10 Tipps für einen guten Krimi, Teil 2

10 Tipps für einen guten Krimi, Teil 2

Auf den ersten Blick scheint es gar nicht so schwer zu sein, einen Krimi zu schreiben. Schließlich sind die Zutaten für die Geschichte klar: Es braucht eine Straftat, einen Täter und einen Ermittler. Möglichst spannend erzählt der Krimi dann, wie die Straftat aufgeklärt und der Täter überführt wird.

10 Tipps für einen guten Krimi

Ganz so einfach ist es aber leider nicht. Denn ohne das richtige Handwerkszeug wird es schwer, den Leser mit einer packenden Story zu begeistern. Was also macht einen guten Krimi aus? Und wie sollte der Autor vorgehen?

In einer mehrteiligen Beitragsreihe geben wir zehn Tipps für einen guten Krimi. Dabei haben wir im 1. Teil die Idee, die Handlungsverlauf und den Spannungsbogen besprochen.

Hier ist nun Teil 2.:

Tipp 4: Glaubwürdige Figuren

Die Akteure in der Geschichte brauchen eine gewisse Tiefe. Sie müssen etwas Interessantes an sich haben und glaubwürdig handeln. Das gilt für den Ermittler und den Täter genauso wie für alle anderen Figuren, die im Krimi auftauchen.

Tiefe erreicht der Autor, wenn er im Vorfeld psychologische Profile für seine Figuren erstellt. Die Profile geben dann den Rahmen für die Szenen, die Handlungen und das Verhalten der Figuren vor. Warum geht der Ermittler so vor? Weshalb legt der Täter dieses Verhalten an den Tag? Wieso reagiert der Nachbar auf diese Art? Die Handlungen und die Dialoge der einzelnen Figuren müssen logisch und in sich schlüssig sein. Denn sonst wirken sie nicht glaubwürdig und der Leser nimmt dem Autor die Geschichte nicht ab.

Glaubwürdig ist aber nicht gleichbedeutend mit realistisch. Es gibt sehr viele hervorragende Krimis, die von der Realität weit entfernt sind. Sie erzählen Handlungen, schildern Abläufe und Details oder enthalten Dialoge, die im wahren Leben so nie stattfinden würden. Trotzdem können gerade solche Elemente ideale Hilfsmittel sein, um den Krimi spannend zu machen.

Nur müssen die Elemente eben glaubwürdig bleiben. Sowohl die Ereignisse als auch die Figuren müssen innerhalb der Geschichte logisch und in sich schlüssig sein. Der Leser muss den Grund erkennen können, warum sich eine Figur so verhält und weshalb etwas passiert. Solange die Geschichte logisch bleibt, stört sich der Leser auch an doch eher merkwürdigen Dingen nicht.

Tipp 5: Der Zeitraum

Ein sehr wichtiger Punkt für den Handlungsverlauf ist der Zeitraum, über den sich die Geschichte erstreckt. Erzählt der Autor seine Geschichte in Szenen und zieht sich die ganze Handlung über insgesamt fünf Jahre, wird er kaum um Zeitsprünge herumkommen.

Denn die Zeitsprünge wirken ähnlich wie ein Zeitraffer und ermöglichen, die fünf Jahre auch wirklich in dem Krimi unterzubringen. Allerdings muss der Autor dann überlegen, wo er die Zeitsprünge macht, ohne den Handlungsverlauf dadurch zu stören.

Möglich ist natürlich auch, dass die Geschichte innerhalb weniger Stunden abläuft. Dann wird der Autor vielleicht komplett auf Zeitsprünge verzichten und die Szenen stattdessen in einer kurzen Abfolge hintereinander ablaufen lassen. Krimis mit einem recht kurzen Zeitraum sind meist recht actionreich, um so die notwendige Spannung aufzubauen.

Eine weitere Überlegung ist, ob der Autor seine Geschichte chronologisch erzählt oder ob er Rückblenden einbaut. Die Rückblenden können nur aus wenigen Sätzen bestehen, komplette Szenen erzählen oder sogar ganze Kapitel füllen. Bei Rückblenden braucht der Autor aber Fingerspitzengefühl. Denn sie reißen den Leser nicht nur aus den aktuellen Entwicklungen und Ereignissen heraus, sondern können auch den Spannungsbogen ausbremsen. Deshalb sollte der Autor gut überlegen, ob und wo es sinnvoll ist, Rückblenden in die Geschichte einzubinden.

Tipp 6: Der Schauplatz

Der Ort, an dem eine Szene spielt, hat großen Einfluss darauf, welche Atmosphäre entsteht und wie die Handlung abläuft. Wird der Täter zum Beispiel in seinem eigenen Wohnzimmer verhaftet, bekommt die Szene einen anderen Charakter als bei einer Verhaftung auf einem verlassenen Fabrikgelände.

Die beiden Schauplätze sehen unterschiedlich aus, es sind andere Geräusche zu hören und die Gerüche sind verschieden. Auch die Möglichkeiten, wie der Täter auf die Festnahme reagieren kann, sind je nach Schauplatz anders. Während er in der Fußgängerzone in einen Laden flüchten oder einen Passanten als Geisel nehmen kann, wird er sich in einem geschlossenen Raum nur schwer der Verhaftung widersetzen können.

Der Schauplatz sollte grundsätzlich den richtigen Rahmen für die Szene und die Handlung, die sich darin abspielt, schaffen. Dabei kann ein ungewöhnlicher Schauplatz dabei helfen, die richtige Stimmung zu erzeugen und die Spannung zusätzlich zu steigern. Allerdings sollte es der Autor hier auch nicht übertreiben. Ein origineller Schauplatz kann zwar hilfreich sein, doch er sollte unterstützen und nicht mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen als die eigentliche Handlung.

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Gerd Traube, studierter Germanist und Buchautor, geboren 1966, sowie Michaela Lange, geboren 1978, Deutschlehrerin und Privatautorin, sowie Ferya Gülcan Redakteurin und Betreiberin dieser Seite, schreiben hier für Sie/euch alles Wissenswerte zum Thema Schreiben. Ob für Schule, Beruf, angehende Schriftsteller oder Redakteure, wir hoffen, dass unsere Übungen und Anleitungen Ihnen weiterhelfen.
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