Gute-Nacht-Geschichten schreiben – Infos und Tipps, Teil 3

Gute-Nacht-Geschichten schreiben – Infos und Tipps, Teil 3

Zur Ruhe kommen, den Tag gemeinsam ausklingen lassen, besser einschlafen, schön träumen: Eine Gute-Nacht-Geschichte vereint viele positive Aspekte in sich. Und besonders groß ist der Effekt, wenn es sich um eine selbstgeschriebene Geschichte handelt, die eigens für den Zuhörer verfasst wurde. Doch damit stellt sich die Frage, wie Gute-Nacht-Geschichten eigentlich geschrieben werden.

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Gute-Nacht-Geschichten schreiben - Infos und Tipps, Teil 3

Worauf kommt es an, worauf gilt es zu achten? In einer kleinen Beitragsreihe haben wir Infos und Tipps für alle zusammengestellt, die eigene Gute-Nacht-Geschichten schreiben möchten.

Dabei haben wir in den beiden ersten Teilen anhand einer Schritt-für-Schritt-Anleitung aufgezeigt, wie es geht.

Jetzt, im letzten Teil 3, geben wir fünf Tipps, wenn die richtigen Ideen für gelungene Gute-Nacht-Geschichten fehlen:

Tipp 1: Auf Brainstorming zurückgreifen

Möchte der Verfasser eine Gute-Nacht-Geschichte schreiben, weiß aber nicht so richtig, über welches Thema er schreiben oder wie er anfangen soll, kann Brainstorming sehr hilfreich sein.

Dabei notiert der Verfasser einfach alle Wörter, Redewendungen oder Sätze, die ihm spontan einfallen. Möglicherweise gehen ihm ohne weiteres Zutun allerlei Themen oder Begriffe durch den Kopf.

Andernfalls können Fragen wie diese helfen, auf die richtige Spur zu kommen:

  • Welche Tiere mag ich besonders?

  • In welcher Zeit soll die Geschichte spielen (Gegenwart, Zukunft, Mittelalter, Antike)?

  • Welche Orte kommen infrage (Stadt, Wald, Insel, Schloss, Zauberwelt)?

  • Welche Figuren sollen in der Geschichte vorkommen?

  • Was soll die Geschichte lehren oder vermitteln? Was soll ihre zentrale Botschaft ein?

Beim Brainstorming sollte der Verfasser alles aufschreiben, was ihm einfällt. Die Wörter müssen keinen Zusammenhang haben.

Im nächsten Schritt kann er die Begriffe dann thematisch sortieren und einander zuordnen. Auf diese Weise entwickelt er vielleicht die richtige Idee für seine Gute-Nacht-Geschichte.

Tipp 2: Ein Bild malen

Manchmal sind die richtigen Worte schwer zu finden, weil sie einen Inhalt konkret machen und auf den Punkt gebracht beschreiben. Wörter können einen Sachverhalt in ein enges Korsett pressen. Nicht ohne Grund heißt es in einem Sprichwort, dass ein Bild mehr sagt als tausend Worte.

Hat der Verfasser bereits eine grobe Idee von seiner Gute-Nacht-Geschichte, tut sich aber mit passenden Formulierungen schwer, kann es helfen, wenn er die Geschichte malt.

Dabei geht es weniger darum, ein detailreiches Kunstwerk anzufertigen. Es genügt, wenn der Verfasser eine grobe Skizze gestaltet.

Allein die Auswahl der Farben spiegelt schon die Stimmung in seiner Geschichte wider. Vertieft ins Malen, fügt der Verfasser vielleicht Figuren, Symbole oder andere Elemente hinzu, die ihm so vorher gar nicht bewusst waren.

Natürlich kann er das Bild auch um Wörter ergänzen, die ihm spontan einfallen oder die er beim Brainstorming zusammengetragen hat.

Um seine Gedankengänge festzuhalten oder zu verdeutlichen, kann er mit Pfeilen und Verbindungsstrichen arbeiten. So entsteht eine Art Gliederung, an der er sich beim Schreiben der Geschichte orientieren kann.

Tipp 3: Sich von der Umgebung inspirieren lassen

Eine wahre Fundgrube für spannende Ideen kann die Umgebung sein. Der Verfasser kann sich dazu an sein Fenster, in ein Café oder auf eine Parkbank setzen und beobachten, was um ihn herum passiert. Er kann durch einen Wald wandern, über eine Wiese gehen oder an einem Flussufer entlangspazieren.

Bei genauem Hinsehen fallen dem Verfasser bestimmt Dinge auf, die ungewöhnlich sind oder die er sich im ersten Moment nicht erklären kann.

Wieso fährt das Auto nicht los, obwohl die Ampel auf Grün umgeschaltet hat? Worüber unterhalten sich der alte Mann und das Kind ein paar Tische weiter wohl? Warum krabbelt der kleine Käfer ausgerechnet dieses Blatt hoch? Wie fühlt sich der Fisch, wenn er sich mit der Strömung treiben lässt? Wie geht es der Blume, wenn sie nach und nach ihre Blätter verliert?

Solche Eindrücke kann der Verfasser zu einer Gute-Nacht-Geschichte ausarbeiten. Dazu sollte er aber versuchen, eine Verbindung zu demjenigen herzustellen, für den die Geschichte bestimmt ist.

Soll die Geschichte zum Beispiel für ein eher ängstliches Kind sein, kann ein kleines, unscheinbares Vögelchen zum Helden werden. Auch das Vögelchen hat Angst vor verschiedensten Dingen.

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Aber weil es sich traut, aus dem Nest zu kommen und herumzufliegen, erlebt es lauter Abenteuer. So ist die Botschaft an das Kind, dass Mut belohnt wird.

Tipp 4: An die eigene Kindheit zurückdenken

Die eigene Kindheit bietet ebenfalls viel Potenzial für schöne Gute-Nacht-Geschichten. Dazu kann sich der Verfasser zum einen daran zurückerinnern, welche Geschichten er früher besonders gerne mochte. Eventuell kann er solche Themen aufgreifen und in neuer Form erzählen.

Zum anderen kann der Verfasser an Erlebnisse und Erfahrungen zurückdenken, die für ihn damals wichtig und prägend waren. Entscheidend dabei ist immer der Kern der Geschichte, die äußeren Umstände lassen sich beliebig anpassen.

Ein typisches Beispiel ist der Wunsch vieler Kinder, ein eigenes Haustier zu haben. Daran knüpft sich die Enttäuschung an, wenn es zum Geburtstag oder zu Weihnachten doch wieder nur ein Stofftier geworden ist.

Aber mit diesem Stofftier hat der Verfasser vermutlich verschiedene Dinge erlebt. Damit sollte genug Material für die eine oder andere Gute-Nacht-Geschichte vorhanden sein.

Tipp 5: Ein Märchen umschreiben

Will dem Verfasser partout nichts für eine eigene Gute-Nacht-Geschichte einfallen, kann er auf eine Geschichte zurückgreifen, die bereits existiert. Von den Gebrüdern Grimm zum Beispiel gibt es zahlreiche Märchen und einige davon sind kaum bekannt. Auch Zeichentrickfilme oder generell Verfilmungen für Kinder können die richtigen Impulse liefern.

Der Verfasser kann sich eine Geschichte oder ein Märchen aussuchen und die zentrale Botschaft davon herausfiltern.

Anschließend nimmt er diese Aussage und erzählt sie mit anderen Figuren und in einer anderen Umgebung mit seinen eigenen Worten neu. So entsteht eine schöne Gute-Nacht-Geschichte, die zwar die gleiche Botschaft hat wie ihr Vorbild, aber trotzdem einzigartig ist.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

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Gerd Traube, studierter Germanist und Buchautor, geboren 1966, Michaela Lange, geboren 1978, Deutschlehrerin und Privatautorin, Canel Gülcan -Studentin Lehramt Deutsch/Germanistik, sowie Ferya Gülcan Redakteurin und Betreiberin dieser Seite, schreiben hier für Sie/euch alles Wissenswerte zum Thema Schreiben. Ob für Schule, Beruf, angehende Schriftsteller oder Redakteure, wir hoffen, dass unsere Übungen und Anleitungen Ihnen weiterhelfen.

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