7 Techniken gegen Schreibblockaden

7 Techniken gegen Schreibblockaden

Der Autor möchte oder muss einen Text für eine Internetseite, einen Beitrag für einen Blog, einen Artikel für ein Magazin, einen Bericht für den Chef oder eine Meldung für die Presse schreiben. Und allmählich wird die Zeit knapp.

Doch während der Cursor munter vor sich hinblinkt, bleibt der Bildschirm leer. Dem Autor fehlen buchstäblich die Worte und er kommt einfach nicht in den Text hinein. – Diese Situation kennt vermutlich jeder Schreiber.

Schreibblockaden

Selbst gestandene Profis sind nicht vor einer Schreibblockade gefeit. Allerdings haben sie oft ihre Mittel und Methoden entwickelt, um die anfänglichen Schwierigkeiten zu überwinden.

Tatsächlich gibt es an dieser Stelle kein Patentrezept. Während der eine Tipp bei einem Texter bestens funktioniert, bringt er einen anderen Autor überhaupt nicht weiter. Am Ende muss also jeder für sich selbst herausfinden, wie er in einen Schreibfluss kommt.

Doch als Anregung und Hilfestellung sind hier sieben Techniken gegen Schreibblockaden:

 

  1. Erst sammeln, dann schreiben.

Sich vor den Computer zu setzen und aus dem Stehgreif heraus einfach drauf loszuschreiben, klappt nur in den wenigsten Fällen. Denn eine Idee schnell in Worte zu fassen, ist das eine. Einen ganzen Text daraus zu machen, ist das andere.

Bevor der Autor mit der Arbeit beginnt, sollte er sich deshalb Material zusammensuchen. Dazu kann er im Internet recherchieren, Bücher und Zeitung lesen und sich mit Dritten über das Thema austauschen. Außerdem kann er sich überlegen, welche Fragen sein Text beantworten soll. Die gesamte Material- und Gedankensammlung sollte er in kurzen, lockeren Notizen festhalten. Auf diese Weise hat er schon ein erstes Fundament für seinen Text. Gleichzeitig kann er einen Blick auf seine Aufzeichnungen werfen, wenn er zwischendurch nicht weiterkommt.

 

  1. Eine Gliederung erstellen.

In fast jedem Autor steckt ein kleiner kreativer Chaot, dem allerlei Ideen und Gedanken durch den Kopf schießen. Das Problem ist nur, dass mitunter die Orientierung verloren geht, wenn sich der Texter rein auf seine Kreativität verlässt. Deshalb sollte er immer eine Gliederung erstellen. Natürlich muss er dabei nicht alles bis ins kleinste Detail planen und sich selbst jeglichen Spielraum nehmen. Es reicht völlig, wenn der Autor seinen Text mit aussagekräftigen Stichworten in Abschnitte und inhaltliche Einheiten einteilt.

Ähnlich wie ein Maler sollte der Autor also eine Art grobe Skizze anfertigen. Dadurch hat er ein Grundgerüst, das er nur noch ausarbeiten und ausfüllen muss. Gleichzeitig kann er sich jederzeit orientieren und läuft nicht Gefahr, mittendrin steckenzubleiben.

 

  1. Das Schreiben als Handwerk umsetzen.

Viele Texter setzen sich selbst unter Druck, indem sie das Schreiben als kreativen Prozess verstehen. Sie erwarten von sich selbst rundum gelungene Texte mit Wortwitz und originellen Formulierungen. Doch genau diese Ansprüche können blockieren und lähmen. Besser ist deshalb, wenn sich der Autor zunächst weniger als Künstler, sondern vielmehr als Handwerker sieht.

Ähnlich wie ein Maurer, der routiniert seinen Mörtel anmischt und Stein auf Stein setzt, sollte auch der Autor die Sprache als Werkzeug verstehen. Kurze Sätze, bildhafte Beispiele und eine lebendige Sprache sind die wichtigsten Zutaten für einen gelungenen Text. Und wenn die Rohfassung fertig ist, kann der Autor immer noch an den Wortspielereien feilen – so wie der Maurer seine Wand auch erst verputzt und dekorativ gestaltet, wenn sie steht.

 

  1. Freewriting.

Der Gegenspieler vom kreativen Chaot ist der innere Kritiker. Er prüft kritisch, was der Autor formuliert hat, und verwirft die ersten Ideen gleich wieder, korrigiert oder kürzt. Klar, dass sich so nur schwer ein Schreibfluss entwickeln kann. Doch den inneren Kritiker auszuschalten, erfordert viel Übung. Eine Methode, die hier Abhilfe schaffen soll, ist das sogenannte Freewriting. Es zielt darauf ab, frei zu schreiben, ohne dabei großartig nachzudenken oder zu sortieren.

Dafür nimmt sich der Autor ein leeres Blatt Papier und einen Stift. Außerdem setzt er sich ein zeitliches Limit, zum Beispiel drei Minuten. Während dieser Zeit schreibt er alles auf, was ihm durch den Kopf schießt. Welche Wörter am Ende auf dem Papier stehen, spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass der Autor durchschreibt, ohne den Stift abzusetzen. Schlimmstenfalls schreibt er eben „Mit fällt gar nichts ein“ auf sein Blatt. Die Technik versteht sich als Training, die Ideen aus dem Unterbewusstsein fließen zu lassen, ohne sich selbst auszubremsen.

 

  1. Nicht perfekt schreiben.

Die Vorarbeiten mit Materialsammlung und Gliederung sollen dem Autor dabei helfen, seinen Gedanken beim Ausarbeiten des Grundgerüsts freien Lauf zu lassen und in einen kreativen Schreibfluss zu kommen. Das kann aber nur dann funktionieren, wenn sich der innere Kritiker zurückhält. Doch genau an dieser Stelle machen viele Autoren einen entscheidenden Fehler. Sie schreiben nämlich nicht frei und ungehemmt, sondern versuchen, möglichst druckreif zu schreiben. Statt dem Fluss zu folgen, stoppen sie immer wieder, um zu sortieren und zu korrigieren.

Wichtig ist deshalb, dass der Autor lernt, dass es beim ersten Entwurf nicht auf Perfektion ankommt. Zunächst einmal ist das Ziel, den Text als solches zu schreiben. Die Überarbeitung ist erst später an der Reihe.

 

  1. Aufhören, wenn’s am schönsten ist.

Wenn der Autor schon seit Stunden an seinem Text sitzt und einfach nicht vorwärts kommt, wird sich daran vermutlich auch in den nächsten Stunden nicht viel ändern. Ganz im Gegenteil wird es immer schwieriger, weil einerseits der Druck steigt und andererseits die Konzentration nachlässt. Besser ist deshalb, wenn der Autor eine Pause macht. Und am besten nutzt er die Unterbrechung für eine komplett andere Tätigkeit. Ein Spaziergang durch den Park, eine Fahrt um den Block, lautes Mitsingen zum Radio oder selbst das Staubsaugen der Wohnung helfen dabei, abzuschalten. Erstaunlicherweise entstehen neue und gute Ideen ausgerechnet dann, wenn der Autor mit seinen Gedanken ganz woanders ist.

Arbeitet der Autor an einem längeren Text, sollte er am besten dann aufhören, wenn er den nächsten Abschnitt schon im Kopf hat. Als Gedankenstütze kann er sich das eine oder andere Stichwort notieren. Wenn er dann am nächsten Tag weitermacht, ist er direkt wieder im Schreibfluss.

 

  1. Ein Ende finden.

Eine Faustregel besagt, dass der Autor für das Überarbeiten seines Textes genauso viel Zeit einplanen sollte wie für das Schreiben. Allerdings sollte er es hier nicht übertreiben. Natürlich ist wichtig, dass der Autor an seinem Entwurf feilt und ihn in eine schöne, lesefreundliche Fassung bringt.

Aber irgendwann muss auch Schluss sein. Hat der Autor keine Vorgabe von seinem Auftraggeber, sollte er sich selbst eine Deadline setzen. Sonst besteht die Gefahr, dass der Autor ewig an seinen Formulierungen herumdoktert – und der Text nie fertig wird.

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