10 Tipps für einen guten Krimi, Teil 3

10 Tipps für einen guten Krimi, Teil 3

Eine Straftat, ein Täter und ein Ermittler. Dazu eine spannende Geschichte, die erzählt, wie der Ermittler die Straftat aufklärt und den Täter überführt: Die Zutaten für einen Krimi sind recht überschaubar. Doch obwohl das Muster immer ähnlich ist, gibt es mäßige, ganz solide und hervorragende Krimis. Wie in jedem Genre braucht es eben auch für einen Krimi das richtige Handwerkszeug.

10 Tipps für einen guten Krimi, Teil 3

Damit stellt sich die Frage, worauf es bei einem Krimi eigentlich ankommt. In einer mehrteiligen Beitragsreihe haben wir die zehn wichtigsten Tipps für einen guten Krimi zusammengetragen. Den Anfang machten die Idee, der Handlungsverlauf und der Spannungsbogen. Danach folgten die Figuren, der Zeitraum und der Schauplatz.

Hier ist Teil 3!

Tipp 7: Das Thema

Eine schwache Geschichte wird auch durch ein gutes Thema nicht zu einer starken Story. Aber ein gutes Thema kann aus einem soliden Krimi einen hervorragenden Krimi machen. Dabei gehört das Thema genauso zu den wesentlichen Zutaten des Krimis wie die Straftat und die Personen. Es zieht sich durch die ganze Geschichte, tritt regelmäßig in den Vordergrund und spielt immer wieder eine entscheidende Rolle.

Ist beispielsweise der Tierschutz das zentrale Thema, kann ein Mitarbeiter des Veterinäramtes zum Mordopfer werden. Das Tatmotiv kann eine Entscheidung sein, die er in einem strittigen Fall getroffen hat.

Als Verdächtige kommen Mitarbeiter des betroffenen Betriebes, Tierschützer oder auch Angehörige von Unternehmen in Frage, die in der gleichen Branche tätig sind oder mit dem betroffenen Betrieb zusammenarbeiten und für die die Entscheidung ebenfalls Auswirkungen hat oder haben könnte. So wird das Thema zu einem prägenden Element für die gesamte Story.

Als Thema für einen Krimi eignen sich beispielsweise das berufliche Umfeld, eine Interessensgruppe, ein soziales Milieu, ein gesellschaftliches Ereignis, ein Erlebnis im persönlichen Bereich und vieles andere mehr. Leser interessieren sich generell für die verschiedensten Themen und in aller Regel kommt es gut an, wenn die Leser neben einer spannenden Kriminalgeschichte gleichzeitig auch Interessantes über ein bestimmtes Themengebiet erfahren.

Für den Autor bedeutet das aber, dass er sich gut mit dem Thema auskennen oder gründlich darüber recherchieren sollte. Denn er braucht das entsprechende Wissen, wenn er ein Thema in und für seine Geschichte verarbeiten möchte.

Tipp 8: Falsche Fährten

Falsche Fährten bringen neue Aspekte in die Geschichte und lenken den Verdacht zunächst in andere Richtungen. Eine Person, die zufällig am Tatort war, mit der ganzen Sache aber überhaupt nichts zu tun hat, eine andere Person mit einem starken Tatmotiv und wieder eine andere Person, bei der sich Beweismittel oder ein Gegenstand finden, der die Tatwaffe sein könnte, sind Beispiele für solche falschen Fährten.

Damit sich die Leser täuschen lassen, darf aber nicht offensichtlich sein, dass es sich um falsche Fährten handelt. Und sie müssen zum richtigen Zeitpunkt so geschickt in die Geschichte eingeflochten werden, dass die Handlung glaubwürdig bleibt und sich scheinbar logisch fortsetzt.

Tipp 9: Der Schluss

Mit das Wichtigste bei einem Krimi ist das Ende. Ein schlechter Schluss zerstört selbst die beste Geschichte und lässt den eigentlich gelungenen Krimi zu einem nur noch mäßigen Krimi werden.

Die Leser nehmen es dem Autor übel, wenn plötzlich auf den letzten zwei, drei Seiten aus dem Nichts heraus eine Figur auftaucht, die der Täter sein soll.

Natürlich kann und darf ein Krimi eine interessante Wendung nehmen. Zumal gerade ein nicht vorhersehbares Ende einen guten Krimi auszeichnet. Trotzdem muss der Schluss glaubwürdig sein. Wenn der Leser die Geschichte Revue passieren lässt, muss logisch sein, dass die Ereignisse, Handlungen und Details letztlich zu diesem Ende führen – auch und gerade wenn der Leser es so nicht erwartet hatte.

Tipp 10: Die Szenenliste

Wenn der Autor alle wichtigen Punkte für seinen Krimi geplant hat, sollte er den Handlungsverlauf und die Zeitstrahlen der Figuren zusammennehmen und sich auf dieser Basis eine Szenenliste erstellen. Darin schlüsselt er seine Geschichte in einzelne Szenen auf und überlegt sich für jede Szene die Einzelheiten, die er dort erzählen will.

Schildert eine Szene beispielsweise, wie ein wichtiges Beweisstück gefunden wird, notiert der Autor, wer den Fund macht, wo das Beweisstück gefunden wird und in welcher Situation es zu dem Fund kommt. Außerdem legt der Autor fest, wann und wie der Ermittler von dem Fund erfährt und wie er darauf reagiert.

Ein bewährtes Format für eine Szenenliste ist eine Tabelle mit fünf Spalten. In die Spalten trägt der Autor ein, wo die jeweilige Szene spielt, wann sie stattfindet, wer darin vorkommt, was passiert und aus wessen Perspektive die Handlung erzählt wird.

Führt die Szenenliste alle wesentlichen Ereignisse der Geschichte auf, kann er Autor gut erkennen, ob die Abläufe stimmen, die Übergänge logisch sind und der Verlauf genug Spannung und Dramatik bietet.

Doch die Szenenliste hilft dem Autor nicht nur dabei, seine Geschichte zu planen und zu beurteilen, ob die Story funktioniert und in sich schlüssig ist. Sondern sie ist gleichzeitig eine gute Orientierungshilfe, die den Autor dabei unterstützt, den Überblick nicht zu verlieren und einen schnellen Einstieg zu finden, wenn er nach einer Unterbrechung an seinem Krimi weiterarbeitet.

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