Hilfreiche Tipps und Anleitung zum

Korrekturlesen von Texten

 

Das Schreiben von Texten gliedert sich im Wesentlichen in vier Arbeitsphasen. In der ersten Arbeitsphase geht es darum, die Grundlage für einen Text zu schaffen. Hierzu gehört, Ideen zu sammeln, Informationen zu recherchieren und die Inhalte des Textes zu ordnen und zu gliedern.

In der zweiten Arbeitsphase werden die zusammengetragenen Ideen und Inhalte dann ausformuliert, der Text wird also geschrieben. Im Zuge der dritten Arbeitsphase erhält der Text seinen Feinschliff. Das bedeutet, der Text wird überarbeitet, Korrekturen werden vorgenommen und holprig klingende Passagen werden umformuliert. Ist der Text fertig und der Verfasser mit dem Ergebnis zufrieden, ist die Arbeit aber noch nicht ganz beendet, denn mit dem Korrekturlesen in der vierten Arbeitsphase steht noch ein sehr wichtiger Arbeitsschritt auf dem Programm.

Den fertigen Text noch einmal objektiv und kritisch auf Fehler und Unstimmigkeiten zu überprüfen, ist deshalb sehr wichtig, weil letztlich nur ein fehlerfreier Text ein gelungener Text ist. Enthält ein Text formale oder inhaltliche Fehler, wirkt er unprofessionell und mitunter unglaubwürdig, auch wenn er an sich interessant ist.

Bei Texten, die im Internet veröffentlicht werden, kommt hinzu, dass Fehlerfreiheit zu den Voraussetzungen gehört, damit der Text von den Suchmaschinen richtig eingeordnet und in der Folge von potenziellen Lesern überhaupt gefunden wird. Nun wird sich so mancher aber vielleicht fragen, wie Texte denn eigentlich professionell Korrektur gelesen werden.

 

Einige hilfreiche Tipps und Anleitungen zum Korrekturlesen von Texten verrät die folgende Übersicht:

 

Tipp 1: Den Text nicht unmittelbar nach dem Schreiben korrigieren.

Grundsätzlich sollte ein Text nie direkt nach dem Schreiben und Überarbeiten Korrektur gelesen werden. Dies liegt daran, dass die Inhalte zu diesem Zeitpunkt noch sehr präsent sind. Der Verfasser neigt dadurch dazu, das zu lesen, von dem er glaubt, es geschrieben zu haben.

Fehler wie beispielsweise fehlende oder falsch geschriebene Wörter werden dabei häufig überlesen. Ein Text sollte daher zunächst beiseite gelegt und erst mit etwas zeitlichem Abstand korrigiert werden. Durch die Distanz liest der Verfasser eher das, was tatsächlich auf dem Papier steht, und damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es ihm gelingt, mögliche Fehler aufzuspüren.

 

Tipp 2: Den Text für die Korrektur ausdrucken.

Die meisten Texte werden heute am Computer geschrieben. Um den Text zu korrigieren, ist es jedoch oft besser, ihn auszudrucken. Dies liegt daran, dass sich ein Text auf Papier einfacher, genauer und für die Augen weniger anstrengend lesen lässt als ein Text auf dem Bildschirm.

Der Papierausdruck bringt außerdem den Vorteil mit sich, dass Gedanken und Notizen vermerkt werden können und die Korrekturen nachvollziehbar bleiben. Beim Korrigieren hat es sich bewährt, ganz klassisch mit dem Rotstift und den üblichen Korrekturzeichen zu arbeiten.

 

Tipp 3: Den Text laut lesen.

Ein weiterer Tipp für das Korrekturlesen, der sich in der Praxis immer wieder bewährt, besteht darin, den Text laut zu lesen. Durch das laute Lesen wird der Text nicht nur über die Augen, sondern auch über die Ohren wahrgenommen. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Fehler entdeckt werden können.

Selbst wenn die Augen einen Fehler überlesen, können beispielsweise eine holprige Formulierung, ein Grammatikfehler oder ein fehlendes Wort nämlich über das Gehör registriert werden.

 

Tipp 4: Nicht nur auf die automatische Rechtschreib- und Grammatikprüfung setzen.

Nahezu jedes Textverarbeitungsprogramm stellt eine automatische Rechtschreib- und Grammatikprüfung zur Verfügung. Diese kann direkt beim Schreiben eingesetzt werden, so dass Fehler sofort angezeigt und entsprechend korrigiert werden können. Daneben kann der Verfasser die Prüffunktion aber auch noch einmal über den fertigen Text laufen lassen.

Die integrierte Rechtschreib- und Grammatikprüfung ist zweifelsohne praktisch und bequem, allerdings sollte sich der Verfasser nicht nur darauf verlassen. Dies begründet sich schlichtweg damit, dass die Prüffunktion nicht alle Fehler erkennt. So werden beispielsweise Wörter, die nicht im Wörterbuch hinterlegt sind, als Fehler angezeigt, obwohl sie richtig geschrieben sind.

Zudem kann es sein, dass das Programm Wörter infolge eines Tippfehlers unbemerkt austauscht. Im Gegenzug werden beispielsweise Grammatikfehler häufig nicht erkannt, wenn das Wort an sich richtig, aber an der jeweiligen Stelle eben in der falschen grammatikalischen Form geschrieben wurde. Um sicherzustellen, dass der Text tatsächlich frei von Rechtschreib- und Grammatikfehlern ist, sollte der Verfasser seinen Text also selbst noch einmal aufmerksam überprüfen und, sofern erforderlich, mit Hilfsmitteln wie Lexika und Wörterbüchern arbeiten. 

 

Tipp 5: In Ruhe arbeiten.

Das Korrekturlesen eines Textes setzt voraus, dass sich der Verfasser ungestört auf den Text konzentrieren kann. Insofern sollte der Verfasser sicherstellen, dass er in Ruhe arbeiten kann und nicht durch beispielsweise ein klingendes Telefon oder einen Besucher gestört wird. Gleichzeitig sollte sich der Verfasser aber auch die nötige Zeit nehmen, um seinen Text zu überprüfen.

Es ist gar nicht so selten, dass die Nachbearbeitung eines Textes länger dauert als das eigentliche Schreiben. Im Zuge der Überprüfung geht es schließlich nicht nur darum, Rechtschreib- und Grammatikfehler aufzuspüren, sondern auch zu kontrollieren, ob die Inhalte, Daten und Fakten richtig sind. In diesem Zusammenhang sollte übrigens auch noch einmal überprüft werden, ob die Quellenangaben stimmen, eventuelle Links richtig sind und funktionieren und ob der Text suchmaschinenkompatibel ist.

 

Tipp 6: Den Text von einem Dritten gegenlesen lassen.

Hat der Verfasser das Korrekturlesen abgeschlossen, den korrigierten Text nach einer Pause noch einmal gelesen und für gut befunden, sollte er seinen Text einem Dritten zum Gegenlesen vorlegen. Selbst wenn der Verfasser nämlich sehr professionell vorgeht und seinen Text objektiv und kritisch bearbeitet, hat er doch immer noch einen Bezug zu seinem Werk. Bei einem neutralen Dritten ist dies anders, denn er begegnet dem Text unbefangen und unvoreingenommen.

Als Unbeteiligter schlüpft er dabei sowohl in die Rolle eines Korrektors als auch in die Rolle eines Lesers. Als Korrektor fallen ihm möglicherweise doch noch Fehler, Unstimmigkeiten und Schwachstellen auf, die der Verfasser übersehen hat.

Als Leser kann er seine Meinung dazu äußern, ob der Text verständlich geschrieben ist, ob er sich gut und flüssig liest und vor allem ob er dem Leser interessante und brauchbare Informationen liefert.

 

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