11 Punkte für einen gelungenen Artikel

11 Punkte für einen gelungenen Artikel

Was macht einen Artikel lesenswert? Wann hat der Leser Lust, einen Beitrag zu lesen? Und wie schafft es der Autor, die Aufmerksamkeit des Lesers zu wecken und ihn dazu zu bringen, sich überhaupt mit dem Text zu beschäftigen? Solche Fragen dürften jeden beschäftigen, der Texte erstellt und veröffentlicht.

Ein allgemeingültiges Patentrezept für gelungene Artikel gibt es nicht. Denn dazu sind die Medien, die Zielgruppen, die Textgattungen und die Themen viel zu verschieden.

Ein Beitrag für eine Fachzeitschrift beispielsweise muss anders geschrieben werden als ein Artikel in der Tageszeitung, ein Text für einen Blog oder eine Bastelanleitung für Kinder. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die für jeden guten Text gelten. Welche?

Hier sind elf Punkte für einen gelungenen Artikel!:

 

Punkt 1: aussagekräftige Überschrift

Die Überschrift ist die erste und in vielen Fällen auch die einzige Chance, um die Aufmerksamkeit des Lesers zu wecken und ihn dazu zu ermutigen, den Artikel zu lesen. Ein aussagekräftiger und interessanter Titel ist deshalb Pflicht.

Dabei sollte die Überschrift einerseits informativ sein und dem Leser unmissverständlich erklären, worum es in dem Artikel geht. Andererseits sollte der Titel neugierig machen und noch nicht zu viel verraten. Natürlich ist es nicht immer einfach, einen solchen Titel zu finden. Aber die Mühe lohnt sich. Denn der schönste Beitrag bringt nichts, wenn ihn niemand liest.

 

Punkt 2: spannende Einleitung

Ist die optimale Überschrift gefunden, geht es mit der Einleitung weiter. Die Einleitung sollte dem Leser erste Informationen liefern und ihn gleichzeitig dazu anregen, weiterzulesen. Optimal ist, wenn die Einleitung den Textinhalt auf den Punkt gebracht zusammenfasst und vermittelt, was der Leser im folgenden Text erfährt.

Insgesamt sollte die Einleitung die Überschrift gedanklich fortführen und die Spannung auf die Inhalte steigern. Dabei darf die Einleitung aber natürlich keine Versprechen machen, die der Beitrag dann nicht hält.

 

Punkt 3: starke Wörter

Grundsätzlich sollte der Autor versuchen, klare Aussagen und starke Wörter zu verwenden. Nichtssagendes Blabla ist nicht nur langweilig. Vielmehr besteht auch die Gefahr, dass der Leser früher oder später abbricht. Allerdings besteht diese Gefahr auch, wenn der Text aus vielen Fremdwörtern und Fachbegriffen besteht, die der durchschnittliche Leser kaum versteht.

Wichtig ist also, dass der Autor auf den Punkt kommt und eine klare, verständliche und aussagekräftige Sprache verwendet. Nachvollziehbare Beispiele, Vergleiche und Bilder sind ebenfalls bewährte sprachliche Mittel, um Informationen auf unterhaltsame Art zu transportieren.

 

Punkt 4: wichtige Sätze

Ein Beitrag besteht aus mehreren Sätzen, die sich wie ein Puzzle zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Trotzdem muss jeder einzelne Satz eine Aussage haben. Er sollte also auch für sich stehen können. Und er sollte so bedeutungsvoll sein, dass er nicht einfach weggestrichen werden kann.

Ein Satz, der keine Informationen liefert und ebenso gut auch fehlen könnte, ist überflüssig. Dabei spielt es übrigens keine Rolle, wie lang oder kurz ein Satz ist. Entscheidend ist nämlich nicht die Anzahl der Wörter, sondern der Inhalt.

 

Punkt 5: fließende Story

Ein guter Roman und ein gelungener Film beginnen meist mit einem Konflikt, in dem die Hauptfigur steckt. Im weiteren Verlauf verschärft sich der Konflikt und neue Hindernisse kommen dazu. Andererseits kann es überraschende Wendungen geben und auch kleinere Teilerfolge oder Ziele, die die Hauptfigur erreicht. Jedenfalls steuert die Geschichte auf einen Höhepunkt zu, der die große Wende bringt und die Situation auflöst.

Diesen ungefähren Ablauf sollte der Autor auch bei seinen Artikeln einhalten. Er sollte also interessant anfangen und die Spannung zunehmend steigern, um den Leser dann mit dem guten Gefühl, alles Wichtige erfahren zu haben, zu entlassen.

 

Punkt 6: Aufzählungszeichen

Je länger ein Text ist und umso mehr Informationen er in einem Absatz bündelt, desto schwieriger ist er zu lesen. Der Autor sollte deshalb mit Aufzählungszeichen arbeiten. Sie sind lesefreundlicher als reine Aufzählungen und machen es einfacher, die Inhalte zu erfassen.

Außerdem wirkt ein Text optisch interessanter, wenn er ansprechend gestaltet und vernünftig strukturiert ist. Wichtig ist aber, die Inhalte hinter den Aufzählungszeichen kurz zu halten. Denn wenn der Autor ganze Absätze hinter die Aufzählungszeichen setzt, ist die Idee verfehlt.

 

Punkt 7: Zwischenüberschriften

Es kann durchaus passieren, dass die Aufmerksamkeit des Lesers irgendwann nachlässt. Schlimmstenfalls wird er den Rest des Beitrags dann nur noch überfliegen. Damit das nicht passiert, sollte der Autor seinen Text in Abschnitte aufteilen und die Abschnitte mit Zwischenüberschriften versehen.

Die Zwischenüberschriften verleihen dem Text Struktur und helfen dabei, den Leser bei der Stange zu halten. Gleichzeitig kann der Autor die Zwischenüberschriften nutzen, um den Leser geschickt durch seinen Text zu navigieren.

Andersherum hat der Leser durch die Zwischenüberschriften eine Orientierungshilfe, die er auch nutzen kann, um später noch einmal gezielt bestimmte Informationen oder Passagen nachzulesen. Ähnlich wie für den Titel gilt dabei auch für die Zwischenüberschriften, dass sie aussagekräftig sein, die Inhalte kurz zusammenfassen und das Interesse am Weiterlesen wecken sollten.

 

Punkt 8: Cliffhanger

Der Begriff Cliffhanger stammt ursprünglich aus einem Roman, der als Fortsetzungsreihe in einer Zeitschrift erschien. Dabei endete eine spannende Szene abrupt und wurde erst in der nächsten Folge aufgelöst. Später wurde diese Methode auch bei Kinofilmen und Fernsehserien, in der zeitgenössischen Literatur und in vielen weiteren Bereichen wie beispielsweise dem Marketing eingesetzt.

Der Autor kann in seinen Beiträgen ebenfalls mit Cliffhangern arbeiten. Dadurch kann er den Leser nämlich bei Laune halten und dazu bringen, den Text bis zum Ende zu lesen. Möglich wird das, indem der Autor einen Punkt anspricht und anmerkt, dass er dazu gleich noch mehr ausführen wird. Oder indem er den Leser darauf hinweist, wo weitere Informationen zur jeweiligen Aussage stehen.

 

Punkt 9: Bilder

Eine alte Weisheit lautet, dass ein Bild mehr sagt als tausend Worte. Tatsächlich gibt es Inhalte, die sich durch ein Foto oder eine Grafik viel besser und verständlicher darstellen lassen als durch Text. Außerdem lockern Bilder einen Beitrag optisch auf.

Sie können das Interesse wecken, zusätzliche Informationen liefern und bleiben manchmal besser in Erinnerung als Aussagen. Der Autor ist deshalb gut beraten, wenn er nicht nur auf Text setzt, sondern seinen Beitrag um das eine oder andere passende Bild ergänzt.

 

Punkt 10: Ehrlich und aufrichtig.

Natürlich verfügt ein gestandener Texter, ein erfahrener Journalist oder ein langjähriger Autor über das notwendige Handwerkszeug für einen gelungenen Text. Aber auch Schreiber, die weder eine Ausbildung noch viel Berufserfahrung in diesem Bereich haben, können hervorragende Beiträge verfassen. Ein ganz entscheidender Faktor ist nämlich die Leidenschaft. Wenn sich der Autor für ein Thema interessiert und Spaß an seiner Arbeit hat, kann er den Leser mitreißen und begeistern. Andersherum wird es der Leser sehr schnell bemerken, wenn der Autor versucht, Informationen zu vermitteln, die ihn selbst kaum interessieren.

Der Autor sollte also ehrlich bleiben und authentisch schreiben. Das klappt übrigens gut, wenn er so schreibt, wie er sich mit einem Gesprächspartner über das Thema unterhalten würde. Nimmt er dieses Gespräch als Grundlage und arbeitet er es zu einem Textbeitrag aus, ist er auf dem besten Weg zu einem informativen und unterhaltsamen Artikel.

 

Punkt 11: Kernaussage

Ein guter Textbeitrag zeichnet sich dadurch aus, dass er den Leser vom Anfang bis zum Ende fesselt. Der Leser sollte das Gefühl haben, dass es sich gelohnt hat, den ganzen Text zu lesen. Wenn der Leser denkt, dass er besser schon nach der Hälfte aufgehört hätte, ist etwas schief gelaufen.

Gleichzeitig sollte der Leser wissen, was ihm der Autor eigentlich mitteilen wollte. Der Leser muss also die Kernaussage erkennen oder Erkenntnisse aus dem Text mitnehmen können.

Für den Autor heißt das, dass er wissen muss, was er eigentlich sagen will. Ihm muss schon vorher klar sein, welche Informationen er vermitteln oder zu welchem Fazit er den Leser führen möchte. Daher sollte sich der Autor noch bevor er anfängt zu schreiben, überlegen, wie sein Text enden soll.

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Veröffentlicht von

Gerd Traube & Michaela Lange

Gerd Traube, studierter Germanist und Buchautor, geboren 1966, sowie Michaela Lange, geboren 1978, Deutschlehrerin und Privatautorin, schreiben hier für sie/euch alles Wissenswerte zum Thema Schreiben. Ob für Schule, Beruf, angehende Schriftsteller, Redakteure, wir hoffen das unsere Übungen und Anleitungen ihnen weiterhelfen.

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