Was macht ein Übersetzer? Teil 1

Was macht ein Übersetzer? Teil 1

Übersetzer sind gefragt, und das quer durch die Branchen und Disziplinen. Denn während die Globalisierung voranschreitet, wächst mit ihr auch der Bedarf an sprachlichen Vermittlern. Um die Verständigung zwischen Interessensgruppen aller Art zu erleichtern, sind Übersetzer zur Stelle.

Was macht ein Übersetzer Teil 1

Allerdings geht ihre Arbeit über das reine Übertragen von Texten aus einer Sprache in eine andere Sprache hinaus. Vielmehr bauen Übersetzer auch Barrieren ab und schlagen Brücken zwischen Kulturen.

Im digitalen Zeitalter stellt sich an diesem Punkt die Frage, ob solche Arbeiten nicht längst von technischen Hilfsmitteln wie zum Beispiel Online-Übersetzern oder Übersetzungs-Apps übernommen werden können.

Tatsächlich kann eine Software mitunter weiterhelfen. Allerdings reicht das sprachliche Niveau meist nur aus, um kurze, alltägliche Formulierungen zu übersetzen. An das Können eines qualifizierten menschlichen Übersetzers kommen die Programme nicht heran.

Dazu ein Beispiel: Angenommen, es geht darum, eine typische Redewendung aus dem Englischen ins Deutsche zu übersetzen. Ein Computerprogramm wird das zwar können, aber in den meisten Fällen die wörtliche Übersetzung präsentieren.

Doch dadurch geht der Sinn verloren. Je nach Kulturkreis werden für Redewendungen sehr unterschiedliche Bilder verwendet. Im Unterschied zu einer Software kann ein menschlicher Übersetzer die Aussage hinter der Redewendung erkennen und sinngemäß in die Zielsprache übertragen.

Um reichlich Arbeit und Aufträge müssen sich Übersetzer also nicht sorgen. Nur: Was macht ein Übersetzer eigentlich genau? Was unterscheidet ihn von einem Dolmetscher? Und welche Ausbildung wird für die Tätigkeit benötigt?

Diese Fragen klären wir in einem zweiteiligen Beitrag:

Was macht ein Übersetzer und was unterscheidet ihn von einem Dolmetscher?

Die beiden Bezeichnungen Übersetzer und Dolmetscher werden im allgemeinen Sprachgebrauch oft synonym verwendet. In Wirklichkeit handelt es sich aber um zwei verschiedene Berufe.

Der entscheidende Unterschied liegt dabei in der Arbeitsweise. Denn während sich ein Übersetzer mit dem geschriebenen Wort befasst, kümmert sich ein Dolmetscher um die gesprochene Sprache.

Ein Übersetzer überträgt Texte von einer Sprache in eine andere Sprache. Dazu muss er den jeweiligen Text zunächst aufmerksam durcharbeiten und analysieren. Anschließend kann er ihn in die Zielsprache übersetzen.

Dabei ist wichtig, dass der Übersetzer den Text so in die Zielsprache überträgt, dass der Text einerseits verständlich ist und andererseits die ursprünglichen Aussagen erhalten bleiben. Ein feines Gespür für sprachliche Feinheiten ist dafür unverzichtbar.

Im Unterschied zum Übersetzter überträgt ein Dolmetscher das gesprochene Wort von einer Sprache in eine andere Sprache. Übersetzt er gleichzeitig, während gesprochen wird, wird das als Simultandolmetschen bezeichnet.

Das Gegenstück dazu ist das Konsekutivdolmetschen. Hier übersetzt der Dolmetscher Gespräche, Vorträge und andere Reden, die zuvor aufgezeichnet wurden.

Anzeige

Ein Dolmetscher muss nicht nur die Ausgangs- und Zielsprache sicher beherrschen. Vielmehr muss er auch vorausschauen, Aussagen richtig einordnen und das Gehörte aus dem Stehgreif übersetzen können, ohne dabei den Sinn abzuändern.

Außerdem darf sich der Dolmetscher nicht nur auf das Übersetzen konzentrieren, sondern muss auch das Gesagte weiterhin aufmerksam verfolgen, damit er die nächsten Aussagen nicht verpasst.

So gesehen, hat es ein Übersetzer etwas einfacher. Denn ihm bleibt deutlich mehr Spielraum, um zu recherchieren, die richtigen Worte zu finden und an den Formulierungen zu feilen, als beim Dolmetschen in Echtzeit.

In welchen Bereichen kann ein Übersetzer tätig werden?

Ein Übersetzer ist in der glücklichen Lage, dass ihm die verschiedensten Tätigkeitsbereiche offen stehen. Möchte er nah am politischen Geschehen sein, kann er hier genauso Schriftstücke übersetzen wie in der Wirtschaft.

Ein weiteres großes Tätigkeitsfeld ist die Literatur. Gute Übersetzer sind heiß begehrt, denn unzählige literarische Werke warten darauf, übersetzt zu werden. Dabei kommt es hier nicht nur darauf an, die Inhalte in der Zielsprache wiederzugeben.

Vielmehr ist das Ziel des Übersetzers, den Ton des Autors möglichst genau zu treffen, den Charakter und den Wortwitz einzufangen und die kleinen Botschaften zwischen den Zeilen aufzuspüren, die das Werk ausmachen.

Ist der Übersetzer in der Welt der Belletristik nicht unbedingt Zuhause, kann er sich natürlich genauso Fach- oder Sachbüchern widmen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass der Übersetzer Handbücher für Benutzer, Bedienungsanleitungen, Regelwerke, Erklärungen, Zeitungsartikel oder Online-Beiträge übersetzt.

Auch in der Film- und Fernsehbranche bieten sich Beschäftigungsmöglichkeiten. Schließlich gibt es von Nachrichtenbeiträgen bis hin zu Drehbüchern allerlei Schriften, die übersetzt werden wollen.

Möchte der Übersetzer seinen Arbeitsbereich zusätzlich erweitern, kann er zum Beispiel die übersetzten Bücher als Hörbücher vorlesen oder Filme und andere Beiträge synchronisieren.

Insgesamt sind die Zukunftsaussichten für Übersetzer also sehr gut. Denn Arbeit gibt es mehr als genug. Und auch wenn die Digitalisierung voranschreitet, muss ein Übersetzer keine Angst haben, dass er gegen ein Computerprogramm ausgetauscht werden wird.

Im 2. Teil klären wir, welche Kenntnisse ein Übersetzer braucht, welche Ausbildungen möglich sind und wie der Berufseinstieg klappen kann.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

Thema: Was macht ein Übersetzer? Teil 1

Anzeige
Redaktion
Twitter

Veröffentlicht von

Redaktion

Gerd Traube, studierter Germanist und Buchautor, geboren 1966, sowie Michaela Lange, geboren 1978, Deutschlehrerin und Privatautorin, sowie Ferya Gülcan Redakteurin und Betreiberin dieser Seite, schreiben hier für Sie/euch alles Wissenswerte zum Thema Schreiben. Ob für Schule, Beruf, angehende Schriftsteller oder Redakteure, wir hoffen, dass unsere Übungen und Anleitungen Ihnen weiterhelfen.

Kommentar verfassen