Infos und Tipps zum Anlegen einer Stoffsammlung, Teil 2

Infos und Tipps zum Anlegen einer Stoffsammlung, Teil 2

Ob Textbeitrag, Zeitungsartikel, Aufsatz oder Referat: Manchmal fehlt der Zugang zu einem Thema, den vorhandenen Informationen mangelt es an Struktur oder der Schreibfluss will einfach nicht in Gang kommen. In solchen Fällen kann eine Stoffsammlung Abhilfe schaffen. Als Element des materialgestützten Schreibens hilft die Stoffsammlung bei der Planung und Umsetzung von Schreibprojekten.

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Infos und Tipps zum Anlegen einer Stoffsammlung, Teil 2

Doch wie funktioniert das Ganze? Wir haben Infos und Tipps zum Anlegen einer Stoffsammlung zusammengetragen.

Dabei haben wir in Teil 1 beantwortet, was genau eine Stoffsammlung ist, in welchen Schritten sie angelegt wird und wie die Daten notiert werden können.

Hier ist Teil 2!:

Wie können die Daten für die Stoffsammlung recherchiert werden?

In den meisten Fällen bilden eigene Ideen, Überlegungen und schon vorhandenes Wissen einen Teil der Inhalte einer Stoffsammlung. Diese Daten wird der Verfasser aber oft um weitere Informationen ergänzen müssen, damit er das Thema umfassend beleuchten kann.

Gleichzeitig kann die Recherche dabei helfen, die Kreativität anzustoßen. Dabei gibt es verschiedene Methoden, auf die der Verfasser zurückgreifen kann, um die benötigten Informationen und Daten zu recherchieren.

Quickie

Der Quickie ist darauf ausgelegt, in möglichst kurzer Zeit zu einem guten Ergebnis zu kommen. Diese Methode bietet sich an, wenn der Verfasser unter Zeitdruck steht oder den Aufwand so gering wie möglich halten will.

Beim Quickie schaut sich der Verfasser die schon vorhandenen Notizen an und prägt sich die Inhalte ein. Anschließend schreibt er alles auf, was ihm spontan zu dem Thema einfällt.

Dabei unterscheidet er nicht zwischen wichtigen Informationen und weniger relevanten Angaben. Hat er alle Überlegungen notiert, geht er seine Aufzeichnungen erneut durch.

Je nachdem, wie umfangreich die Stoffsammlung geworden ist, kann der Verfasser entscheiden, ob er nur die vorliegenden Notizen verwertet oder doch noch weitere Recherchen anstellt.

W-Fragen-Methode

Bei der W-Fragen-Methode geht es darum, zunächst möglichst viele W-Fragen zu formulieren, die der Verfasser anschließend beantwortet. Die Antworten ergeben dabei die Inhalte der Stoffsammlung, auf die der Verfasser beim Schreiben zurückgreift.

Besonders relevant sind die W-Fragen im Journalismus. Denn Zeitungsartikel, Pressemitteilungen und ähnliche Textbeiträge sollen alle wesentlichen Informationen zu einem Ereignis oder Thema bereitstellen.

Im Optimalfall werden deshalb die sieben entscheidenden W-Fragen beantwortet:

  • Wer?
  • Was?
  • Wann?
  • Wo?
  • Wie?
  • Warum?
  • Welche Folgen?

Die Methode kann der Verfasser aber natürlich auch außerhalb des klassischen Journalismus anwenden, um Informationen zu seinem Thema zusammenzutragen.

BUWA-Methode

Die BUWA-Methode ist vor allem dann ein effektives Hilfsmittel, wenn es darum geht, ein Problem zu analysieren und eine Lösung dafür zu finden.

Die Vorgehensweise bei der Recherche ergibt sich aus dem Kürzel:

  • B – Beschaffenheit: Was ist das Problem? Worin besteht es?
  • U – Ursache: Wer oder was hat das Problem ausgelöst? Wie kam es zustande?
  • W – Wirkung: Welche Folgen hat das Problem? Wie wirkt es sich konkret aus? Mit welchen Vor- und Nachteilen ist es verbunden?
  • A – Abhilfe: Wie kann das Problem beseitigt werden? Welche Teillösungen sind denkbar?

Wie bei den W-Fragen liefern auch bei der BUWA-Methode die Antworten die Informationen für die Stoffsammlung.

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PMI-Methode

Die PMI-Methode ähnelt einer typischen Pro- und Contra-Liste. Sie eignet sich deshalb besonders gut für Erörterungen und Themen, die kontrovers diskutiert werden. Dabei steht das Kürzel PMI für Plus, Minus und Interessantes.

Im Zuge der Recherche notiert der Verfasser zunächst alle positiven Aspekte zu seinem Thema. Anschließend trägt er die negativen Gesichtspunkte zusammen.

Im letzten Schritt filtert er die interessanten und relevanten Informationen auf beiden Seiten heraus, während er alles Uninteressante und Unwichtige streicht.

ÜMU-Methode

Bei der ÜMU-Methode betrachtet der Verfasser zunächst die Gemeinsamkeiten, die zwei oder mehr Standpunkte miteinander verbinden. Danach kümmert er sich um die Unterschiede.

Auf diese Weise kann der Verfasser ermitteln, wo gegensätzliche Parteien gemeinsame Vorstellungen, Werte oder Ziele haben und was sie möglicherweise zusammenbringen könnte.

Die Recherche geht Hand in Hand mit dem Namen der Methode:

  • Ü – Übereinstimmendes: Worin stimmen die Standpunkte überein? Worin sind sie sich einig? Was haben sie gemeinsam?
  • M – Meinungsunterschiede: Welche Unstimmigkeiten gibt es zwischen den Standpunkten? Worin unterscheiden sie sich? Was trennt sie voneinander?
  • U – Unwichtig: Welche Aspekte sind nicht relevant und können wegfallen?

Themabegriffe-Methode

Bei einem umfangreichen Thema mit vielen Unterpunkten ist die Themabegriffe-Methode ein hilfreiches Verfahren. Der Verfasser kann sie einsetzen, um sich das Thema als solches zu erschließen oder um es übersichtlich zusammenzufassen.

Für die Stoffsammlung notiert der Verfasser zunächst das Haupt- oder Oberthema als Überschrift. Anschließend überlegt er sich dazu Unterüberschriften oder kleinere Themenbereiche.

Diese kann er dann noch einmal in Unterthemen aufteilen und mit Stichworten bestücken.

Kontextmethode

Die Kontextmethode zielt darauf ab, ein Thema in möglichst viele verschiedene Kontexte zu setzen. Diese müssen nicht naheliegend und offensichtlich sein, sondern können durchaus abwegig erscheinen.

Die Idee dahinter ist nämlich, neue Perspektiven zu gewinnen.

Gerade wenn der Verfasser keinen Zugang zu einem Thema findet oder mit seinen Ideen nicht weiterkommt, kann die Kontextmethode helfen, die Blick zu öffnen und neue Impulse zu finden.

Infos und Tipps zum Anlegen einer Stoffsammlung, Teil 2 (1)

Wie geht es mit der Stoffsammlung weiter?

Hat der Verfasser alle Informationen zusammengetragen, muss er seine Aufzeichnungen ordnen. Durch die Struktur werden die Notizen übersichtlich und der Verfasser sieht, wie er seinen Text gliedern kann. Außerdem fällt ihm auf, wenn zu einzelnen Aspekten möglicherweise doch noch Daten fehlen.

Eine bewährte Methode für die Gliederung ist eine Mindmap. Sie erinnert an ein Bild, bei dem verschiedene Symbole und Farben die Stichpunkte kennzeichnen und in Beziehung zueinander setzen.

Dazu kann der Verfasser Oberbegriffe zum Beispiel einkreisen und durch Linien oder Pfeile mit dazugehörigen Unterbegriffen verbinden. Hat der Verfasser seine Daten als Cluster notiert, hat er bereits die Basis für seine Mindmap.

Denn der Unterschied zwischen den beiden Methoden besteht nur darin, dass der Cluster die Begriffe unsortiert erfasst, während die Mindmap sie überprüft und ordnet.

Eine andere Möglichkeit ist eine Dezimalgliederung. Hier nummeriert der Verfasser seine Ober- und Unterthemen. Gleichzeitig weist er ihnen verschiedene Ebenen zu, indem er bei jeder weiteren Unterebene eine zusätzliche Zahl hinzufügt.

Ist die Stoffsammlung gegliedert, ist das Grundgerüst für den Text vorhanden. Der Verfasser muss jetzt die einzelnen Stichpunkte nur noch ausformulieren.

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Gerd Traube, studierter Germanist und Buchautor, geboren 1966, Michaela Lange, geboren 1978, Deutschlehrerin und Privatautorin, Canel Gülcan -Studentin Lehramt Deutsch/Germanistik, sowie Ferya Gülcan Redakteurin und Betreiberin dieser Seite, schreiben hier für Sie/euch alles Wissenswerte zum Thema Schreiben. Ob für Schule, Beruf, angehende Schriftsteller oder Redakteure, wir hoffen, dass unsere Übungen und Anleitungen Ihnen weiterhelfen.

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