Steckbrief schreiben

Steckbrief schreiben 

Ein Steckbrief fasst die wichtigsten Fakten und Merkmale einer Person, eines Gegenstandes oder eines Themas zusammen. Dabei wird der Steckbrief meist in Stichworten verfasst und die Angaben werden in einer Art Liste angeordnet.

 

Das Wichtigste auf einen Blick:

·         Ein Steckbrief ist ein listenartiger Überblick, der Daten und Fakten über eine Person, einen Gegenstand oder einen Sachverhalt zusammenfasst.

·         Grundsätzlich sollte sich der Steckbrief nicht in Details verlieren, sondern sich auf die wesentlichen Informationen und charakteristischen Merkmale konzentrieren.

·         Der Steckbrief kommt in verschiedenen Bereichen zum Einsatz.

·         Feste Regeln und Formvorgaben gibt es bei einem Steckbrief nicht.

 

Die verschiedenen Arten vom Steckbrief

Ursprünglich war der Steckbrief eine Ladung, die ein Angeklagter von einem Gericht bekam. Diese Ladung wurde in den Riegel der Eingangstür gesteckt. Daher hat der Steckbrief seinen Namen. Später wurde aus der Ladung zum Gerichtsverfahren ein Haftbefehl. Denn wer einen Steckbrief bekommen hatte, saß meist kurze Zeit später im Gefängnis.

Aus den ursprünglichen Bedeutungen leitet sich der Steckbrief ab, der bis heute im Bereich der öffentlichen Personenfahndung zum Einsatz kommt. Dabei beschreibt dieser Steckbrief, wer zur Fahndung ausgeschrieben ist und warum. Durch die Angaben soll erreicht werden, dass eine flüchtige, untergetauchte oder auch vermisste Person erkannt und an die zuständige Behörde übergeben wird.

Daneben findet sich der Steckbrief aber auch an vielen anderen Stellen. So werden beispielsweise in der Schule Steckbriefe geschrieben. Im Deutschunterricht lernen die Schüler durch Steckbriefe, Personen oder Gegenstände zu beschreiben. Außerdem können in Steckbriefen die wichtigsten Angaben über Figuren in Romanen, Rollen in Theaterstücken oder über die Bücher selbst zusammengefasst werden. Im Biounterricht bieten sich Steckbriefe an, um die charakteristischen Merkmale von Tieren und Pflanzen festzuhalten.

Später, im Berufsleben, werden ebenfalls Steckbriefe geschrieben. So ist beispielsweise das Datenblatt, das die Personaldaten enthält, nichts anderes als ein Steckbrief. Und auch in Einrichtungen wie beispielsweise Kindergärten oder Schulen stellen sich die Erzieher und Lehrer den Eltern oft mit einem Steckbrief vor.  

Im Internet, wenn ein Nutzer im Zuge der Anmeldung bei einer Plattform ein Profil anlegt, füllt er ebenfalls einen Steckbrief aus. Außerdem ersetzt ein Steckbrief mitunter ein Kurzportrait, beispielsweise wenn sich ein Buchautor vorstellt, über die Teilnehmer einer Fernsehshow informiert wird oder die Darsteller in einem Film benannt werden.

Eine weitere Form ist der sogenannte Charaktersteckbrief, der auch als Charactersheet bezeichnet wird. Dieser Steckbrief spielt beim kreativen Schreiben eine Rolle. Hier hält der Autor die Eigenschaften, die Besonderheiten und die äußerlichen Merkmale der Figuren fest, die in seiner Geschichte vorkommen. Wenn der Autor seine Geschichte dann schreibt, kann er sich immer wieder an den Charaktersteckbriefen orientieren. Dadurch reduziert sich die Gefahr, dass der Autor bestimmte Details vergisst oder verwechselt.

 

Einen Steckbrief schreiben – so geht’s

Grundsätzlich gibt es für einen Steckbrief keine besonderen Formvorgaben. Stattdessen kann der Verfasser selbst entscheiden, wie er seinen Steckbrief aufbauen und welche Angaben er darin erfassen will. Meist wird ein Steckbrief zwar als listenartige Übersicht erstellt und die Daten werden größtenteils als Stichworte eingetragen.

Aber natürlich kann der Autor seinen Steckbrief auch als Text ausformulieren. Oder der Autor kann Stichworte und ausformulierte Angaben miteinander mischen. Doch was heißt das nun für die Praxis? Am besten geht der Autor in drei Schritten vor:

 

1. Schritt: Informationen sammeln

Damit der Autor einen Steckbrief schreiben kann, muss er zunächst einmal Daten, Fakten, Merkmale und andere Informationen zusammentragen. Woher er seine Angaben bekommt, hängt natürlich davon ab, worum es in seinem Steckbrief geht. Generell ist aber ratsam, erst einmal alle Daten zu sammeln, die der Autor bekommen kann. Aussortieren kann er später immer noch.

 

2. Schritt: Inhalte festlegen

Im nächsten Schritt gilt es, festzulegen, welche Inhalte der Steckbrief haben soll. Grundsätzlich ist es natürlich möglich, alle verfügbaren Informationen über die Person, den Gegenstand oder das Thema im Steckbrief zu erfassen. Allerdings ist es meist sinnvoller, sich auf die wichtigsten Daten zu beschränken. Die wichtigsten Daten sind die Merkmale und Eigenschaften, die für die Person, den Gegenstand oder den Sachverhalt charakteristisch sind, eine besondere Relevanz haben und sie eindeutig von anderen Personen oder Themen unterscheiden.

 

Zwei Beispiele

Wird der Steckbrief für eine Person verfasst, bieten sich beispielsweise folgende Inhalte an:

·         Fakten über die Person wie Name, Geburtsdatum oder Alter, Anschrift, Familienstand, Beruf und eventuell ein Foto

·         Merkmale der Person wie Größe, Statur, Augen- und Haarfarbe, Narben und andere unverwechselbare Kennzeichen

·         Beschreibungen über die Person wie Hobbys, Lieblingsfarbe, Leibgericht, Lieblingsbuch oder Lieblingsfilm, Lebensmotto, größter Wunsch oder größtes Laster

·         Weitere Angaben; hier können weitere interessante oder erwähnenswerte Fakten stehen.

 

Bezieht sich der Steckbrief hingegen auf ein Buch, kann er folgende Angaben enthalten:

  • ·         Titel des Buches
  • ·         Autor des Buches
  • ·         Genre
  • ·         Seitenzahl
  • ·         Erscheinungsjahr
  • ·         ISBN-Nummer
  • ·         Kurzzusammenfassung des Inhalts

 

Hat der Autor entschieden, welche Angaben er im Steckbrief nennen will, kann er seine gesammelten Informationen entsprechend sortieren und bei Bedarf ergänzen.

 

3. Schritt: Steckbrief anlegen und ausfüllen

Das Schreiben selbst geht recht schnell. Dazu listet der Autor zuerst alle Informationen, die im Steckbrief vorkommen sollen, auf. Damit der Steckbrief übersichtlich bleibt, bietet es sich an, die Begriffe untereinander zu notieren. Anschließend muss der Autor die Angaben nur noch in die Liste eintragen. 

Möchte der Autor den Steckbrief ausformulieren, sollte er den Steckbrief trotzdem zuerst als Liste erstellen. Danach kann er die Liste Punkt für Punkt durchgehen und die Stichworte in Sätze verpacken. Durch die Übersicht wird es leichter, die Angaben zu erfassen. Außerdem kann der Autor so besser kontrollieren, ob er alle wesentlichen Fakten verarbeitet hat.

Mehr Anleitungen, Tipps, Vorlagen und Ratgeber:

Thema: Steckbrief schreiben

Teilen:

Kommentar verfassen