10 Tipps für einen guten Krimi, Teil 1

10 Tipps für einen guten Krimi, Teil 1

Klar: In einem Krimi geht es um eine Straftat, meist einen Mord. Die Geschichte erzählt auf spannende Art davon, wie diese Straftat aufgeklärt wird. Und am Ende ist der Täter überführt. Weil alle Krimis nach einem ähnlichen Muster gestrickt sind, scheint es gar nicht so schwer, sie zu schreiben. Immerhin ist die Richtung klar.

Tipps für einen guten Krimi

Tatsächlich braucht der Autor aber das richtige Handwerkszeug. Sonst wird seine Geschichte nicht funktionieren. Doch was macht einen gelungenen Kriminalroman aus? Worauf kommt es an? Wie sollte der Autor vorgehen?

In einer mehrteiligen Beitragsreihe verraten wir zehn Tipps für einen guten Krimi!

Tipp 1: Die Idee als Grundlage

Ein guter Krimi lebt von einer originellen Idee. Denn eine besondere Grundidee schafft die Basis für eine außergewöhnliche Geschichte. Dabei kennzeichnet sich eine interessante Idee oft nur durch ein einziges Detail, das sie einzigartig macht.

Das kann zum Beispiel eine ungewöhnliche Hauptfigur, eine erstaunliche Mordmethode, ein untypisches Motiv oder ein überraschender Schauplatz sein.

Wichtig ist nur, dass es etwas gibt, das die Geschichte einmalig macht und/oder mit dem der Leser so überhaupt nicht rechnet. Natürlich kann es auch mehrere Überraschungsmomente geben. Letztlich reicht aber schon ein pfiffiges Details aus.

Tipp 2: Logischer, gut geplanter Handlungsverlauf

Die Geschichte, die der Krimi erzählt, muss logisch, stimmig und in sich schlüssig sein. Der Schluss ist dann das große Finale und beantwortet die letzten, noch offenen Fragen. Optimal dabei ist, wenn das Ende die Leser überrascht, weil es anders ausfällt, als sie die ganze Zeit über dachten. Das hinzukriegen, dürfte ohne eine gute Planung aber kaum möglich sein.

Bevor sich der Autor ans Schreiben macht, sollte er deshalb den gesamten Handlungsverlauf anlegen und entwickeln. Ein hilfreiches Instrument dabei sind Zeitstrahlen. Ein Zeitstrahl hält alle wesentlichen Ereignisse fest und bildet damit den zeitlichen Verlauf ab. Für den Krimi braucht der Autor dabei für jede Hauptfigur einen eigenen Zeitstrahl. Erst gegen Ende laufen die Strahlen zusammen.

Der Zeitstrahl des Täters beginnt meist weit in der Vergangenheit. Er erfasst alle Ereignisse, die vor der Straftat passierten und letztlich Auslöser für die Tat wurden. Der Zeitstrahl kann also bis in die frühe Kindheit des Täters zurückreichen oder auch erst wenige Tage vor der Tat beginnen.

Wichtig ist nur, dass alle Ereignisse vermerkt sind, die für einen logischen Handlungsverlauf notwendig sind. Dazu gehören auch die Ereignisse, die der Gegenspieler im Verlauf seiner Ermittlungen aufdeckt. Weiter geht es dann mit dem genauen Tathergang.

Hier ist gut, wenn der Autor sehr präzise festhält, wie die Straftat abgelaufen ist. Anschließend notiert der Autor auf dem Zeitstrahl des Täters, was nach der Tat passiert. Wie verhält sich der Täter? Was tut er, um seine Straftat zu vertuschen?

Der Ermittler bekommt ebenfalls einen eigenen Zeitstrahl. Dieser kann oft etwas kürzer sein und sich auf den Zeitraum der Ermittlungen beschränken. Er beginnt also mit der Meldung der Straftat und endet mit der Aufklärung des Falls. Am Anfang des Strahls stehen die Ereignisse, die für den Verlauf der Geschichte relevant sind. Danach bildet er die Ermittlungen ab. Wann entdeckt der Ermittler was? Wie geht er vor? Am Ende hält der Zeitstrahl die Aufklärung oder die Ereignisse fest, die direkt nach der Aufklärung folgen.

Ab der Info über die Straftat bis zur Aufklärung verläuft der Zeitstrahl des Ermittlers parallel zum letzten Abschnitt des Täter-Zeitstrahl. Kommen im Krimi weitere Hauptfiguren vor, legt der Autor für sie ebenfalls eigene Zeitstrahlen an. Und auch diese Zeitstrahlen ordnet er so an, dass sie zeitlich passend zu den anderen Strahlen ablaufen.

Der Zeitverlauf schafft die Grundlage für eine schlüssige Handlung mit logischem Ende. Dabei müssen nicht alle Ereignisse, die auf den Zeitstrahlen stehen, später auch in der Geschichte erwähnt werden. Es gibt Details, die der Autor nur für seinen Plan braucht, die für die Handlung aber unwichtig sind. Durch die Zeitstrahlen wird es allerdings leichter, den Überblick zu bewahren.

Denn der Autor muss nur auf den Strahl der jeweiligen Figur schauen, damit er weiß, was die Figur schon gemacht hat, was sie als nächstes tun wird und wo er sie hinschicken muss, damit die Handlung flüssig weitergeht.

Tipp 3: Der Spannungsbogen

Natürlich ist die Spannung ein ganz wesentliches Element eines Krimis. Hier gibt es verschiedene Dramenmodelle, die der Autor verwenden kann, um einen guten Spannungsbogen aufzubauen. Für den Krimi bieten sich vor allem zwei Modelle an, nämlich zum einen die Heldenreise und zum anderen der klassische Dreiakter.

Die Heldenreise liefert eine griffige Dramaturgie, wenn das Privatleben der Hauptfigur eine entscheidende Rolle für den Handlungsverlauf spielt, die Hauptfigur selbst in den Fall verstrickt ist oder wenn sie anderweitig ein persönliches Drama erlebt. Denn bei der Heldenreise steht die Entwicklung der Figur im Vordergrund. Diese Entwicklung sorgt für die spannenden und dramatischen Wendepunkte im Handlungsverlauf.

Der Dreiakter ist die bessere Wahl, wenn private oder persönliche Dramen im Leben der Hauptfigur die Geschichte nicht unbedingt prägen. Denn bei diesem klassischen Dramenmodell liefern wichtige Erkenntnisse, spannende Ermittlungsergebnisse und andere Ereignisse die dramatischen Wendepunkte für die Geschichte.

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Gerd Traube, studierter Germanist und Buchautor, geboren 1966, sowie Michaela Lange, geboren 1978, Deutschlehrerin und Privatautorin, sowie Ferya Gülcan Redakteurin und Betreiberin dieser Seite, schreiben hier für Sie/euch alles Wissenswerte zum Thema Schreiben. Ob für Schule, Beruf, angehende Schriftsteller oder Redakteure, wir hoffen, dass unsere Übungen und Anleitungen Ihnen weiterhelfen.
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