Schreiben & Lernen mit KI: Zahlen und Statistik aus Deutschland, UK & den USA

Der Cursor blinkt, die Abgabefrist rückt näher und eine KI könnte in Sekunden erste Ideen liefern. Für viele Jugendliche ist das eine Erleichterung. Zugleich stellt sich beim Schreiben eine wichtige Frage: Wann hilft das Werkzeug, und wann übernimmt es zu viel?

Schreiben & Lernen mit KI_ Zahlen und Statistik aus Deutschland, UK & den USA

Befragungen aus Deutschland, dem Vereinigten Königreich und den USA zeigen, wie junge Menschen KI nach eigenen Angaben für Texte und Schulaufgaben nutzen:

Bei schulischen Texten wird KI bereits gezielt eingesetzt

Deutschland · Befragung:

64 %der befragten 14- bis 19-Jährigen, die schon eine KI-Anwendung genutzt hatten, nannten das Schreiben von Texten wie Aufsätzen als schulischen Einsatzzweck.

In der telefonischen Befragung von Bitkom Research hatten 65 % aller 502 befragten Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen schon eine KI-Anwendung verwendet. Die Frage nach konkreten schulischen Zwecken wurde nur den 327 KI-Nutzenden gestellt. Deshalb bedeutet die Zahl von 64 % ausdrücklich nicht, dass 64 % aller Jugendlichen mit KI Aufsätze schreiben. Die Antwort erfasst eine bisherige Verwendung; sie misst weder die Häufigkeit noch den Anteil KI-generierter Sätze an einem Text.

Präsentationen wurden unter den KI-Nutzenden noch häufiger genannt als das Schreiben von Texten. Da mehrere Zwecke angegeben werden konnten, addieren sich die folgenden Anteile nicht zu 100 %. Die Grafik beschränkt sich auf drei für Schreib- und Lernaufgaben wichtige Antwortkategorien; die Tabelle enthält dieselben Werte mit der vollständigen Bezeichnung.

Wofür KI-Nutzende Anwendungen in der Schule verwendet habenEigene Visualisierung · Deutschland, 14–19 Jahre · n=327 KI-Nutzende · bereits genutzt, Mehrfachnennungen · Prozent · KW 9–15/2025. Originalbericht, Abb. 14 (öffnet in neuem Tab).
Schulische Einsatzzwecke von KI unter KI-nutzenden Jugendlichen in Deutschland 79 Prozent nannten die Vorbereitung einer Präsentation, 64 Prozent das Schreiben von Texten wie Aufsätzen und 52 Prozent die Vorbereitung auf Prüfungen. Mehrfachantworten waren möglich; Basis sind 327 befragte KI-Nutzende. Präsentationen79 % Texte wie Aufsätze64 % Prüfungen vorbereiten52 % Skala: 0 bis 100 % je Antwort
Ausgewählte schulische Zwecke der bisherigen KI-Nutzung; Basis: 327 KI-Nutzende in Deutschland
AntwortkategorieAnteil
Vorbereitung einer Präsentation79 %
Schreiben von Texten wie Aufsätzen64 %
Vorbereitung auf Prüfungen, Tests oder Klassenarbeiten52 %

Die Erhebung lässt offen, ob Jugendliche Ideen sammelten, Gliederungen erstellten, Formulierungen übernahmen oder eigene Texte überarbeiten ließen. Auch die Qualität der abgegebenen Aufsätze wurde nicht geprüft. Für die Einordnung der Schreibarbeit ist diese Trennung wichtig: Eine Angabe zum Werkzeuggebrauch ist keine Messung der Schreibkompetenz im Unterricht.

Ein Teil lässt Hausaufgaben nach eigener Aussage von KI lösen

Deutschland · dieselbe Bitkom-Befragung · Basis: alle 502 befragten Schülerinnen und Schüler, 14–19 Jahre

Ein zweiter, anders abgefragter Befund aus der deutschen Erhebung betrifft die Eigenständigkeit: 23 % stimmten der Aussage zu, Hausaufgaben kaum noch selbst zu machen, sondern sie von einer KI lösen zu lassen. Zugleich befürworteten 44 % ein Verbot der KI-Nutzung bei Hausaufgaben. Beide Werte beziehen sich auf alle 502 Befragten und beruhen auf Selbstauskünften beziehungsweise einer Haltung zu Regeln. Sie sind daher nicht mit den 64 % unter KI-Nutzenden gleichzusetzen und beschreiben weder dieselbe Tätigkeit noch denselben Nenner.

Vor allem darf die Zustimmung zur ersten Aussage nicht in eine überprüfte Zahl tatsächlich KI-verfasster Arbeiten umgedeutet werden. Hausaufgaben können eine Rechnung, Recherche oder einen Aufsatz umfassen; der Fragebogen trennt diese Fälle an dieser Stelle nicht. Der Wunsch nach einem Verbot wiederum sagt nichts darüber aus, ob eine einzelne Schülerin oder ein einzelner Schüler KI selbst verwendet. Die Umfrage wurde im Auftrag eines Digitalverbands erstellt; dessen Interesse an digitaler Bildung sollte bei der Bewertung redaktioneller Schlussfolgerungen mitbedacht werden.

Für Hausaufgaben und Lernen ist KI ein verbreitetes Werkzeug

Deutschland · JIM-Befragung: Juni–Juli 2025 · veröffentlicht am 14. November 2025

Eine unabhängige zweite deutsche Erhebung zeigt den breiteren Lernkontext. In der JIM-Studie wurden 1.200 Jugendliche im Alter von zwölf bis 19 Jahren telefonisch oder online befragt. Unter den 1.088 Jugendlichen, die ChatGPT oder eine andere KI-Anwendung genutzt hatten, nannten 74 % Hausaufgaben oder Lernen als Verwendungszweck. 70 % nannten Informationssuche; 52 % verwendeten KI in der Schule beziehungsweise im Unterricht. Auch hier waren mehrere Motive möglich.

Die Studie fragt damit nach Anlässen der KI-Nutzung, nicht nach einer bestimmten Textsorte. Der Wert von 74 % kann die Bitkom-Angabe zum Aufsatzschreiben folglich weder bestätigen noch widerlegen. Altersspanne, Erhebungsmodus und Nenner unterscheiden sich. Die JIM-Frage zum Lernmotiv wurde zudem gegenüber dem Vorjahr leicht umformuliert: Damals lautete sie „für die Schule/für Hausaufgaben“, nun „für Hausaufgaben oder zum Lernen“. Aus zwei Jahreswerten allein lässt sich deshalb kein präziser Zuwachs desselben, unveränderten Merkmals berechnen.

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Für die Schreibpraxis ergibt sich eine engere, belastbare Aussage: KI ist in schulischen Arbeitsabläufen angekommen, doch der konkrete Schritt zwischen Recherche, Planung, eigenem Entwurf und Überarbeitung eines Textes bleibt in dieser Untersuchung offen. Die Daten erlauben keine Aussage darüber, ob sich dadurch Schreibfähigkeiten verbessern oder verschlechtern.

Im Vereinigten Königreich wird KI häufiger für Feedback auf eigene Texte genutzt

Vereinigtes Königreich · Erhebung: Januar bis Mitte März 2026 · Bericht: August 2026

Die jüngste Auswertung des National Literacy Trust erfasste 40.543 Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren, die Fragen zu generativer KI beantworteten. 79,0 % gaben an, KI schon genutzt zu haben. Der für das Schreiben entscheidende Teilbefund verwendet einen engeren Nenner: Unter Jugendlichen, die KI mindestens monatlich nutzten, sagten 45,6 %, sie verwendeten sie, um Rückmeldungen zur Verbesserung ihrer eigenen Texte zu erhalten. Im entsprechenden Vorjahreswert waren es 20,7 %. Die exakte Fallzahl dieser Teilgruppe wird im veröffentlichten Bericht an der Grafik nicht separat genannt.

Das ist ein Vergleich zweier Befragungsjahrgänge, kein Verlauf derselben Jugendlichen. Schulen nahmen über Netzwerke und Aufrufe an der Befragung teil; die Stichprobe wird nicht als repräsentative Zufallsstichprobe ausgewiesen. Der höhere Anteil kann daher neben Veränderungen im Nutzungsverhalten auch mit der Zusammensetzung der Befragten zusammenhängen. Die grafische Gegenüberstellung gilt ausschließlich für die Frage nach KI-Feedback unter mindestens monatlich Nutzenden und nicht für alle Jugendlichen des Landes.

KI-Feedback zur Verbesserung eigener TexteEigene Visualisierung · Vereinigtes Königreich, 13–18 Jahre · Anteil unter mindestens monatlich KI-Nutzenden, getrennte Befragungsjahrgänge · Prozent · Erhebungen Anfang 2025 und Januar–März 2026; Teilgruppen-Fallzahlen an der Grafik nicht separat ausgewiesen. Originalbericht, Abb. 3 und Fußnote (öffnet in neuem Tab).
KI-Feedback zum eigenen Schreiben unter regelmäßig nutzenden Jugendlichen im Vereinigten Königreich 20,7 Prozent der mindestens monatlich KI-Nutzenden gaben dies in der Erhebung 2025 an; 45,6 Prozent in der Erhebung 2026. Die Befragungsjahrgänge bestehen aus unterschiedlichen Personen. 202520,7 % 202645,6 % Skala: 0 bis 100 % je Jahr
KI-Feedback zum eigenen Text unter Jugendlichen mit mindestens monatlicher KI-Nutzung im Vereinigten Königreich
ErhebungsjahrAnteil
202520,7 %
202645,6 %

Die britische Studie enthält zugleich einen anderen Befund: 24,1 % der befragten Jugendlichen mit KI-Nutzung berichteten, bei KI-Hilfe für Hausaufgaben die Ausgabe gewöhnlich einfach zu kopieren. Das ist eine Selbstaussage über eine bedingte Situation, keine Prüfung eingereichter Texte und kein Gegenstück zur Feedback-Zahl. Der Bericht kombiniert die Schulbefragung mit Gesprächen; diese veranschaulichen mögliche Vorgehensweisen, ersetzen aber keine Messung der Wirkung von KI auf Schreibfertigkeiten.

In den USA nutzen Jugendliche Chatbots auch zum Überarbeiten

USA · Befragung: 25. September bis 9. Oktober 2025 · veröffentlicht am 24. Februar 2026

Das Pew Research Center befragte 1.458 Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren online. Die Jugendlichen wurden über ihre Eltern aus einem wahrscheinlichkeitbasierten Panel gewonnen; die Ergebnisse sollen Jugendliche in den USA abbilden, die bei ihren Eltern leben. 35 % aller befragten Jugendlichen sagten, sie hätten einen KI-Chatbot für die Schule schon einmal eingesetzt, um etwas von ihnen Geschriebenes zu überarbeiten. Der Wert bezieht sich also auf alle befragten Jugendlichen, einschließlich derjenigen, die keine Chatbots verwenden.

Die gleiche Erhebung unterscheidet Recherchehilfe, Mathematik und Textüberarbeitung. Das zeigt, dass die Frage nach dem Schreiben enger gefasst ist als die generelle Nutzung für Schulaufgaben. Ein bereits geschriebener Text wird bearbeitet; ob ein Chatbot zusätzlich einen vollständigen Aufsatz entworfen hat, geht daraus nicht hervor. Die Fehlertoleranz der gesamten Jugendstichprobe beträgt ±3,3 Prozentpunkte; für Teilgruppen können Unsicherheiten größer sein.

Chatbots für schulische Aufgaben schon einmal genutzt; Anteil aller 13- bis 17-Jährigen in der US-Befragung, Mehrfachnennungen
Schulische AufgabeAnteil
Hilfe bei der Recherche zu einem Thema48 %
Hilfe beim Lösen einer Mathematikaufgabe43 %
Hilfe beim Überarbeiten eines selbst geschriebenen Textes35 %

Quelle: Originalbericht, Grafik auf S. 7 des PDF (öffnet in neuem Tab). Die Prozentwerte sind gerundet und dürfen wegen möglicher Mehrfachnennungen nicht addiert werden.

Als zusätzlichen Maßstab nannten 54 % aller US-Jugendlichen in derselben Befragung irgendeine Chatbot-Hilfe für Schulaufgaben. Dieser allgemeinere Wert umfasst mehr als Textarbeit. Er ist auch kein Beleg dafür, dass alle Nutzerinnen und Nutzer die Hilfe gleichermaßen intensiv einsetzen. Die Befragung unterscheidet zwischen gelegentlicher Hilfe und einem großen Anteil der Schulaufgaben, ohne die Qualität der entstandenen Texte zu bewerten.

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Was die Befunde gemeinsam zeigen – und wo der Vergleich endet

Die vier Untersuchungen zeigen für ihre jeweils befragten Gruppen, dass KI in Recherche, Lernorganisation und Textarbeit vorkommt. Besonders konkret sind die deutsche Angabe zum Schreiben von Aufsätzen unter KI-Nutzenden, der britische Wert zum Feedback für eigene Texte unter mindestens monatlich Nutzenden und die US-Angabe zum Überarbeiten eines selbst geschriebenen Textes unter allen Jugendlichen. Diese drei Tätigkeiten liegen im Schreibprozess an unterschiedlichen Stellen. Aus ihrem Nebeneinander lässt sich keine Rangliste der Länder bilden.

Auch die beiden deutschen Befunde beantworten verschiedene Fragen: Bitkom fragt nach bisherigen schulischen Einsatzzwecken und Einstellungen zu Hausaufgaben, JIM nach Nutzungsmotiven in einer anderen Altersgruppe. Im Vereinigten Königreich stammen die Antworten aus teilnehmenden Schulen und einer engeren KI-Nutzungsgruppe; die US-Zahlen beziehen auch Nichtnutzende ein. Befragungszeitpunkte, Frageformulierungen, Auswahlverfahren und Altersgrenzen weichen voneinander ab. Selbst bei übereinstimmender Prozentzahl wäre ein direkter Ländervergleich methodisch nicht gedeckt.

Alle vier Datenquellen beruhen bei den genannten Verhaltensangaben auf Auskünften der Jugendlichen. Sie beobachten keine Tastatureingaben und bewerten keine Texte. Die berichtete Nutzung beweist daher weder einen Verlust noch einen Gewinn an Schreibkompetenz. Der belastbare Nachrichtenwert liegt in der genaueren Unterscheidung: KI kann beim Erstellen, beim Lernen und beim Prüfen eines eigenen Entwurfs vorkommen; welche Folgen das für die Fähigkeit zum selbstständigen Schreiben hat, wird mit diesen Prozentwerten nicht gemessen.

Originalquellen und Datenstand

  1. Deutschland, Bitkom Research: Digitale Schule 2025, Befragung KW 9–15/2025, Bericht November 2025, S. 27–30 und Methodik S. 34. Telefonische, gewichtete Befragung von 502 Schülerinnen und Schülern zwischen 14 und 19 Jahren; für schulische KI-Einsatzzwecke n=327 KI-Nutzende. Auftraggeber ist der Digitalverband Bitkom. Originalbericht (öffnet in neuem Tab).
  2. Deutschland, mpfs: JIM-Studie 2025, Befragung Juni–Juli 2025, veröffentlicht am 14. November 2025, Kapitel 13, S. 64–65 des PDF. Repräsentative, gewichtete Telefon- und Online-Befragung von 1.200 Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren; Nutzungsmotive unter n=1.088 KI-Nutzenden. Originalbericht (öffnet in neuem Tab).
  3. Vereinigtes Königreich, National Literacy Trust: Young people’s use of generative AI to support literacy in 2026, Erhebung Januar bis Mitte März 2026, Bericht August 2026, Abb. 3 und Methodikanhang. 40.543 Jugendliche von 13 bis 18 Jahren beantworteten KI-Fragen; der Feedback-Wert bezieht sich auf mindestens monatlich Nutzende, deren genaue Teilgruppen-Fallzahl nicht separat angegeben wird. Das Projekt wurde teilweise von KPMG UK finanziert. Originalbericht (öffnet in neuem Tab).
  4. USA, Pew Research Center: How Teens Use and View AI, Befragung 25. September bis 9. Oktober 2025, veröffentlicht am 24. Februar 2026, S. 7–8 des PDF. Online-Befragung von 1.458 Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren, rekrutiert über Eltern in einem wahrscheinlichkeitbasierten Panel; Fehlertoleranz der Gesamtstichprobe ±3,3 Prozentpunkte. Originalbericht (öffnet in neuem Tab).

Recherche- und Redaktionsstand: 29. September 2026. Dieser Beitrag dokumentiert die angegebenen Erhebungsstände als Momentaufnahme; er wird durch neue Zahlen nicht automatisch aktualisiert.

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Gerd Traube, studierter Germanist und Buchautor, geboren 1966, Michaela Lange, geboren 1978, Deutschlehrerin und Privatautorin, Canel Gülcan -Studentin Lehramt Deutsch/Germanistik, sowie Ferya Gülcan Redakteurin und Betreiberin dieser Seite, schreiben hier für Sie/euch alles Wissenswerte zum Thema Schreiben. Ob für Schule, Beruf, angehende Schriftsteller oder Redakteure, wir hoffen, dass unsere Übungen und Anleitungen Ihnen weiterhelfen.

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