Gedichte schreiben

Gedichte schreiben

 

Viele möchten gerne Gedichte schreiben, übersehen dabei aber, dass es gar nicht so einfach ist, gute Gedichte zu schreiben. Nicht alles, was sich reimt, ist gleich ein Gedicht und nicht alle Wörter, die irgendwie scheinbar kunstvoll aneinandergereiht werden, verdienen es, als Poesie oder gar Lyrik bezeichnet zu werden.

Aber natürlich kann jeder lernen, Gedichte zu schreiben, vor allem deshalb, weil es für das Dichten nicht nur Kreativität und Phantasie bedarf, sondern weil es auch klare Regeln, zahlreiche Tipps und im Prinzip eine Art Anleitung gibt.

 

Anleitung und Formen zum Schreiben von Gedichten

 

Wer Gedichte schreiben möchte, braucht zunächst eine Idee, also ein Thema für sein Gedicht. Steht das Thema fest, sollte der Dichter einige grundlegende Fragen klären.

Er sollte beispielsweise wissen, an wen sich das Gedicht richtet, welche Botschaft er vermitteln möchte und welche Stimmung sein Gedicht haben soll. Außerdem muss sich der Dichter entscheiden, welche Form von Gedicht er schreiben möchte.

Gedichte gibt es in sehr vielen unterschiedlichen Formen, wobei für Hobbydichter zwei große Gruppen von Bedeutung sind, nämlich gereimte und ungereimte Gedichte.

 

Gereimte Gedichte

Die meisten entscheiden sich im Zusammenhang mit dem Schreiben von Gedichten für die gereimte Form. Allerdings ist es gar nicht so einfach, gelungene Reime zu schreiben. Dies liegt nicht daran, dass es schwierig ist, Wörter zu finden, die sich reimen. Sicherlich fallen jedem recht schnell passende Wörter ein, beispielsweise Kuss und Schluss, Herz und Schmerz, Sonne und Wonne oder Kind und Wind.

Allerdings offenbart sich hier auch schon die eigentliche Schwierigkeit, denn jeder hat diese Wortkombinationen schon oft und an vielen Stellen gelesen. Hinzu kommt, dass es bei einem gereimten Gedicht nicht nur auf die Reime, sondern auch auf das Versmaß ankommt.

Das Versmaß bestimmt den Rhythmus in einem Gedicht. Ein Faktor, der für den Rhythmus verantwortlich ist, ist die Anzahl der Silben. Das bedeutet, für einen gleichmäßigen Rhythmus ist hilfreich, wenn alle Zeilen die gleiche Anzahl an Silben haben. Aber für das Versmaß ist auch die Betonung sehr wichtig.

Auch wenn sich die Wörter reimen und die Silbenzahl übereinstimmt, kann das Gedicht komisch klingen, wenn die Wörter anders betont werden müssen, als dies im Sprachgebrauch ansonsten üblich ist. Aber bei allen diesen Regeln gibt es auch Ausnahmen. So können die Zeilen unterschiedliche Silbenzahlen haben, aber der Rhythmus kann trotzdem wohlklingend und gleichmäßig sein.

Zudem können die Versmaße innerhalb des Gedichtes und sogar innerhalb der einzelnen Strophen wechseln oder Stolpersteine als bewusste Gestaltungsmittel eingesetzt werden. 

 

Ungereimte Gedichte

Bei ungereimten Gedichten kommt dem Rhythmus die wichtigste Rolle zu. Das Betonungsmuster ist für die Stimmung von maßgeblicher Bedeutung, wobei auch hier Brüche wieder als Stilmittel verwendet werden können. Bei ungereimten Gedichten wird gerne und viel mit Metaphern gearbeitet.

Aber ähnlich wie bei Reimen gibt es auch Metaphern, die einfach schon sehr verbraucht sind. Hierzu gehören beispielsweise die Augen, die funkeln und glitzern wie Sterne oder so blau sind wie das Meer, die Seele, die so schwarz ist wie die Nacht oder der Blätterwald, der leise rauscht.

Insofern wird ein Dichter vor allem dann gute Gedichte schreiben, wenn er ehrlich schreibt und experimentierfreudig ist. Zudem sollte er sich immer vor Augen halten, dass es kein Gedicht gibt, das jedem Leser gleich gut gefällt, denn jeder liest und interpretiert ein Gedicht anders.

 

Weiterführende Rechtschreibung, Vorlagen und Anleitungen:

  • Anleitung zum Schreiben einer Fabel
  • Anleitung zum Schreiben eines Portraits
  • Texte für Artikelverzeichnisse schreiben
  • Schreiben von E-Mails nach DIN 5008
  • Tipps gegen eine Schreibblockade
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    Thema: Gedichte schreiben

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    4 Gedanken zu „Gedichte schreiben“

    1. Hallo,

      Sie erwähnen in diesem Thema, dass es zahlreiche Regeln und Tipps gibt um ein Gedicht zu verfassen, jedoch gehen keine solcher Hilfestellungen aus dem Text hervor.
      Befinden sich die Hilfestellungen auf dieser Internetseite? Wenn nicht, wäre ich Ihnen dankbar wenn sie einige Tipps und Tricks an meine Mail Adresse schicken könnten.

      Mit freundlichen Grüßen,
      R.Rak

    2. Wiederum Papperlapapp! Gefühlte Gedichte sind reduzierte Gedichte, die oft klischeehaft werden/sind. Dennoch ist eine Anleitung schwer zu geben. Hilde Domins Frankfurter Poetikvorlesungen sind hilfreich. Viel Lesen ist hilfreich. Für mich zudem ein Satz, den Durs Grünbein mir einmal schrieb: „Es geht um Bewusstsein.“

    3. Entschuldigung, aber wenn ich das Höre „Gedichte fühlt man“, dann bekomme ich Angst. Denn ich weiß allzu gut, was oft dabei raus kommt: Ein Gedicht auf dem Niveau eines Poesiealbums eines jungen Mädchens. Nein, so geht es nicht, ohne Technik kommt man nicht aus! Natürlich brauche ich ein Empfinden für das Thema, über das ich schreibe, ich muss auch kreativ sein, die Technik oder Theorie alleine nutzt wenig, wer aber glaubt, Gedichte schreibt man mal so nebenbei, der sollte es besser lassen und seine Umwelt damit verschonen; Poesiealben sind eben etwas ganz Privates, was man nicht jedem zeigen sollte. Ich komme aus der Prosa, bin dort seit vielen Jahren zuhause, und insgesamt betrachtet, dort auch gar nicht schlecht. Ich kenne aber meine Grenzen, die liegen ganz klar in der Lyrik. Ich begehe nicht den fatalen Fehler und sage, es ist einfach, weil es doch kürzer ist, weil man doch nur fühlen muss oder weil das doch jeder kann oder was auch immer. Aber noch zum Text: Allein aus diesem kann man nicht wirklich ersehen, wie man es denn richtig macht. Grüße.

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