Memoiren schreiben

Memoiren schreiben

 

Viele haben sicherlich schon einmal mit dem Gedanken gespielt, ihre Memoiren zu schreiben. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Memoiren dabei häufig mit einer Autobiographie gleichgesetzt und wer seine Memoiren schreiben möchte, meint damit, dass er seine Lebensgeschichte erzählen will.

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Rein formal gibt es jedoch Unterschiede zwischen einer klassischen Autobiographie und den Memoiren. Der Begriff Memoiren leitet sich von dem französischen Wort memoire für schriftliche Denkschrift ab und entstammt von dem Lateinischen memoria für Gedächtnis oder Erinnerung. Memoiren sind somit also Erinnerungen an einen Lebensweg in schriftlicher Form.

Meist werden Memoiren in chronologischer Reihenfolge geschrieben und berichten dabei über Ereignisse, die für eine breite Öffentlichkeit interessant sind. Während bei einer klassischen Autobiographie jedoch die Person und ihr Werdegang im Vordergrund steht, rücken bei Memoiren Zusammenhänge, Hintergründe und Ereignisse in den Mittelpunkt.

Das bedeutet, bei Memoiren geht es mehr um die Einflüsse, die eine Person zu dem gemacht haben, was sie heute ist. Stilistisch werden Memoiren meist in eher plaudernd geschrieben und erzählen oft auch kleine Anekdoten. Da es sich bei Memoiren um eine erzählende Form handelt, gelten aber prinzipiell die Grundregeln der erzählenden Literatur, die der Autor beispielsweise im Rahmen des kreativen Schreibens lernen kann.

 

Anleitung und Tipps zum Memoiren schreiben

 

Nun ist es sicher nicht ganz so einfach, seine Memoiren zu schreiben, denn es ist eine große Herausforderung, ein Leben, ganz oder zumindest ausschnittweise, zu Papier zu bringen. Zudem gibt es keine starre Anleitung, wie ein Autor am besten seine Memoiren schreiben kann und sollte, denn schließlich ist jedes Leben einzigartig und lässt sich nur bedingt in Schubladen einordnen.

Aber es gibt einige Tipps und Hilfestellungen, an denen sich der Autor orientieren kann.

Zunächst sollte sich der Autor darüber im Klaren sein, was er mit seinen Memoiren erreichen möchte. Es ist nicht möglich, jeden einzelnen Tag des bisherigen Lebens zu beschreiben, so dass der Autor zwangsläufig einiges weglassen muss und anderes nur am Rande erwähnen kann.

Wichtig ist daher, dass der Autor festlegt, welche Absichten er mit seinen Memoiren verfolgt und welche Botschaft er vermitteln möchte. Diese Überlegungen bilden die Grundlage dafür, dass der Autor Inhalte zusammentragen, auswählen, sortieren und entsprechend gewichten kann. Hilfreich kann es außerdem sein, einen Lebenslauf zu erstellen, ähnlich wie für eine Bewerbung.

zeitliche Abfolge

Eine solche tabellarische Übersicht kann als Orientierungshilfe dienen und zudem verhindern, dass der Autor die zeitliche Abfolge durcheinanderbringt und in seinen Memoiren dann willkürlich und verwirrend hin und her springt. Gelungene Memoiren zeichnen sich dadurch aus, dass der Autor nicht nur aufzeigt, was er gelernt hat, sondern auch, wie er es gelernt hat.

Häufig werden in Memoiren und Biographien Berufe nur kurz erwähnt, weil sie dem Autor eher unwichtig oder mittlerweile nicht mehr aktuell erscheinen. Gerade die Kenntnisse und Fähigkeiten, die jemand erlernt hat, können seine weiteren Entscheidungen aber geprägt haben, auch wenn ihm dies selbst vielleicht nicht immer bewusst ist. Zudem machen kleine Anekdoten aus beispielsweise der Schul- und Lehrzeit oder über die ersten Versuche bei bestimmten Tätigkeiten Memoiren interessant, weil sie den Leser zum Zeitzeugen und die Inhalte lebendig werden lassen.

Etwas Vorsicht sollte der Autor bei der Auswahl der Personen walten lassen, die er in seinen Memoiren erwähnen möchte, wobei es hier gleich drei Dinge zu beachten gilt. Zum einen könnten Personen, die dem Autor besonders nahestehen und seinen Weg entscheidend geprägt haben, beleidigt reagieren, wenn sie nicht genannt werden. Zum anderen könnte es anderen Personen peinlich sein, wenn der Autor bestimmte Details ausplaudert, vor allem wenn es um Liebschaften und ähnliches geht.

Drittens sollte der Autor mit negativen Äußerungen, die den Charakter einer Abrechnung haben, sehr vorsichtig sein. Nicht selten haben sich Autoren im Eifer des Gefechts schon zu Äußerungen hinreißen lassen, die später dann vor Gericht diskutiert wurden.

Der letzte und dabei vielleicht wichtigste Tipp ist aber, dass der Autor seine Memoiren nicht nur für sich selbst schreiben sollte, denn schließlich sind Memoiren kein Tagebuch. Das bedeutet, der Autor sollte nicht vergessen, dass seine Leser in aller Regel weder das persönliche Umfeld des Autors kennen noch die Ereignisse zusammen mit ihm erlebt haben.

Insofern sollte der Autor die Inhalte, die er beschreibt, so formulieren, dass sie seine Leser auch verstehen und nachvollziehen können. 

 

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    Thema: Memoiren schreiben

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