Was macht ein Übersetzer? Teil 2

Was macht ein Übersetzer? Teil 2

Die Welt wächst zusammen und damit wird auch die Nachfrage nach sprachlichen Vermittlern größer. Allerdings geht es beim Übersetzen nicht nur darum, Inhalte wortwörtlich aus einer Sprache in eine andere Sprache zu übertragen. Das könnte auch ein Computerprogramm.

Was macht ein Übersetzer Teil 2

Das Ziel ist vielmehr, die Aussagen mit ihren sprachlichen Feinheiten und Besonderheiten zu übermitteln. Damit hilft der Übersetzer bei der Verständigung und schlägt gleichzeitig Brücken zwischen Kulturen.

In einem zweiteiligen Beitrag schauen wir uns die Arbeit eines Übersetzers einmal genauer an. Dabei haben wir in Teil 1 geklärt, was ein Übersetzer genau macht und was ihn von einem Dolmetscher unterscheidet. Außerdem haben wir mögliche Tätigkeitsbereiche aufgezeigt.

Weiter geht es nun mit Teil 2!:

Welche Kenntnisse sollte ein Übersetzer haben?

Die wichtigste Qualifikation für einen Übersetzer ist natürlich das sichere Beherrschen seiner Muttersprache und mindestens einer Fremdsprache. Ist der Übersetzer zweisprachig aufgewachsen, hat er es leichter.

Aber genauso spricht nichts dagegen, wenn er sich die Fremdsprache, mit der er arbeiten möchte, im Laufe seines Lebens aneignet. Wichtig ist am Ende, dass er die Ausgangs- und die Zielsprache fließend in Wort und Schrift beherrscht.

Der Übersetzer kümmert sich zwar nur um die geschriebene Sprache. Anders als der Dolmetscher übersetzt er nicht das gesprochene Wort. Trotzdem muss sich auch der Übersetzer in seinen Sprachen versiert verständigen können.

Generell sollte der Übersetzer ein gutes Gespür für Sprache haben. Außerdem sollte er sich für die Landeskunde, die Kultur und die Traditionen interessieren. Denn solche Dinge sind eng mit der Sprache verknüpft. Ohne interkulturelle Kompetenzen und Weltoffenheit geht es in diesem Beruf nicht.

Und nicht zuletzt braucht der Übersetzer auch solide Computerkenntnisse. Denn der Computer gehört zu seinen wichtigsten Arbeitswerkzeugen.

Wie sieht es mit der Ausbildung aus?

Übersetzer ist in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung. Deshalb kann sich im Prinzip jeder so nennen, der auf diesem Gebiet arbeitet.

Eine bestimmte Ausbildung ist ebenfalls nicht vorgeschrieben. Ähnlich wie Journalisten und Autoren können daher auch versierte Sprachtalente als Quereinsteiger durchaus erfolgreich Fuß in der Branche fassen.

Trotzdem ist eine Ausbildung oft sehr sinnvoll. Das gilt vor allem dann, wenn der Übersetzer auf lange Sicht gesehen professionell in diesem Beruf arbeiten will.

Denn lukrative und große Aufträge werden oft nur an Übersetzer vergeben, die über Erfahrung verfügen und Referenzen vorweisen können.

Eine Qualifikation kann dann sehr hilfreich sein. Zudem erwirbt der angehende Übersetzer im Zuge der Ausbildung Know-how, das er sich sonst mühsam über viele Jahre selbst erarbeiten muss.

Dabei gibt es für die Ausbildung zum Übersetzer mehrere Möglichkeiten:

Studium

An vielen Universitäten, Hochschulen und Fachakademien werden Studiengänge für Übersetzer angeboten. Dabei vertieft der angehende Übersetzer einerseits seine Fremdsprachenkenntnisse.

Andererseits erlernt er verschiedene Werkzeuge und Instrumente für seine Tätigkeit. Das Recherchieren, das Erschließen von Terminologie oder das Bearbeiten von Fachinhalten sind Beispiele dafür. Ein Übersetzerstudium endet dann mit dem Bachelor oder Master.

Staatliche Prüfung

In einigen Bundesländern besteht die Möglichkeit, eine staatliche Prüfung abzulegen. Hat der Übersetzer die Prüfung erfolgreich hinter sich gebracht, darf er sich „Staatlich geprüfter Übersetzer“ nennen.

Dabei werden die Prüfungen zum Teil auch für Sprachen angeboten, für die es in Deutschland keine Studiengänge gibt.

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Zugelassen zur Prüfung wird der Übersetzer, wenn er entweder eine entsprechende Ausbildung vorweisen kann oder neben Fremdsprachen- und Fachkenntnissen mindestens drei Jahre Berufspraxis mitbringt.

Die Vorgaben und Regelungen für die staatliche Prüfung basieren auf einer Richtlinie, die die Kultusministerkonferenz beschlossen hat. Die Details ergeben sich aus den Gesetzen der jeweiligen Bundesländer.

IHK-Prüfung

Auch die Industrie- und Handelskammern (IHK) bieten Prüfungen an. Dabei richten sich die Prüfungen an Übersetzer, die wirtschaftsbezogene Fremdsprachenkenntnisse vorweisen können und auch im Wirtschaftssektor arbeiten möchten.

Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung ist meist die Teilnahme an einem Vorbereitungskurs. Die Kurse werden von privaten Bildungseinrichtungen durchgeführt.

Die Ausbildung ist somit im Prinzip eine schulische Ausbildung, die mit der IHK-Prüfung endet. Der Übersetzer darf danach die Bezeichnung „Geprüfter Übersetzer“ tragen. Ausführliche Infos stellen die IHKs auf ihren Webseiten zur Verfügung.

Wo und wie kann ein Übersetzer arbeiten?

Der überwiegende Großteil aller Übersetzer ist freiberuflich tätig. Auftraggeber können dann Privatkunden, Unternehmen und auch Übersetzungsbüros sein.

Ob sich der Übersetzer für eine selbstständige Tätigkeit entscheidet, muss er für sich selbst klären. Auf der einen Seite ist er als Freiberufler sein eigener Chef und kann selbst bestimmen, wann er wie viel arbeitet und welche Aufträge er annimmt.

Auf der anderen Seite trägt er ganz alleine das unternehmerische Risiko. Bekommt er keine Aufträge, verdient er kein Geld. Außerdem kann sich der Übersetzer als Freiberufler nicht nur rein auf das Übersetzen konzentrieren.

Stattdessen muss er auch kaufmännische und organisatorische Aufgaben erledigen. Das fängt bei Marketing und Kundenakquise an und endet bei Kalkulationen, Zeitplänen, Abrechnungen und Steuererklärungen.

Fest angestellte Übersetzer sind eine eher seltene Ausnahme. Als Arbeitgeber kommen neben sehr großen Übersetzungsagenturen allenfalls Großkonzerne in Frage.

Hier machen Übersetzungen dann oft aber auch nur einen kleinen Teil der Arbeit aus. Vielmehr übernimmt der Übersetzer meist Büroaufgaben wie technische Dokumentationen oder die Korrespondenz im Außenhandel.

Ist der Übersetzer normaler Arbeitnehmer, muss er sich an die Vorgaben halten. Er kann sich die Arbeit nicht aussuchen, sondern muss die Texte übersetzen, die ihm zum Beispiel die Agentur zuweist. Und das geforderte Tempo ist oft recht hoch.

Dafür hat der Übersetzer ein sicheres Einkommen und muss sich um die organisatorischen Dinge nicht kümmern. Allerdings fällt die Bezahlung in Übersetzungsagenturen oft recht mager aus.

Viele Übersetzer nutzen einen Job bei einer Agentur deshalb in erster Linie, um Berufserfahrung zu sammeln, letztlich mit dem Ziel, sich irgendwann selbstständig zu machen.

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Gerd Traube, studierter Germanist und Buchautor, geboren 1966, sowie Michaela Lange, geboren 1978, Deutschlehrerin und Privatautorin, sowie Ferya Gülcan Redakteurin und Betreiberin dieser Seite, schreiben hier für Sie/euch alles Wissenswerte zum Thema Schreiben. Ob für Schule, Beruf, angehende Schriftsteller oder Redakteure, wir hoffen, dass unsere Übungen und Anleitungen Ihnen weiterhelfen.

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