Meinungsrede schreiben – Muster

Meinungsrede schreiben – Muster 

Manchmal wird in der Schule verlangt, eine Meinungsrede zu schreiben und zu halten. Doch was ist eine Meinungsrede überhaupt? Und wie wird sie verfasst? Dieser Beitrag erklärt, worauf es bei der Meinungsrede ankommt.

 

Was ist eine Meinungsrede?

Eine Rede ist eine Ansprache, die sich an das Publikum richtet. Mit Ausnahme von einer kurzen, spontanen Rede, die beispielsweise zur Begrüßung der Gäste, zur Eröffnung einer Veranstaltung oder als Toast gesprochen wird, hat der Redner seine Rede meist vorbereitet und entweder komplett ausformuliert oder zumindest in Stichworten vor sich liegen.

Auch eine Meinungsrede wird als Ansprache vor einem Publikum gehalten. Dabei führt der Redner in seiner Meinungsrede seinen Standpunkt zu einem bestimmten Thema aus. Bei dem Thema handelt es sich üblicherweise um einen aktuellen Sachverhalt, der unterschiedliche Meinungen und Ansichten zulässt.

Und der Redner betrachtet das Thema aus seiner Perspektive und erklärt, welche Meinung er warum vertritt. Eine Meinungsrede ist also keine Erörterung oder Diskussion, in die mehrere Ansichten einfließen. Der Redner kann zwar auf mögliche Gegenargumente eingehen. Im Vordergrund steht bei der Meinungsrede aber ganz klar die Haltung des Redners.

 

Die wichtigsten Anforderungen an eine Meinungsrede

Wenn eine Meinungsrede gefordert ist, dann wird eine Rede verlangt, die sich mit einem bestimmten Thema, einem Problem oder einer Fragestellung auseinandersetzt und dazu Stellung bezieht. Dabei sollte die Meinungsrede folgenden Anforderungen gerecht werden:

·         Die Meinungsrede wird vorgetragen und richtet sich an das Publikum. Deshalb muss die Rede so verfasst sein, dass sie vorgetragen werden kann. Außerdem sollte der Redner beim Schreiben berücksichtigen, wer seine Zuhörer sind. Davon wiederum hängt beispielsweise ab, ob der Redner sein Publikum duzen oder siezen sollte.

·         Die Meinungsrede beleuchtet die Thematik aus der Perspektive des Redners. In der Rede können zwar auch andere Sichtweisen angesprochen und bewertet werden. Das Augenmerk liegt aber eindeutig auf der eigenen Meinung des Redners.

·         Die Meinungsrede sollte klar und verständlich formuliert und vor allem in sich stimmig sein. Es sollte nachvollziehbar sein, wie der Redner zu seiner Haltung kommt und wie er seine Sichtweise begründet.

 

Der Aufbau einer Meinungsrede

Eine Meinungsrede wird im Präsens (Gegenwart) geschrieben. Und wie viele andere Texte folgt auch die Meinungsrede im Aufbau dem Muster aus Einleitung, Hauptteil und Schlussteil.

 

Einleitung

Die Einleitung eröffnet die Meinungsrede und stimmt das Publikum auf die folgenden Inhalte ein. Deshalb wird in der Einleitung das Thema der Meinungsrede genannt. Außerdem kann der Redner kurz darauf eingehen, weshalb er sich zu dieser Thematik äußert. Bereits in der Einleitung sollte der Redner verdeutlichen, welchen Standpunkt er vertritt. So hat er dann auch gleich einen guten Einstieg und den Beginn für den roten Faden, der sich durch seine Rede zieht. Dafür kann der Redner seine Meinung als These kurz und knackig auf den Punkt bringen, um sie dann im Hauptteil zu erläutern.

 

Formulierungshilfen für die Einleitung

  • ·         Ich spreche heute über die Fragestellung …
  • ·         Das Thema meiner Rede lautet: …
  • ·         Ich möchte Euch/Ihnen erläutern, warum meiner Meinung nach …
  • ·         Ich möchte meine Rede mit einem Zitat von … beginnen… Denn dieses Zitat bringt gut auf den Punkt, worum es in meiner heutigen Rede gehen soll.

 

Hauptteil

Der Hauptteil ist der längste und ausführlichste Teil der Meinungsrede. Hier erläutert der Redner seine Meinung. Wichtig dabei ist aber, dass der Redner nicht nur irgendwelche Behauptungen in den Raum wirft. Stattdessen sollte der Redner argumentieren, indem er seine Behauptungen begründet und mit Beispielen untermauert. Wenn der Redner möchte, kann er die wichtigsten Gegenargumente oder die häufigsten Kritikpunkte anführen und entkräften. Genauso kann sich der Redner aber auch rein auf seine Meinung beschränken. Um die Spannung zu erhalten, ist es ratsam, mit dem schwächsten Argument zu beginnen. So kann sich der Redner sein stärkstes Argument fürs Finale aufheben und seinen Hauptteil damit beschließen.

 

Formulierungshilfen für den Hauptteil

  • ·         Zunächst möchte ich Euer/Ihr Augenmerk auf … lenken.
  • ·         Ein weiterer, wichtiger Punkt ist …
  • ·         An dieser Stelle möchte ich anführen, dass …
  • ·         Vermutlich wisst Ihr/wissen Sie aus eigener Erfahrung …
  • ·         Noch ein kurzes Wort zu …
  • ·         Mir ist durchaus bewusst, dass Kritiker anführen könnten, dass …
  • ·         Ein typisches Gegenargument lautet … Aber …
  • ·         An dieser Stelle müsst Ihr/müssen Sie auch bedenken, dass …
  • ·         Vielleicht fragt Ihr Euch/fragen Sie sich jetzt …
  • ·         Ein typisches Beispiel in diesem Zusammenhang ist …
  • ·         Ich möchte hierzu ein Beispiel aus meinem persönlichen Umfeld schildern: …
  • ·         Der wichtigste Punkt in diesem Zusammenhang ist meiner Ansicht nach aber …

 

Schlussteil

Im Schlussteil fasst der Redner seine wichtigsten Aussagen noch einmal kurz zusammen. Er kann ein kurzes Fazit ziehen, indem er seine These aus der Einleitung aufgreift und resümiert, inwiefern sie sich bestätigt hat. Eine andere Möglichkeit ist, dass der Redner einen Appell an sein Publikum richtet. Ebenso kann er seine Meinungsrede mit einer Frage enden lasen, die jeder Zuhörer für sich selbst beantworten kann. Insgesamt sollte der Schlussteil aber kurz ausfallen. Neue Aspekte werden hier nicht mehr angeführt, denn alles Wichtige ist schon im Hauptteil gesagt. Stattdessen hat der Schluss die Aufgabe, die Meinungsrede abzurunden.

 

Formulierungshilfen für den Schluss

  • ·         Abschließend lässt sich feststellen, dass …
  • ·         Als Fazit meiner Rede möchte ich Euch/Ihnen folgendes mit auf den Weg geben: …
  • ·         Ich hoffe, ich konnte verdeutlichen …
  • ·         Vielleicht konnten Euch/Sie meine Ausführungen ja ein wenig zum Nach- oder gar Umdenken anregen.

 

Noch ein Tipp zum Schluss

Bevor der Redner damit beginnt, an seiner Meinungsrede zu arbeiten, sollte er sich zuallererst überlegen, welche Ansicht er überhaupt vertritt. Wie steht er zu dem Thema? Was soll die zentrale Aussage seiner Rede sein? Welchen Standpunkt möchte er dem Publikum vermitteln?

Erst wenn der Redner für sich geklärt hat, wie er über den Sachverhalt denkt, sollte er damit beginnen, nach plausiblen Argumenten und guten Beispielen zu suchen. Und beim Schreiben der Rede sollte er sich seine Kernaussage immer wieder ins Gedächtnis rufen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass er zu sehr vom eigentlichen Thema abschweift oder sich verzettelt.

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