Anekdote schreiben Anleitung

Anekdote schreiben Anleitung 

Eine Anekdote erzählt in kurzer und knapper Form eine Begebenheit aus dem Leben einer Person. Dabei zeigt diese Begebenheit den Charakter der Person auf. Und die Anekdote endet meist mit einer humorvollen Pointe.

Eigentlich werden Anekdoten gar nicht geschrieben. Stattdessen werden die kurzen Geschichten, ähnlich wie Gerüchte, mündlich weitererzählt. Aber manchmal findet sich eben doch ein Autor, der die Kurzgeschichten schriftlich festhält. Im Sinne einer kleinen Anleitung erklärt der folgende Beitrag, worauf es beim Schreiben von Anekdoten ankommt.

 

Was ist eine Anekdote?

Eine Anekdote ist eine kurze, knappe Erzählung. Ausgangspunkt der Anekdote ist eine Begebenheit aus dem Leben einer Person. Oft handelt es sich bei dieser Person um eine berühmte Persönlichkeit. Allerdings muss das nicht so sein. Entscheidender ist, dass die erzählte Begebenheit die Person scharf charakterisiert. Denn die Anekdote stellt eine bestimmte Eigenschaft der Person in den Mittelpunkt. Dabei kann die Begebenheit wahr sein und die Charaktereigenschaft tatsächlich zutreffen. Genauso kann die Anekdote aber auch komplett frei erfunden sein. Am Ende der Anekdote findet sich eine Pointe oder eine überraschende Wendung, die die Eigenart der Person noch einmal auf den Punkt bringt.

Das Wort Anekdote selbst stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt soviel wie unveröffentlicht oder nicht herausgegeben. Ursprünglich wurden Anekdoten nämlich nicht aufgeschrieben. Die kurzen Geschichten waren vielmehr so etwas wie Klatsch und Tratsch.

Sie wurden als Gerüchte weitererzählt und dabei gerne auch ein wenig abgewandelt. Nur manchmal fand sich irgendwann jemand, der die Anekdoten schließlich doch aufschrieb. Da die Geschichten aber offiziell nie veröffentlicht wurden, ist meist weder bekannt noch lässt sich herausfinden, wer der Urheber ist.

 

Die wichtigsten Merkmale einer Anekdote

Kurz zusammengefasst lässt sich eine Anekdote wie folgt beschreiben: Eine Anekdote ist eine sehr knappe Kurzgeschichte, die den Charakter einer Person aufzeigt. Aus dieser Beschreibung lassen sich dann auch die Merkmale ableiten, die eine Anekdote ausmachen:

·         Eine Anekdote wird als kurze Erzählung verfasst. Sie beschreibt eine bestimmte Szene.

·         Die Zeitform bei der Anekdote ist die Vergangenheit.

·         Bei der Anekdote steht eine Person im Mittelpunkt.

·         Das wesentliche Ziel der Anekdote ist, den Charakter der Hauptfigur anhand einer bestimmten Situation oder Begebenheit auf den Punkt gebracht zu verdeutlichen.

·         Die Geschichte muss nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen, könnte sich so aber zugetragen haben.

·         Die Begebenheit wird so erzählt, dass der Leser den Eindruck hat, er wäre dabei gewesen. 

·         Die Anekdote beschränkt sich auf das Wesentliche. Überflüssige Informationen und kleine Details werden weggelassen.

·         Entscheidend bei der Anekdote ist, dass sie den Charakter der Person auf den Punkt bringt. Es zählt also der Inhalt. Ob kunstvolle Stilmittel verwendet wurden und die genauen Formulierungen sind weniger wichtig.

·         Die Anekdote endet mit einer Pointe, die witzig oder überraschend sein kann.

Insgesamt ist die Anekdote damit mit der Kurzgeschichte, der Fabel, dem Schwank und dem Witz verwandt.

 

Zur Veranschaulichung ein Beispiel für eine Anekdote

Eine recht bekannte Anekdote geht ungefähr so: Im 18. Jahrhundert ging es den Armen sehr schlecht. Viele Menschen mussten Hunger leiden. Als die damalige Herrscherin damit konfrontiert wurde, dass die Armen nicht genug Geld hätten, um sich Brot zu kaufen, soll sie gesagt haben: „Dann sollen sie doch Gebäck essen.“

Dieses Beispiel erfüllt alle Merkmale, die eine Anekdote ausmachen. Denn die Geschichte erzählt eine kurze Begebenheit, die den Charakter der damaligen Herrscherin verdeutlicht. Wer so über sein Volk spricht, ist nämlich überheblich und interessiert sich nicht für die Belange der einfachen Leute. Gleichzeitig beschränkt sich die Erzählung auf die wesentlichen Inhalte und endet pointiert.  

Die Anekdote wird einerseits Marie Antoinette, der Frau des französischen Königs Ludwig XVI., zugeschrieben und sollte aufzeigen, dass ihr das Feingefühl für die verheerenden Umstände des Volkes fehlte. Genauso wurde die Geschichte aber auch über Maria Theresia, der Frau des österreichischen Königs Ludwig XIV., erzählt. Daran wird deutlich, dass Anekdoten nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen müssen. Zudem können sie von einer Person zur nächsten wandern, während sie weitererzählt werden. Deshalb werden solche Anekdoten dann auch als Wanderanekdoten bezeichnet.

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