9 Tipps für gute Pressemitteilungen

9 Tipps für gute Pressemitteilungen

Ein Bericht in der Zeitung gehört nach wie vor zu den besten Werbemaßnahmen. Schließlich erfährt auf diese Weise ein breites Publikum von dem Sachverhalt. Außerdem genießen Themen, die in der Zeitung beschrieben werden, ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit.

Und das Beste ist, dass die Werbung durch den Zeitungsbericht nichts kostet. Kein Wunder also, dass sich die Pressetexte auf den Schreibtischen der Redaktionen stapeln.

Allerdings besagen Studien, dass über die Hälfte aller Pressemitteilungen gleich wieder im Papierkorb landet. Ein Grund hierfür ist die Flut an Informationen, die Redakteure tagtäglich durcharbeiten müssen. Gibt es wichtigere Themen, bleibt für eine Pressemeldung nun einmal kein Platz mehr.

Ein anderer Grund ist aber auch, dass es vielen Pressemitteilungen schlichtweg an journalistischer Qualität fehlt. Um die Chancen darauf, dass die Pressemitteilung gedruckt wird, zu erhöhen, ist deshalb umso wichtiger, sich mit einem informativen, hochwertigen und formal richtig aufgebauten Pressetext aus der Masse abzuheben. Aber wie kann das gelingen?

Hier sind neun Tipps für gute Pressemitteilungen!

 

Tipp Nr. 1: Einen Nachrichtenwert kommunizieren.

Eine Pressemitteilung sollte immer eine aktuelle Meldung bieten. Dadurch erhöht sich ihr Wert als Nachricht und damit steigen gleichzeitig auch die Chancen, dass der Text abgedruckt wird.

Ob es in der Pressemitteilung um ein Vereinsjubiläum, eine Geschäftseröffnung, eine wichtige Konferenz mit hochkarätigen Gästen, den Start eines Großprojekts oder eine feierliche Einweihung geht, ist zweitrangig. Entscheidend ist, dass die Pressemitteilung über einen Sachverhalt berichtet, der aktuell ist, neue Informationen bereithält und für die Leser interessant ist.

 

Tipp Nr. 2: Einen aussagekräftigen Titel wählen.

Die Überschrift entscheidet darüber, ob sich der Redakteur den Text überhaupt durchliest. Deshalb sollte der Titel die entscheidende, aktuelle Meldung der Pressemitteilung in maximal sieben Wörtern auf den Punkt bringen. Durch die Überschrift sollte also sowohl der Redakteur als auch später der Leser auf einen Blick erfassen können, worum es in der Meldung geht.

Ein Beispiel: Angenommen, eine örtliche Firma stellt ab dem 1. April Kunstwerke regionaler Künstler aus und veranstaltet zur Eröffnung dieser Kunstausstellung eine kleine Feier. Eine Überschrift wie „Besuchen Sie uns am 1. April“ wäre in diesem Fall genauso ungeschickt wie ein Titel in Form von „Kunst bei Firma XY“. Denn in beiden Versionen fehlen entscheidende Informationen.

Deutlich besser wäre eine Überschrift wie „Feierliche Eröffnung der Kunstausstellung bei Firma XY“. Sie enthält die wichtigsten Angaben. Das Datum wiederum kann vor dem eigentlichen Text genannt werden.

 

Tipp Nr. 3: Die W-Fragen beantworten.

Ein Redakteur interessiert sich nicht für Werbe-Blabla. Er möchte Fakten haben. Die Pressemitteilung sollte deshalb kurz und präzise beantworten,

  • wer
  • was
  • wann
  • wie
  • wo und
  • warum

macht. Beispielsweise so: „Am 1. April eröffnet die Firma XY in ihren Räumlichkeiten mit einer kleinen Feier eine Kunstausstellung, bei der Künstler aus der Region ihre Arbeiten präsentieren.“ Je präziser die Infos sind, desto weniger Zeit muss der Redakteur investieren. Und diese Zeitersparnis erhöht die Chancen auf eine Veröffentlichung.

 

Tipp Nr. 4: Die wesentlichen Angaben im ersten Drittel unterbringen.

Nach der Einleitung können die Angaben ergänzt werden. In den nächsten Absätzen kann dann beispielsweise ausgeführt werden,

  • welche Art von Kunst gezeigt wird,
  • wer die ausstellenden Künstler sind,
  • wie lange die Ausstellung läuft,
  • wann die Ausstellung besucht werden kann oder
  • was die Absicht hinter der Ausstellung ist.

Allerdings darf die Pressemitteilung nicht zu einer ausschweifenden Erzählung werden. Der Text muss sich auf das Wesentliche beschränken.

Außerdem sollten alle wesentlichen Informationen im ersten Drittel des Textes enthalten sein. Alle anderen Angaben, die zwar interessant, aber nicht entscheidend sind, finden in den folgenden Abschnitten Erwähnung. Dieser Aufbau ist deshalb sinnvoll, weil der Redakteur den Text dadurch bei Bedarf problemlos kürzen kann.

 

Tipp Nr. 5: Sachlich schreiben.

Eine Pressemitteilung ist eine sachliche Meldung über einen aktuellen Sachverhalt. Werbung oder Emotionen haben darin nichts zu suchen. Auch wenn die Begeisterung für das Produkt oder das Ereignis noch so groß ist: Die Pressemitteilung darf nicht zu einem unsachlichen Werbetext werden. Aktualität und Neutralität sind also die Devise.

 

Tipp Nr. 6: Einen einfachen Sprachstil verwenden.

Eine Pressemitteilung soll kurz und knackig informieren. Sie sollte einfach zu lesen sein und den Leser ansprechen. Deshalb gilt mit Blick auf den Sprachstil:

  • Die Sätze sollten eher kurz gehalten und einfach formuliert sein.
  • Der Text sollte im Aktiv stehen. Passiv-Konstruktionen machen einen Text schwerfälliger und sprechen den Leser nur indirekt an.
  • Fremdwörter sollten nur sparsam eingesetzt und nur dann verwendet werden, wenn sie gebräuchlich sind. Spezifische Fachausdrücke sollten vermieden werden, denn sie sind für eine Pressemitteilung oft zu komplex.
  • Der Tenor sollte sachlich und verständlich sein. Übertreibungen oder emotionale Äußerungen sind in einer Pressemitteilung deplatziert.

Tipp Nr. 7: Auf die Formalitäten achten.

Eine Pressemitteilung lebt nicht nur von einem aktuellen und informativen Nachrichtenwert. Vielmehr ist neben den Inhalten auch ein sinnvoller und lesefreundlicher Aufbau wichtig. Dabei gibt es für eine Pressemitteilung folgende formale Regeln:

  • Der Pressetext sollte nicht länger sein als eine DIN A4-Seite.
  • Auf der rechten Seite sollte ein fünf Zentimeter breiter Rand für Anmerkungen und Notizen des Redakteurs vorhanden sein.
  • Der Zeilenabstand sollte 1,5 Zeilen betragen.
  • Der Text sollte in lesefreundliche Abschnitte aufteilt sein. Dabei kann es auch sinnvoll sein, den einzelnen Absätzen aussagekräftige Zwischenüberschriften zu geben.

Tipp Nr. 8: Zur Pressemitteilung gehört ein Backgrounder.

Der sogenannte Backgrounder fasst die wichtigsten Daten und Fakten zum Verfasser der Pressemitteilung zusammen. Handelt es sich um eine Firma, wären das beispielsweise der Standort, die Geschäftsbereiche, das Gründungsjahr, die Anzahl der Mitarbeiter oder auch entscheidende Meilensteine in der Unternehmensgeschichte. Alle diesen Angaben werden in einem Absatz zusammengefasst und als Abschluss ans Ende der Pressemitteilung gestellt.

Es ist aber nicht notwendig, den Backgrounder jedes Mal neu zu formulieren. Stattdessen kann er einmal erstellt und dann bei jeder weiteren Pressemeldung eingefügt werden, bei Bedarf aber natürlich in aktualisierter Form.

 

Tipp Nr. 9: Aktuelle Kontaktdaten angeben.

Zur Pressemitteilung muss es einen Ansprechpartner geben, an den sich der Redakteur wenden kann, falls Rückfragen bestehen oder weitere Informationen notwendig sind. Wichtig ist dann aber auch, dass der Ansprechpartner unter den genannten Kontaktdaten erreichbar ist. Ein Redakteur wird sich bei einer Pressemitteilung nur äußerst selten die Zeit nehmen und die Mühe machen, einen Ansprechpartner zu recherchieren.

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Veröffentlicht von

Gerd Traube & Michaela Lange

Gerd Traube, studierter Germanist und Buchautor, geboren 1966, sowie Michaela Lange, geboren 1978, Deutschlehrerin und Privatautorin, schreiben hier für sie/euch alles Wissenswerte zum Thema Schreiben. Ob für Schule, Beruf, angehende Schriftsteller, Redakteure, wir hoffen das unsere Übungen und Anleitungen ihnen weiterhelfen.

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