben spontanen Einfällen können beispielsweise folgende Fragen bei der Stichwortsammlung helfen:

  • ·         Was sind die Besonderheiten und die zentralen Aspekte des Themas? Was macht das Thema aus?
  • ·         Was ist geschehen oder was wurde gemacht? Wer oder was war beteiligt?
  • ·         In welcher Reihenfolge liefen die Ereignisse ab?
  • ·         Welche Hilfsmittel kamen zum Einsatz?
  • ·         Gibt es bestimmte Begrifflichkeiten, Fachausdrücke, Einheiten oder Werte, die genannt werden sollten?
  • ·         Gibt es neue, bisher so nicht bekannte Erkenntnisse?

 

Schritt 3: die Stichwörter sortieren

Im nächsten Schritt werden die gesammelten Stichworte sortiert. Dazu wird zum einen geprüft, welche Stichworte wichtig sind und im Text verarbeitet werden sollen. Doppelte oder unnötige Stichworte werden in diesem Zuge weggestrichen. Zum anderen werden Stichworte, die zusammengehören, in Gruppen zusammengefasst.

Anschließend werden die verbliebenen Stichworte in die richtige Reihenfolge gebracht. Richtige Reihenfolge bedeutet in diesem Fall, dass die Stichworte so angeordnet werden, wie sie später im Text auftauchen. Damit ist die grobe Gliederung des Textes vorhanden.

 

Schritt 4: die Stichwortliste ergänzen

Es kann durchaus vorkommen, dass die Stichwortliste ein gutes Grundgerüst bildet, einige wichtige Informationen aber noch fehlen. In diesem Fall sollte der Autor die fehlenden oder ergänzenden Informationen recherchieren und seine Stichwortliste entsprechend vervollständigen.

Wichtig dabei ist aber, die neuen Stichworte an den richtigen Stellen in die Gliederung einzufügen. Beim Schreiben wird die Stichwortliste nämlich der Reihe nach abgearbeitet. Fügt der Autor die Zusatzstichworte nicht in die Liste ein, sondern notiert er sie irgendwo, muss er später im Text hin und her springen.

 

Schritt 5: die Stichwörter ausformulieren

Ist die Stichwortliste und damit die Gliederung fertig, beginnt das eigentliche Schreiben des Textes. Dazu nimmt der Autor das erste Stichwort aus seiner Liste und formuliert es in ein, zwei Sätzen aus. Danach bildet er einen Satz mit dem zweiten Stichwort, dann folgt ein Satz aus dem dritten Stichwort und immer so weiter. Der Autor arbeitet seine Stichwortliste also nacheinander ab. 

Um den Schreibfluss nicht zu stören, sollte der Autor einfach schreiben und sich auf die Inhalte konzentrieren. Die Formulierungen müssen jetzt noch nicht besonders gut, flüssig oder harmonisch klingen. Auch Rechtschreibfehler spielen keine Rolle. Das Ausbessern und Feilen am Text folgt später. Zunächst geht es darum, die Stichworte in einen Text zu verpacken. Deshalb kann es der Autor ruhig bei einfachen, kurzen Sätzen belassen.

 

Schritt 6: den Text überarbeiten

Jetzt wird der erste Entwurf des Textes überarbeitet. Dabei kann der Autor die Formulierungen ausbessern, Korrekturen vornehmen und zusätzliche Angaben einfügen. Natürlich kann er einzelne, kurze Sätze auch miteinander verbinden oder Passagen streichen. Außerdem kann er den Text in Abschnitte gliedern und Zwischenüberschriften ergänzen.

 

Schritt 7: Abstand gewinnen

Ist der Autor mit seinem Text soweit zufrieden, sollte er ihn für ein, zwei Tage beiseitelegen. Wenn der Autor seinen Text mit zeitlichem Abstand liest, sieht er ihn mit anderen Augen. Weniger gelungene Formulierungen, holprige Stellen und Wiederholungen werden ihm so viel eher auffallen. Außerdem wird er leichter feststellen, wo Ergänzungen notwendig sind, damit die Leser die Inhalte und Aussagen nachvollziehen können. Vielleicht fällt ihm noch die eine oder andere Idee ein, die er in seinen Text aufnehmen möchte.

Auch Rechtschreib-, Grammatik- und Tippfehler lassen sich mit zeitlichem Abstand besser aufspüren. Denn wenn der Autor seinen Text direkt nach dem Schreiben korrigiert, ist der Text noch zu frisch. In der Folge neigt der Autor dazu, nicht das zu lesen, was dort tatsächlich steht, sondern das, von dem er glaubt, es geschrieben zu haben

 

Schritt 8: den Text laut lesen

Der Autor sollte seinen Text einmal laut vorlesen. Dadurch erfasst er seinen Text auch mit seinem Gehör. Stellen, die sich zwar gut lesen, den Textfluss aber stören oder holprig klingen, kommen so zum Vorschein.

 

Schritt 9: den Text fertig stellen

Nach einem letzten Korrekturlesen kann der Autor seinen Text in Reinschrift übertragen oder in sein endgültiges Format bringen. Fertig!

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