Infos und Tipps zum Vorwort

Die wichtigsten Infos und Tipps zum Vorwort

(bei einem Buch)

 

Sehr viele Bücher werden durch ein Vorwort eröffnet. Nicht immer ist das Vorwort aber so interessant, dass der Leser überhaupt noch Lust hat, sich weiter mit dem Buch und der eigentlichen Geschichte zu beschäftigen.

Welche Funktion ein Vorwort aber eigentlich genau hat und worauf es dabei ankommt, erklärt die folgende Übersicht mit den wichtigsten Infos und Tipps zum Vorwort bei einem Buch.

 

Was ist ein Vorwort eigentlich genau?

Als Vorwort wird das kurze und einleitende Kapitel bezeichnet, das vor dem eigentlichen Text steht. In der Literatur gibt es hierfür auch den Begriff des Prologs, wobei Prolog aus dem Griechischen stammt und übersetzt soviel bedeutet wie Vorrede. Allerdings ist das Vorwort nicht unbedingt mit einem Prolog gleichzusetzen.

Ein Prolog ist ein einleitendes Kapitel, das vor dem eigentlichen Text steht, aber bereits ein Bestandteil der Geschichte ist. In dem Prolog erläutert der Autor, was der Geschichte vorausgegangen ist, um dann im ersten Kapitel direkt in die Story einsteigen zu können. Handelt es sich bei dem Buch beispielsweise um einen Krimi, könnte im Prolog der Mord beschrieben sein, während im ersten Kapitel die eigentliche Geschichte am Tatort beginnt. Der Prolog ist damit mit dem Vorspann eines Filmes vergleichbar.

Ein Vorwort hingegen ist im Grunde genommen eine vorausgehende Bemerkung des Autors, die zwar im Zusammenhang mit dem Autor und seinem Buch steht, aber kein Bestandteil der Geschichte ist. So kann der Autor das Vorwort nutzen, um sich selbst kurz vorzustellen, um seine Beweggründe für das Buch zu erläutern oder um sich bei mitwirkenden Personen zu bedanken.

Teilweise schreiben Autoren das Vorwort auch nicht selbst, sondern überlassen dies einem anderen Autor oder einem Literaturkritiker.

 

Welches sind die größten Fehler im Zusammenhang mit dem Vorwort?

Vor allem Hobby-Autoren und wenig erfahrene Schriftsteller fühlen sich häufig fast schon dazu verpflichtet, ein ausführliches Vorwort zu verfassen. Natürlich spricht nichts dagegen, wenn der Autor seine Leser kurz anspricht, bevor sie sich dem eigentlichen Text widmen.

Ist das Vorwort außerdem noch in derartiger Perfektion verfasst ist wie dies beispielsweise Erich Kästner oder Berthold Brecht beherrschten, wird es sicher auf viel Begeisterung stoßen. In der Praxis ist das Vorwort jedoch nicht selten viel zu lang und für den Leser weit weniger interessant als vom Autor vermutet. Dabei gibt es zwei große Denkfehler, zu denen insbesondere ungeübte Autoren neigen.

Der erste Fehler besteht darin, dass sie sich im Vorfeld fast schon für ihr Buch entschuldigen. Ein ähnliches Phänomen lässt sich oft auch bei Reden und Vorträgen beobachten, wo der unerfahrene und unsichere Redner seinen Vortrag ebenfalls häufig mit entschuldigenden Worten beginnt. So erklärt er beispielsweise, er sei leicht erkältet und spreche deshalb heute nicht ganz so laut oder seine Folien wären möglicherweise nicht ganz so gut gelungen und deutlich zu erkennen, weil er bislang mit einer anderen Technik gearbeitet habe.

Ähnlich sieht es bei einem Vorwort für ein Buch aus. Hier erklärt der Autor beispielsweise, die Geschichte beruhe tatsächlich auf wahren Begebenheiten, die Story habe er eigentlich zunächst nur für sich selbst aufgeschrieben oder das Buch wäre eine literarische Aufarbeitung von Dingen, die ihm widerfahren seien. Statt sein Buch überzeugt und selbstsicher einzuleiten, erklärt er also, warum er das Buch überhaupt geschrieben hat.

Leser möchten aber ein spannendes, interessantes Buch mit einer fesselnden Geschichte lesen und nicht unbedingt schon im Vorfeld um Verständnis und Mitgefühl gebeten werden. 

Der zweite große Denkfehler besteht darin, dass unerfahrene Autoren häufig von einem viel zu großen persönlichen Interesse ihrer potenziellen Leser ausgehen. Hintergrund hierfür ist, dass Hobby-Autoren ihre Werke vielfach zunächst im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis präsentieren. Insbesondere wenn sie nicht wussten, dass der Autor an einem Buch arbeitet, sind Familie, Freunde und Bekannte oft erstaunt über die Leistung und fällen üblicherweise ein positives Urteil.

Gleichzeitig fragen sie häufig, wie der Autor denn auf die Geschichte kam, woher all die vielen Ideen stammen, wie es ihm beim Schreiben erging oder wie der Titel entstanden ist. In der Folge ist der Autor der Meinung, auch seine potenziellen Leser würden sich solche und ähnliche Fragen stellen. Also erläutert er die Hintergründe in seinem Vorwort. Potenzielle Leser, die den Autor nicht persönlich kennen, interessieren sich aber nur bedingt für irgendwelche Hintergründe. Für sie steht zunächst einmal nur die Geschichte im Vordergrund und sie erwarten, dass es die Story ist, die sie packt und unterhält.

Einen weiterer Aspekt, der hinzu kommt, spielt vor allem im Zusammenhang mit E-Books eine Rolle. Bei Büchern, die online angeboten werden, gibt es drei wesentliche Verkaufsinstrumente, nämlich das Cover, die Leseprobe und den Preis. Die Leseprobe muss den Leser ansprechen und sein Interesse wecken, das Buch weiterlesen zu wollen.

Der Autor kann sich meist aber nicht aussuchen, welches Kapitel als Textausschnitt erscheinen soll, sondern stattdessen werden üblicherweise die ersten Seiten des Buches verwendet. Besteht die Leseprobe nun aber zum überwiegenden Teil aus einem ausführlichen Vorwort mit seitenlanger Danksagung und Widmung, wird dies potenzielle Leser eher nicht zu einem Kauf animieren.

 

Wie sollte der Autor sein Vorwort schreiben?

Natürlich gibt es kein allgemein gültiges Patentrezept für ein gelungenes Vorwort. Der Autor sollte sich aber immer in die Rolle seiner Leser versetzen und sich fragen, was er von einem Buch erwartet. Sicher möchte er selbst auch lieber direkt in eine spannende Geschichte einsteigen als zunächst mehrere Seiten lang zu lesen, warum der Autor die Geschichte in dieser Form geschrieben hat und wem sein Dank gilt.

Das Vorwort sollte also insgesamt eher kurz sein. Anders ist dies natürlich, wenn der Autor sein Buch mit einem Prolog beginnt. Möchte der Autor nicht auf sein ausführliches Vorwort verzichten, kann es aber kurzerhand auch in ein Nachwort umwandeln. Wenn der Leser von der Geschichte gefesselt oder berührt war und sie ihn gut unterhalten hat, möchte er vielleicht mehr über den Autor, seine Beweggründe und die Hintergründe erfahren.

Im Nachwort kann der Leser all dies dann nachlesen. Interessiert es ihn hingegen nicht, werden ihm diese Informationen nicht durch das Vorwort aufgezwungen, sondern er kann das Buch einfach zusammenklappen, denn die Geschichte hat er ja bereits gelesen.

 

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